Dank starker zweiter Halbzeit: ThSV mit achtbarer Leistung bei Vizemeister Magdeburg!

Der ThSV Eisenach hat sein erstes Auswärtsspiel der neuen Bundesliga-Saison 2025/26 gegen den amtierenden Vizemeister und „großen Bruder“ SC Magdeburg mit sechs Toren verloren! In der mit 6.600 Zuschauern ausverkauften GETEC Arena fanden die Gäste nur schwer ins Spiel, erstarkten aber im zweiten Durchgang und verkürzten den Rückstand auf achtbare sechs Tore!

Intensiver Dreikampf: Leu, Bergendahl und Walz (Foto: Franzi Gora)

Der Handballabend startete leider nicht als Fest. SC Magdeburg und ThSV Eisenach gedachten Harry Jahns, der am vergangenen Wochenende im Alter von 73 Jahren verstorben war. 17 Jahre als Spieler beim SCM sowie zahlreiche erfolgreiche Jahre als Trainer, die Grün-Roten verabschiedeten eine Ikone ihres Vereins. Der ThSV schließt sich den besten Wünschen für Jahns‘ Familie & Freunde sowie für die gesamte Magdeburger Handballfamilie an!

Im Anschluss an einen Moment des stillen Gedenkens wurde es sportlich in der GETEC Arena. Und schnell wurde der Favorit seiner solchen Rolle gerecht: Die ersten Tore ihrer Teams warfen Gisli Kristjansson halblinks am Kreis und Felix Aellen aus der Rückraum-Mitte, per Drei-Tore-Lauf zogen die Hausherren im Anschluss auf 4:1 weg, dass Elvar Jonsson, Neuzugang aus Melsungen, für den SCM erzielte. Moritz Ende, der auf Eisenacher Seite für Gian Attenhofer auf Rechtsaußen startete, verkürzte nach Stephan-Seitz-Anspiel auf 4:2.

Magdeburg klar besser, Eisenach zu zaghaft – Halbzeit eins

In der Anfangsphase fehlte Eisenach die Durchschlagskraft im Angriff, nach knapp zehn Minuten scheiterte Seitz am Holz, einen verwandelten Siebenmeter von Fynn Hangstein später ließ sich Moritz Ende im Tempogegenstoß von Philipp Weber abkochen. Um die Viertelstunden-Marke gelang ein Doppelpack durch einen tollen Wurf Max Benekes und ein fantastisches Anspiel Felix Aellens an den Kreis auf Peter Walz, der das 9:5 brachte.

Und auch wenn der ThSV von nun an Schritt hielt, blieb die Kontrolle über das Spielgeschehen bis zur Halbzeitpause bei den Hausherren. Silvio Heinevetter Heinevetter nahm dem SCM in Unterzahl einen freien Ball ab, Beneke verzog in der Offensive und Magdeburg-Torwart Sergey Hernandez traf aus dem eigenen Kreis ins verwaiste Eisenacher Tor zum 15:9. Beim Spielstand von 17:10 ging es für die Teams in die Kabinen.

Den zweiten Durchgang eröffnete Eisenachs Alexander Saul mit dem ersten Tor, der gebürtige Magdeburger spielte bis 2017 beim SCM, ist mit über acht Jahren im ThSV-Trikot inzwischen der Dienstälteste im Profiteam der Wartburgstädter. Knapp vierzig Minuten waren durch, als der ThSV durch Fynn Hangstein im Tempogegenstoß erstmals wieder auf fünf Tore herankam. Möglich gemacht hatten den Alleingang Max Beneke und Timmy Reichmuth, die den Ball über zwei Stationen in den Lauf Hangsteins befördern konnten. Wenige Sequenzen zuvor hatte Silvio Heinevetter gegen den von Linksaußen heransegelnden und lange in der Luft stehenden Sebastian Barthold toll pariert.

Freiwurf-Kunststück und Torwarttore – die Schlussphase

Mit einer kreativen Freiwurf-Variante schaffte Peter Walz das 23:18. Hangstein gab den Ball nicht an den sich zum Sprungwurf aufstellenden Max Beneke, sondern an Walz, der neben ihm in der ballbesitzenden Mauer stand. Mit schneller Drehung und einem flinken Wackler gegen den letzten SCM-Defensiven verschaffte sich der ThSV-Kapitän freie Bahn, um einzuwerfen. Max Beneke erzielte auch das 28:21, insgesamt trug er sich mit bärenstarken neun Treffern in die Torschützenliste ein.

Da die Eisenacher jetzt offensiv mit einer 7-gegen-6-Formation arbeiteten, was sich als durchaus effektiv gegen die Magdeburger herausstellen sollte und vielversprechend aussah, fing man sich aber auch das ein oder andere Gegentor in den verwaisten eigenen Kasten. In den letzten zehn Minuten durfte Hernandez noch zwei weitere Male aus dem eigenen Kreis ein Tor erzielen. Einige Paraden von Eisenachs Torwart Matija Spikic verhalfen zum sehr achtbaren Endergebnis – 34:28 für den SC Magdeburg.

„In Halbzeit zwei machen wir es deutlich besser, 18 Tore sind gut“ - Fazit

„In der ersten Halbzeit waren wir zu inkonsequent“, befand Kreisläufer Justin Kurch. „Wir sind zu viel ins Foul gelaufen und haben einen zu statischen Angriff gespielt. In Durchgang zwei lief das mit dem 7-gegen-6 deutlich besser. Zu solchen Methoden musst du manchmal auch greifen, wenn du gegen so ein Topteam spielst.“

Magdeburg-Trainer Bennet Wiegert: „Der Halbzeitstand war natürlich überragend. Gegen das 7-gegen-6 hat sich das in der zweiten Halbzeit aber geändert. Da lassen wir uns dominieren, rennen immer hinterher. Im zweiten Durchgang, das wissen wir alle, hätten wir uns besser präsentieren können. Es ist aber immer noch ein Bundesligaspiel gegen Eisenach, eine gute Mannschaft, das wir mit sechs Toren gewonnen haben. Deswegen müssen wir aufpassen, nicht die falschen Schlüsse zu ziehen, aber wir wollen besser spielen als in Halbzeit zwei.“

„Wir kamen in den ersten zehn Minuten defensiv nicht gut rein“, so ThSV-Coach Sebastian Hinze, „kamen selten in Helfer-Situationen, wollten teils zu sehr im 1:1 verteidigen. Magdeburg hat überragend verteidigt, und die Situationen, die wir in dieser Phase hatten, konnten wir nicht nutzen. In Halbzeit zwei machen wir es im 7-gegen-6 deutlich besser, 18 Tore sind gut. Da ist es uns auch gelungen, uns gegenseitig defensiv mehr zu helfen. Auch Matija war am Ende nochmal mit ein paar Paraden da, sodass wir das Ergebnis im Rahmen halten konnten.“

Mit den Erkenntnissen aus dem Gastspiel in Magdeburg könne Hinzes Team am Sonntag „mit breiter Brust“ die MT Melsungen empfangen. Mit den Nordhessen steht nämlich schon am Sonntagnachmittag die nächste Top-Mannschaft vor der Tür, dann allerdings in der heimischen Werner-Aßmann-Halle.

J. Gante

 

Statistik: SC Magdeburg - ThSV Eisenach 34:28 (17:10)

SC Magdeburg: Hernandez (6 Paraden, 3 Tore), Mandic (1 P.); Magnusson 8/5, Kristjansson 5, Claar 4, Pettersson 4, Hornke, Jonsson 2, Lagergren 2, Saugstrup 2, Barthold 2, Bergendahl 1, Zechel, Weber, Mertens, O'Sullivan

ThSV Eisenach: Spikic (6 P.), Heinevetter (3 P.); Beneke 10/2, Hangstein 4/1, Kurch 4, Walz 3, Aellen 3, Reichmuth 1, Ende 1, Antonijevic 1, Saul 1, Joelsson, Meyer, Seitz, Büchner, Leu

Zuschauer: 6.600 (Getec Arena, Magdeburg)
Schiedsrichter: Mirko Krag / Marcus Hurst
Strafminuten: 2 / 6

Max Beneke beim Siebenmeter, er traf zweimal per Strafwurf, insgesamt neunmal. (Foto: Franzi Gora)
Felix Aellen, gestoppt von Abwehrmacht Bergendahl (Foto: Franzi Gora)
Stephan Seitz bekam es offensiv mit Felix Claar zu tun. (Foto: Franzi Gora)