Heimniederlage im Aufsteigerduell
So wird es nichts mit dem Klassenerhalt in der MHV-Regionalliga! - ThSV Eisenach II unterlag im Aufsteigerduell dem SV GW Wittenberg-Piesteritz klar mit 29:38 (16:19) / Gästespieler Nico Elias markierte 17 Tore
Gegen einen direkten Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt in der Regionalliga Männer des Mitteldeutschen Handballverbandes bezog der ThSV Eisenach II erneut eine Heimniederlage. Nach dem 25:30 gegen den HC Glauchau/Meerane hieß es am Sonntag 29:38 (16:19) im Aufsteigerduell gegen den SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz. Der ThSV Eisenach II bleibt Schlusslicht der Tabelle. Der Klassenerhalt rückt in die Ferne.
Jubelnde Gäste
Die Gäste aus dem östlichen Teil von Sachsen-Anhalt stellten das klar bessere Team, mit einstudierten Spielzügen, exakt stimmenden Laufwegen, präzisem Umschalt- und effektivem Angriffsspiel. Mit Nico Elias (17 Tore!) hatten sie einen echten Goalgetter in ihren Reihen, der sonst nicht als Shooter in Erscheinung tritt. Seine Bälle zappelten auch aus 12 Metern im Netz, was der ThSV-Abwehr einschließlich Torhüter Bastian Freitag kein gutes Zeugnis ausstellte. Die Spieler des SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz und ihr mitgereister Anhang jubelten. Das Team stellte sich nach dem Abpfiff zu einem Foto auf dem Parkett. Ein Sieg im Thüringer Handballtempel hat für sie einen besonderen Wert. „Wir hatten uns intensiv auf dieses 4-Punkte-Spiel vorbereitet, haben dann auch nahezu alles so umgesetzt. Auch als Eisenach bis auf zwei Treffer verkürzte, behielten wir einen kühlen Kopf, blieben unserer Linie treu. Mit diesem Sieg sind unsere Chancen auf den Klassenerhalt, und das ist unser Ziel, natürlich gestiegen“, konstatierte Martin Strnad, Trainer des SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz, in bester Stimmung.
Routinier Duje Miljak muss frühzeitig passen
Der ThSV Eisenach II musste kurzfristig auf den erkrankten Kapitän Julian Rothhämel verzichten. Nach einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt saß Rückraumspieler Julius Brenner nur zur moralischen Unterstützung auf der Wechselbank. John Katzwinkel wirkte mit, setze insbesondere in der Auftaktphase mit seinen individuellen Qualitäten Akzente, markierte 5 Treffer. Routinier Duje Miljak zog sich schon in der ersten Spielminute eine Verletzung des Knöchels zu, biss dann noch eine Zeit auf die Zähne, doch der schnell anschwellende Knöchel bedeutete dann das Aus. Mit ihm ging der Abwehrchef. Ohne ihn fehlte der Jugendbrigade im Deckungszentrum die führende Hand. Der 17-jährige Louis Kryeziu, beim Auswärtsspiel eine Woche zuvor in Köthen bester Eisenacher, war mit der A-Jugend im MHV-Pokal im Erzgebirge am Ball, siegte dort mit den ThSV-Talenten 36:29 bei der NSG EHV/Nickelhütte/Buteo. Die Eisenacher haderten zudem mit dem Schiedsrichtergespann Antonio Oliva und Hendrik Herbst, das bei der Beurteilung etlicher Szenen (Stürmerfoul/ Zweikämpfe generell) nach unterschiedlichem Maß entschied, im zweiten Abschnitt Zeitstrafen in Serie gegen den Gastgeber verhängte. „Das hatte schon einen sehr faden Beigeschmack“, fand nicht nur Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II. Eine kurzfristige Schiedsrichterumbesetzung hatte für Erstaunen gesorgt. Am verdienten Sieg der Gäste hegte freilich keiner Zweifel. „Wir haben das Spiel in der Abwehr verloren. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart klappte einmal mehr nicht. Bei unseren vielen jungen Spielern war rasch das Selbstvertrauen weg. Sie agierten ängstlich. Uns allen unterliefen viele Abspiel- und Fangfehler“, stellte Qendrim Alaj fest. Nahezu 20 technische Fehler wurden registriert. Mitte der zweiten Halbzeit hatte der ThSV Eisenach II die Chance, die Partie zu kippen. Beim Stand von 23:25 hatte Conrad Ruppert den Anschlusstreffer auf der Hand, doch er scheiterte freistehend vom Kreis (44.). Die Eisenacher patzten, kassierten Zeitstrafen, sahen sich binnen weniger Minuten mit 24:29 (49.) hinten. Im Schlussgang fielen sie regelrecht auseinander, die Gäste, vor Spielfreude strotzend, schraubten ihre Trefferausbeute in die Höhe.
„Ich bin froh, mal über 60 Minuten spielen zu dürfen. Ich habe mich gefreut, auf meinen Ex-Verein zu treffen, mir bekannte Gesichter zu sehen. Traurig und enttäuscht bin ich über unseren Auftritt. Mir hat die Siegermentalität, die eigentlich für den ThSV Eisenach typische Tugenden, die unseren Verein prägende DNA, gefehlt. Unsere zweite Mannschaft ist doch nominell gut besetzt, um in dieser Liga mithalten zu können“, blickt der junge Linksaußen Leif Katzwinkel auf die Partie am 3. Advent zurück. Der Klassenerhalt ist für den 19-Jährigen noch machbar, schließlich lägen etliche Teams im unteren Tabellendrittel weiterhin eng beieinander.
Die Tristesse auf den Rängen habe alles andere als beflügelt, so Qendrim Alaj. Bundesligahandball am Vorabend in der Halle und das zeitgleich via TV übertragene WM-Finale der Frauen hielt doch etliche Zuschauer ab. Ein Blick auf die Wechselbänke beider Teams sprach Bände. Bei den Gästen Emotionalität pur, jede gelungene Aktion in Abwehr und Angriff wurde bejubelt, beim ThSV Eisenach senkten sich rasch die Köpfe, kaum sicht- oder spürbare Emotionen.
Distanzwürfe zappeln in Serie im ThSV-Kasten
Der ThSV Eisenach II begann in ganz junger Besetzung, mit Leif Katzwinkel auf Links- und Marec Stupka auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, John Katzwinkel, Jannes Rehm und Armend Alaj im 4er Rückraum, Aron Büchner im Tor. Beim 4:4 (9.) leuchtete letztmalig ein Gleichstand an der Anzeigetafel. Distanzwürfe der Gäste zappelten immer wieder im Eisenacher Kasten. Auch mit der Einwechslung von Bastian Freitag ins ThSV-Gehäuse änderte sich daran nichts, Beim 8:12 (17.) rief Qendrim Alaj zur Auszeit, übernahm zudem selbst die Rolle des Spielgestalters auf dem Parkett. Die Gäste wechselten viel, rotierten kräftig. ThSV- Oldie Duje Miljak verließ verletzungsbedingt die Spielfläche, Conrad Ruppert kam als vorgezogene Deckungsspitze und als klassischer Kreisläufer im Angriff (21.). Das Eisenacher Fehlerfestival ging dennoch weiter. Der 39-jährige Tomas Pavlicek zirkelte das Leder aus der Hälfte der Gäste zum 11:16 ins verwaiste ThSV-Gehäuse. Philipp Gehnert düpierte den Eisenacher Innenblock zum 11:17 (24.). Mit dem taktischen Mittel des 7 gegen 6 verkürzte der ThSV Eisenach II bis zum Seitenwechsel. Der 16:19-Halbzeitstand ließ noch alles offen.
Zwischenhoch nur von kurzer Dauer/ThSV II resigniert
Gefahr drohte dem Gästegehäuse, wenn Ole Gastrock-Mey in Wurfposition gebracht wurde. Ein Zwischenhoch ließ die Gastgeber nach dem 20:25 (41.) durch Treffer von Qendrim Alaj, Ole Gastrock-Mey und Marec Stupka auf 23:25 verkürzen (42.). Der Anschlusstreffer fiel nicht. Während einer Auszeit besprachen sich die Gäste, trafen nach Wiederanpfiff zum 24:29 (49.). Nico Elias traf nach Belieben, erhöhte auf 25:31 (51.) und 27:34 (55.). Die Eisenacher resignierten, kassierten Zeitstrafen. Die Gäste schraubten, zur Freude ihres mitgereisten Anhanges, ihre Führung in die Höhe.
„Heimspiel“ gegen Plauen am Samstag in Breitungen
Das Heimspiel gegen den HC Einheit Plauen, der Rückrunden-Auftakt, trägt der ThSV Eisenach II am Samstag, 20.12.2025 um 19.30 Uhr im Sportzentrum Breitungen (Riegelsweg 1) aus. Durch eine Doppelbelegung steht die Werner-Aßmann-Halle am Samstag nicht zur Verfügung. Budenzauber, Hallenfußball, regiert hier von Freitag bis Sonntag. „Dass wir das Spiel für uns entscheiden müssen, nicht mit einer Negativserie in die Weihnachtspause gehen, liegt auf der Hand“, blickt Qendrim Alaj auf den Samstagabend. Er hofft auf Unterstützung vom Anhang der HSG Werratal. Seit Beginn dieser Saison gibt es ja eine Kooperation zwischen dem ThSV Eisenach und der HSG Werratal, tragen etliche THSV-Talente per Zweitspielrecht zum Höhenflug der Männer der HSG Werratal in der Oberliga bei.
Statistik
ThSV Eisenach: Büchner, Freitag; Brenner, Rehm, Stupka (5), Ruppert (1), Schlotzhauer, Miljak, Gastrock-Mey (8), Ukaj, Cech, A. Alaj (4), L. Katzwinkel (2), Q. Alaj (4/1), J. Katzwinkel (5)
SV GW Wittenberg-Piesteritz: Baum, Distelberg; Pavlicek (2), Kwoczalla, Schulz (1), Hemig (4), Liehr, Dubro (1), Elias (17/3), Giese, Beyer (2), Kolak (1), Gehlert (7), Krömke (1), Bielec. Matysiak (2)
Zeitstrafen
ThSV Eisenach II 8 x 2 Min, Rot für Gastrock-Mey nach 3. ZS (56.)
SV GW Wittenberg-Piesteritz 3 x 2 Min.
Siebenmeter
ThSV Eisenach II 1/1 – SV GW Wittenberg-Piesteritz 3/5
Schiedsrichter: Oliva/Herbst
Zuschauer: 157
Th. Levknecht
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