Gebündelte Kräfte reichen nicht aus

Andreas Fehr reaktiviert, Armend Alaj verzichtet auf WM-Qualifikationsspiel mit dem Kosovo – ThSV Eisenach II dennoch mit 29:32 (14:19) -Heimniederlage gegen die SG Pirna/Heidenau

Armend Alaj verzichtete auf einen Einsatz im WM-Qualifikationsspiel des Kosovo, um im wichtigen Spiel des ThSV Eisenach II dabei zu sein. Er markierte 7 Treffer aus 9 Versuchen - sportfotoseisenach

„Wir geben nicht auf. Der Rückstand zu einem Nicht-Abstiegsplatz bleibt bei 4 Punkten. Vor uns stehen noch 6 Spiele, in denen 12 Zähler vergeben werden“, erklärte Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II, geradezu trotzig nach der 29:32 (14:19) -Heimniederlage gegen die SG Pirna/Heidenau. „Wir treten wahrlich nicht wie ein Tabellen-Letzter auf“, betonte Qendrim Alaj und sprach von einer unnötigen Niederlage. Insgesamt 16 technische Fehler, 10 bereits in der ersten Halbzeit, trugen nicht unwesentlich zur 17. Saisonniederlage bei.  „Mehrfach hätte die Partie kippen können“, befand Gästespieler Torsten Schneider, der nach einem üblen Foul gegen Eisenachs Leif Katzwinkel mit Rot vorzeitig vom Parkett musste (51.). Beim 21:23 (42.) und auch beim 24:27 (52.) bestand die Chance, die Partie zu drehen. „Als es eng für uns wurde, hat uns der ThSV Eisenach II mit Fehlern geholfen“, gab Ben-Elias Brucker, Rechtsaußen-Spieler der SG Pirna/Heidenau, freimütig zu. „Als die Gastgeber auf 4 Rückraumspieler umstellten, bekamen wir Probleme“, ergänzte Ben-Elias Brucker. Am Ende bejubelte das Team der SG Pirna/Heidenau mit seinem mitgereisten Anhang den 3. Sieg in Folge, zu dem auch ein 30:27 über Tabellenführer Concordia Delitzsch gehört. Die vom serbischen Ex-Nationalspieler Dusan Milicevic trainierten Sachsen präsentierten sich in der Werner-Aßmann-Halle als solide 4.Liga-Mannschaft, die aktuell auf dem 4. Tabellenplatz steht.

Andreas Fehr als Freundschaftsdienst im Tor des ThSV Eisenach II

Für die Partie gegen die SG Pirna/Heidenau hatte der ThSV Eisenach II Andreas Fehr reaktiviert. Der 35-jährige Keeper gehörte vor einigen Jahren zum Kader der 1. Mannschaft des ThSV Eisenach, bestritt im Februar 2025 für den SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim seinen letzten Einsatz auf dem Handballparkett. „Ich hatte Qendrim Alaj im Sommer zugesagt, wenn Not am Mann ist, helfe ich noch einmal aus“, begründete Andreas Fehr seinen „Freundschaftsdienst“.  ThSV-Torwarttrainer Stanislaw Gorobtschuk, zuletzt im Torhüterteam der Zweiten des ThSV Eisenach, stand am Samstagabend nicht zur Verfügung. „Ich wollte helfen, dass der ThSV II noch den Klassenerhalt schafft“, begründete Andreas Fehr seinen Einsatz. Er trainierte am Donnerstag und Freitag mit der Mannschaft, wurde am Samstagabend nach 10 Minuten eingewechselt und fand sich in der Statistik von Betreuer Jan Gesell mit 10 Paraden wieder. „Es wird aber bei diesem einen Einsatz bleiben“, erklärte Andreas Fehr, inzwischen beruflich Betriebshandwerker bei der Stadt Eisenach und demnächst ein Studium an der Dualen Hochschule aufnehmend.

Armend Alaj mit 7 Treffern erfolgreichster Werfer

Armend Alaj war für das Wochenende in den Nationalmannschaftskader des Kosovo für WM-Qualifikationsspiele berufen. In Abstimmung mit dem Auswahltrainer des Kosovo lief Armend Alaj aber am Samstag im so wichtigen Spiel für den ThSV Eisenach II auf. „Ich gebe alles für den ThSV Eisenach. Danke an den Coach des Kosovo, dass er zugestimmt hat“, betont Armend Alaj, mit 7 Treffern (aus 9 Versuchen) am Samstag erfolgreichster Werfer des ThSV Eisenach II.  

Zu viele Fehler in der ersten Halbzeit

„Mit vielen eigenen Fehlern gerieten wir in der ersten Halbzeit deutlich in Rückstand“, rekapitulierte Qendrim Alaj. „Unsere 19 Treffer sprechen für unsere Effizienz im Angriff“, blickte Gäste-Spieler Ben-Elias Brucker auf die ersten 30 Minuten. Die SG Pirna/Heidenau nutzte die Breite ihres Kaders, rotierte ständig. Der ThSV Eisenach II setzte überwiegend auf die Formation mit Leif Katzwinkel auf Links- und Marec Stupka auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Qendrim Alaj und Armend Alaj im Rückraum, Conrad Ruppert am Kreis. Routinier Duje Miljak löste Qendrim Alaj für Abwehraufgaben ab. Im gesamten Spielverlauf lag der ThSV Eisenach II nicht ein einziges Mal in Führung. Die Gäste initiierten Angriffszüge zum Kreis, wie beim Treffer zum 5:8 (8.). Bis zur 9. Minute fielen bereits 16 Treffer (7:9). Beim 8:9 (10.) hatte der ThSV Eisenach II die Möglichkeit zum Ausgleichstreffer, verlor aber das Leder. Die konsequenten Gäste vollendeten zum 9:13 (19.) und 12:19 (27.), „dankten“ für Eisenacher Patzer mit präzise vorgetragenem und abgeschlossenem Umschaltspiel. Mit einem Wurf aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Gäste-Gehäuse traf Armend Alaj zum 14:19-Pausenstand.

Mitte der zweiten Halbzeit hätte die Partie kippen können

Mit Beginn der zweiten Halbzeit übernahm zunächst Jannes Rehm die zentrale Rückraumposition. In den zweiten 30 Minuten wurde neben Leif Katzwinkel auf Linksaußen (6 Tore aus 7 Versuchen) auch Marec Stupka auf Rechtsaußen (6 Tore aus 9 Versuchen) in Szene gesetzt. Das Aufbäumen war unverkennbar, die ThSV-Fans auf der Haupttribüne unterstützten laut. Andreas Fehr parierte, Jannes Rehm sicherte den Abpraller, Ole Gastrock-Mey wuchtete zum 21:23 ein (42.). Da keimte Hoffnung im ThSV-Lager. Ein Zuspielfehler, ein vom Gäste-Keeper Lukas Willkommen parierter Ball, ein Wurf über das Tor und ein Stürmerfoul ließen die Hoffnung wie eine Seifenblase zerplatzen. Die Gäste netzten zum 21:26 (44.) ein. Mark Dragunski, wieder das Coaching auf der Bank des ThSV Eisenach II übernehmend, rief zur Auszeit. Julius Brenner kam als 4. Rückraumspieler, traf auch gleich zum 22:26 (48.). Andreas Fehr parierte doppelt, doch ein ThSV-Abspiel landete im Seitenaus. Die Gäste trafen sich mittels grüner Karte zur Besprechung. Kurz darauf verloren sie Torsten Scheider durch eine Disqualifikation. Die Eisenacher bäumten sich noch einmal auf. Marec Stupka und Qendrim Alaj verkürzten bis auf 3 Treffer (52.). Doch dann brachten die bis dato treffsicheren Leif Katzwinkel und Marec Stupka das Leder nicht unter, unterlief Armend Alasj ein technischer Fehler, fand ein Steilpass von Andreas Fehr nicht den Mitspieler. Per Gegenstoß traf Marec Stupka zum 25:28 (57.). Die Eisenacher versuchten mit einer offensiven Deckung Bälle zu gewinnen. So richtig in Bredouille kamen die Gäste aber nicht, weil Richard Wilga zum 25:29 (57.) und Ivan Kuchanik (per Siebenmeter, 59.) zum 27:31 trafen. Die Punktevergabe war entschieden. „Wir haben mal wieder die zweite Halbzeit entschieden. In der Summe mit der 1. Spielhälfte aber zu wenig. Wir werden weiter das Gaspedal durchtreten“, betont Qendrim Alaj.

Heimspiel gegen den HC Burgenland

Die nächste Chance auf Punkte in heimischer Halle bietet sich bereits am kommenden Samstag, 28.03.2026. Dann gastiert der HC Burgenland in der Werner-Aßmann-Halle (Anwurf 19.30 Uhr).

Statistik

ThSV Eisenach II: Büchner, Fehr, Mingram; Brenner (1), Rehm, Nothum, Stupka (6/1), Ruppert, Miljak, Schlotzhauer, Kryeziu, Gastrock-Mey (3), Ukaj, A. Alaj (7), Katzwinkel (6), Q. Alaj (6/3)

SG Pirna/Heidenau: Ihl, Willkommen; Möbius, Radny (2), Talevski (4), Punte (4), Tempel (3), Brucker (3), Schneider, Zinke, Kusal (2), Wilga (5), Jacob, Milenkovic, Kuchanik (6/2), Klimt (3)

Siebenmeter: ThSV Eisenach II 4/4 – SG Pirna/Heidenau 2/2

Zeitstrafen:

ThSV Eisenach II 3 x 2 Min.

SG Pirna/Heidenau 5 x 2 Min., Rot für Schneider n. grobem Foulsiel (51.)

Schiedsrichter: Bilski/Trumpf

Zuschauer: 225

Th. Levknecht

Comeback im ThSV-Tor: Andreas Fehr - Foto: El Antaki
Leif Katzwinkel überwindet Keeper Lukas Willkommen - sportfotoseisenach
Qendrim Alaj bei einem seiner 6 Tore aus 7 Versuchen - sportfotoseisenacgh
Ole Gastrock-Mey heftig attackiert - sportfotoseisenach
Marec Stupka markierte 6 Treffer, alle im zweiten Abschnitt - sportfotoseisenach
Jannes Rehm belebte mit Beginn der zweiten Halbzeit das Angriffsspiel - sportfotoseisenach
Julius Brenner wird von der Abwehr der SG Pirna/Heidenau gestoppt - sportfotoseisenach
Mark Dragunski und Qendrim Alaj an der Seitenlinie - sportfotoseisenach ^^^^^^^^^^
Die mitgereisten Fans aus Pirna unterstützten ihr Team unaufhörlich - sportfotoseisenach
Unsere Zweite nach dem Einlaufen am Samstagabend - sportfotoseisenach