Emotionale Verabschiedungen beim ThSV Eisenach
ThSV-Dino Alexander Saul, Max Beneke, Timothy Reichmuth, Vincent Büchner und Philipp Meyer sagten Tschüss
Nach dem letzten Saisonspiel verabschiedete der ThSV Eisenach die Rückraumspieler Max Beneke und Alexander Saul, die Linksaußen Timothy Reichmuth und Vincent Büchner sowie Abwehrchef Philipp Meyer. Von den Rängen brandete tosender Beifall auf, die den ThSV Eisenach verlassenden Spieler wurden von Maik Nowak, dem Sportlichen Leiter des ThSV Eisenach, und Hallensprecher Jürgen Hausburg gewürdigt, ihnen für ihr Engagement, ihre Einsatzbereitschaft gedankt. Manchem der Spieler, die das ThSV-Trikot ausziehen, versagte bei ihren Dankesworten die Stimme, sie kämpften mit den Tränen. Der ThSV Eisenach, die Werner-Aßmann-Halle und die ThSV-Fans sind was ganz Besonderes.
Max Beneke
Auf Leihbasis kam Max Beneke kurz vor dem Saisonstart von den Füchsen Berlin. Der Linkshänder im rechten Rückraum, ein Freund von deutschsprachigem Hip-Hop und Indie, bestritt für den ThSV Eisenach 21 Pflichtspiele, in denen er 52 Treffer markierte. Zuletzt pausierte der 23-Jährige aufgrund einer Ellenbogenverletzung. Max Beneke wechselt zu Frisch Auf! Göppingen, hat in der Hohenstaufenstadt einen Vertrag bis 2030 unterzeichnet.
Vincent Büchner
Die Saison 2025/2026 verlief für Vincent Büchner anders als erwartet. Der Mann mit den meisten Steals, den meisten Ballgewinnen der Liga, war im Sommer von der TSV Hannover-Burgdorf ins beschauliche Eisenach gekommen, fand sofort auch Gefallen an der wunderschönen Umgebung. Zwei Träume erfüllten sich für den klassischen Linksaußen. Mit seinen Leistungen, seinem Wurfrepertoire und seinen cleveren Ballgewinnen geriet er in den Focus des großen THW Kiel, der ihm ein Angebot unterbreitete. Da konnte Vincent Büchner nicht Nein sagen. Und im „zarten Alter von 27 Jahren“ feierte er sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Vincent Büchner war in allen 35 Saisonspielen für den ThSV Eisenach dabei, markierte 103 Pflichtspiel-Treffer. Im Trikot der Zebras, des THW Kiel. wird Vincent Büchner nächste Saison in die Werner-Aßmann-Halle zurückkehren.
Timothy Reichmuth
Timothy Reichmuth kam im Sommer 2022 vom Schweizer Erstligisten HSC Suhr Aarau zum ThSV Eisenach. Er ist kein Lautsprecher. Das machte ihn von Beginn so sympathisch. „Timmy“ bejubelte mit dem ThSV Eisenach gleich im ersten Jahr den Aufstieg in die 1. Handballbundesliga. Auf den Linksaußen war stets Verlass, auch wenn er nicht im Rampenlicht stand. Der ThSV Eisenach hob hervor, dass der Schweizer viele Trainingseinheiten der ThSV-E-Jugend unterstützte. Der Vorstand des ThSV Eisenach dankte Timothy Reichmuth dafür ausdrücklich! Dieser bestritt für den ThSV Eisenach 148 Pflichtspiele, in denen er 124 Tore markierte. Ihn zieht es zurück in die Schweiz, zum HSC Suhr Aarau.
Philipp Meyer
Ein besonders schmerzlicher Verlust für den ThSV Eisenach. Er verliert seinen Abwehrchef. Philipp Meyer stellt sich in der Hauptstadt von Baden-Württemberg einer neuen sportlichen Herausforderung, wechselt zum TVB Stuttgart. Der in München geborene 2- Meter-Mann kam im Sommer 2022 vom Zweitligisten Rimpar Wölfe (heute Würzburg) und stieg mit dem ThSV Eisenach in die 1. Handballbundesliga auf. Der Metilstein in der Eisenacher Umgebung wurde ein Lieblingsplatz. In Sachen Handball nahm er eine rasante Entwicklung, wobei der einfache Weg nie seine Sache war. Er setzt auf die Spannweite eines Adlers, gutem Auge und klugem Kopf. Sich breit machen, stören, die Züge koordinieren – diese Rolle liegt ihm. Er konzentriert sich auf das Wesentliche, lässt sich von Social Media nicht ablenken. Philipp Meyer hat sich in der Liga einen Namen als Abwehrchef gemacht. Er hat aber auch eine ganz besondere Spezialität mit beharrlicher Arbeit entwickelt. Würfe aus der eigenen Hälfte ins leere Tor gegenüber. Da hat er die ThSV-Fans zu unzähligen Beifallsstürmen hingerissen. Der Mann für besondere Aufgaben hat in 136 Pflichtspieleinsätzen für den ThSV Eisenach 105 Bälle im gegnerischen Kasten versenkt.
Alexander Saul
In der heutigen Zeit halten nur wenige Spieler einem Verein über viele Jahre die Treue. Alexander Saul ist so einer, er ist der Dino des ThSV Eisenach! Er durchlebte von 2017 bis 2026 verschiedene Höhen und Tiefe, bejubelte Sternstunden, war aber auch zu Tode betrübt. Der 2012 mit der U 18 des DHB Europameister gewordene Linkshänder kam im Sommer 2017 vom SC Magdeburg in die Wartburgstadt. Sicherlich mit großen Erwartungen. Was keiner für möglich gehalten hatte, nach 25:51 Punkten stieg der ThSV Eisenach in die 3. Liga ab. Alexander Saul gehörte zu denjenigen, die sagten, wir tragen die Schuld, wir machen uns nicht vom Acker, wir gehen den sofortigen Wiederaufstieg an. Mit Sead Hasanefendic als Coach gelang der sofortige Wiederaufstieg. Alex Saul war auch in den Folgejahren im rechten Rückraum gesetzt. Im Sommer 2020 ernannte ihn der damalige Trainer Markus Krauthoff-Murfuni zum Kapitän. Unter der Last der Kapitänsrolle litt zunehmend seine eigene sportliche Leistung. Alex Saul haderte vielfach mit sich. Mancher Außenstehende interpretierte das anders, wurde damit Alex Saul nicht gerecht. Nach 4 Spielzeiten in der 2. Liga bejubelte Alexander Saul mit dem ThSV-Team zum Ende der Saison 2022/2023 den Aufstieg in die Beletage des deutschen Handballs. Seine Einsatzzeiten wurden weniger. Seine Spielweise mit Anspielen zum Kreis oder Würfen aus dem Rückraum mutiert im Handball der aktuellen Zeit zum Auslaufmodell. „Der Handball hat sich verändert, ist immer schneller geworden. Die Trainer setzen heute fast nur noch auf das Eins gegen Eins. Mit 30 werde ich mein Spiel nicht mehr verändern“, erklärte Alex Saul gerade in einem Interview. In dieser Spielzeit kam Alex Saul zu 29 Kurzeinsätzen mit 7 Toren. Das letzte in seinem Abschiedsspiel. Da wurde er von der Mannschaft und den Fans besonders gefiert. Er unterstützte vielfach Sebastian Hinze quasi als Co-Trainer.! Alex Saul bestritt in 9 Jahren ThSV Eisenach 311 Pflichtspieleinsätze. Das ist Platz 5 in der ewigen ThSV-Liste! Er markierte 943 Tore, Platz 4 in der ewigen Torjägerliste der Wartburgstädter. Alex Saul hat ein gehörige Stück Geschichte des ThSV Eisenach mitgeschrieben.
Th. Levknecht
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