Eine Niederlage, die optimistisch stimmt

Regionalliga Männer des Mitteldeutschen Handballverbandes: ThSV Eisenach II unterliegt zum Start in die 4. Liga beim HC Einheit Plauen knapp mit 31:33/ Neuzugang Julian Rothhämel mit der Kapitänsbinde

 

Unsere Zweite vor dem Anpfiff in Plauen - Foto: Th. Levknecht

Eine Niederlage, die optimistisch stimmt

ThSV Eisenach II unterliegt zum Start in die 4. Liga beim HC Einheit Plauen knapp mit 31:33/ Neuzugang Julian Rothhämel mit der Kapitänsbinde

 

„Wir haben gezeigt, wir können in dieser Liga mithalten“, erklärte Eisenachs junger Linksaußenspieler Leif Katzenwinkel. Der ThSV Eisenach II, Aufsteiger aus der Thüringer Oberliga, bot beim Einstand in die 4. Liga, der Regionalliga des Mitteldeutschen Handballverbandes, eine überaus respektable Leistung, unterlag beim Vorjahres-Vierten HC Einheit Plauen nur knapp mit 31:33 (15:19). „Der eine oder andere einfache Fehler weniger, wir hätten sogar was Zählbares mitnehmen können“, befand Rückraumspieler Julius Brenner. „In dieser Liga mit für uns völlig unbekannten Teams boten wir eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt“, konstatierte Rückraumkollege Julian Rothhämel. Den Neuzugang vom SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim hat Spielertrainer Qendrim Alaj zum Kapitän bestimmt, gemeinsam mit Christian Trabert. Dieser fehlte berufsbedingt und Bastian Freitag stand verletzungsbedingt für einen Einsatz nicht zur Verfügung, sodass Aron Büchner die Aufgaben im ThSV-Kasten allein zu schultern hatte. Bastian Freitag und der langzeitverletzte Linkshänder Maarten Elwert waren zur moralischen Unterstützung aber mit ins Vogtland gefahren.  Um dem Team zur Seite zu stehen, war Physiotherapeutin Jasmin Görtz aus Nürnberg angereist. Die Partie stand unter der vorzüglichen Spielleitung von Eligiusz Baier und Max Töpfer aus Leipzig. Qendrim Alaj bescheinigte den beiden jungen Referees eine Top-Leistung.

Die Gastgeber hatten ihre Probleme mit dem Aufsteiger von der Wartburg. „Uns gelang es nicht, 5-Tore-Führungen zu behaupten oder auszubauen, wir ließen die Eisenacher auf Schlagdistanz heran, halfen ihnen mit überhasteten Würfen und Schwächen in der Abwehr“, bilanzierte Joel Stegner, der Ex-Eisenacher im Team des HC Einheit Plauen, in dem eine Vielzahl tschechischer Spieler am Ball ist. Einige Tempogegenstöße wurden eine Beute der aufmerksamen Eisenacher oder landeten im Aus. „Wir sind froh, mit zwei Pluszählern gestartet zu sein. Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel. Der ThSV Eisenach II hat uns alles abverlangt. 31 Gegentore sind einfach zu viel“, bilanzierte Mario Schuldes, der Coach des HC Einheit Plauen. „Wir haben dem Vorjahres-Vierten Paroli geboten. Die Einstellung aller unserer Spieler, auf dem Feld und auf der Bank, war sehr gut. Vielen Dank für die Unterstützung unserer mitgereisten Fans. Nach der doch holprigen Vorbereitung hatte ich nicht so ein gutes Spiel erwartet. Ein paar dumme Fehler verhinderten einen möglichen Punktgewinn“, bilanzierte Qendrim Alaj. Die Statistik von Mannschaftsbetreuer Jan Gesell wies 17 Fehlwürfe und 11 technische Fehler auf. „Respekt für die solide Leistung von Aron Büchner im Tor, Kompliment an unseren Oldie Duje Miljak, der fast 60 Minuten in Abwehr und Angriff auf dem Parkett stand“, vermerkte Qendrim Alaj.

Armend Alaj mit 7 Toren von Rechtsaußen bis zur Pause

Der ThSV Eisenach II, mit Leif Katzwinkel auf Links- und Armend Alaj auf Rechtsaußen, Ole Gastock-Mey, Julian Rothhämel und Duje Miljak im Rückraum sowie Conrad Ruppert am Kreis, startete überaus selbstbewusst. Die Rückraum-Recken Ole Gastrock-Mey und Duje Mijak forderten die volle Aufmerksamkeit der Abwehr der Hausherren. Das Leder wurde immer wieder zur Rechtsaußenposition durchgespielt, von wo Armend Alaj sicher vollendete, mit einer 100-Prozent-Wurfquote bis zur Pause 7 Treffer markierte. Leif Katzwinkel (von Linksaußen), Ole Gastrock-Mey mit einem „Strahl“ aus dem Rückraum und Armend Alaj mit seinem 4. Treffer netzten zum 5:8 ein (10.). Da staunte das einheimische Publikum in der schmucken vereinseigenen (!) Halle. „Nach einer Auszeit mit klaren Worten unseres Trainers spielten wir im Angriff koordinierter, hielten uns an Absprachen“, schilderte Joel Stegner die Phase vom 5:8 zum 12:8 (18.) und 16:10 (23.).  Petr Linhart und David Zbiral (zusammen 16 Tore) schlossen konsequent ab. Für Abwehraufgaben kam der 37-jährige Jakub Sira ins Deckungszentrum des HC Plauen. Beim ThSV Eisenach II hatte Qendrim Alaj inzwischen die Regierolle auf dem Parkett übernommen. Conrad Ruppert verwertete vom Kreis ein Zuspiel des Spielertrainers (24.). Einem Kempa-Treffer stand Plauens Keeper Matej Brychlec im Wege (25.). Übermütig patzten die Hausherren. Die Gäste, nun mit Julius Brenner, Qendrim Alaj und Duje Miljak im Rückraum, fanden wieder zu mehr Sicherheit. ThSV-Keeper Aron Büchner zirkelte das Leder aus dem eigenen Kreis zum 15. Eisenacher Treffer und 19:15-Halbzeitstand ins leere Gastgeber-Gehäuse.  

Spannung in der Schlussphase

Nach Wiederbeginn gelang dann der Kempa. Armend Alaj passte das Leder von Rechtsaußen zum von Linksaußen in den Kreis fliegenden Leif Katzwinkel (19:16, 31.). Qendrim Alaj verwandelte einen an ihm selbst verwirkten Siebenmeter (20:17, 32.). Jannes Rehm kam für Abwehraufgaben, Marec Stupka kurzzeitig auf Rechtsaußen, Max Schlotzhauer am Kreis.  Der 41-jährige Duje Miljak erhöhte die Schlagzahl aus dem rechten Rückraum. Der HC Plauen behauptete aber sein 4- bis 5-Tore Polster (27:22/ 43.). Ole Gastrock-Mey kehrte zurück, Ardit Ukaj übernahm die Linksaußenposition. Es wurde noch einmal spannend. Ardit Urkaj, Ole Gastrock-Mey und Duje Miljak verkürzten bis auf zwei Treffer (27:25/46.). Mario Schuldes, der Coach des HC Einheit Plauen, sah sich gezwungen, eine Auszeit zu beantragen. Eine anschließende Überzahl nutzte der Hausherr zum 30:26 (49.). Aber keine Vorentscheidung! Plauens Innenblocker Jakub Sira sah nach Foulspiel an Julius Brenner die rote Karte (52.). Ein Rückhandanspiel von Qendrim Alaj verwertete Ardit Ukaj (31:28/ 53.)  In Unterzahl markierten die Gastgeber die Treffer zum 33:28 (55.). Vorausgegangen waren zwei Eisenacher Patzer. Die letzten drei Treffer gingen auf das Konto der bis zur letzten Sekunde fightenden Gäste.

Heimspiel gegen den HC Aschersleben

„Auch wenn wir verloren haben, wir blicken mit dieser Leistung optimistisch auf die Punktspiele in der 4. Liga“, erklärte ThSV-Kapitän Julian Rothhämel. „Den in Plauen gezeigten Schwung wollen wir mitnehmen, um im anstehenden Heimspiel zu punkten“, fügte Qendrim Alaj hinzu.  Der ThSV Eisenach II empfängt am Samstag, 13.09.2025 um 19.30 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle den HC Aschersleben.  

Statistik

HC Einheit Plauen: Misar, Brychlec; Corda (4), Wokan (4), Janasek, Krüger (1), Linhart (10/4), Kotesovec (1), Bednarik. Machacek (4), Jahn (3), Zbiral (6), Horky, Stegner, Sira

ThSV Eisenach II: Büchner (1); Brenner (1), Rehm, Stupka, Ruppert (3), Schlotzhauer, Gastrock-Mey (5), Ukaj (2), Cech, A. Alaj (8), Katzwinkel (2), Q. Alaj (4/3), Rothhämel, Miljak (5)

Siebenmeter:

HC Plauen 4/4 – ThSV Eisenach II 3/4

Zeitstrafen:

HC Plauen 5 x 2 Min., Rot Sira (52.)

ThSV Eisenach II 3 x 2 Min.

Schiedsrichter: Baier/Töpfer

Zuschauer: 200 in der Dreifelder-Sporthalle am Berufsschulzentrum „Anne Frank“

Julian Rothhämel, der neue Kapitän unserer Zweiten - Foto: Th. Levknecht
Felix Cech, Joel Stegner und Bastian Freitag (v.l.) spielten vor einiger Zeit gemeinsam beim ThSV Eisenach - Foto: Th. Levknecht
Unsere Zweite dankt nach dem Abpfiff in Plauen den mitgereisten Fans - Foto: Th. Levknecht