Im zweiten Abschnitt zu viele Torchancen ausgelassen
ThSV Eisenach unterliegt der MT Melsungen mit 27:29 (15:12) / Neuformierte Wartburgstädter schließen englische Woche mit 2:4 Punkten ab
„Unsere Abschlussquote im zweiten Abschnitt war zu niedrig“, konstatierte Sebastian Hinze, der Coach des ThSV Eisenach. Sein Team unterlag im thüringisch-hessischen Nachbarschaftsduell vor ausverkaufter Werner-Aßmann-Halle der MT Melsungen nach einer 15:12-Halbzeit-Führung mit 27:29. Der ThSV Eisenach schloss, wie der Vorjahres-Dritte aus Nordhessen, die englische Woche zum Saisonauftakt mit 2:4 Punkten ab.
Roberto Garcia Parrondo, der Trainer der MT Melsungen, sprach von einem „harten Match“ und einem „großen Kampf seiner Mannschaft in einer besonderen Atmosphäre“. Er hatte zwar Kapitän Timo Kastening wieder dabei, musste aber weiterhin auf einige Stammkräfte verzichten. Der Melsunger Coach wechselte für die Schlussviertelstunde mit Keeper Kristof Palasicz einen Unterschiedspieler ein, der das Melsunger Gehäuse regelrecht vernagelte. Vom 23:23 (48.) trafen seine Vorderleute hingegen zum 24:28 (58.). Mit dem taktischen Mittel des 7. Feldspielers setzten die Gäste über die linke Angriffsseite die big points. David Mandic versenkte von Linksaußen im zweiten Abschnitt 6 Bälle. Im jungen Florian Dorsten stand ein sicherer Siebenmeter-Werfer in den Reihen der MT Melsungen, der alle sieben seinem Team zuerkannte Strafwürfe sicher verwandelte. Der ThSV Eisenach hingegen brachte von sechs Siebenmetern nur drei unter.
ThSV Eisenach: Oskar Joelsson mit 6 Treffern bis zur Pause
„Will man gegen Melsungen gewinnen, muss man seine Torchancen nutzen“, betonte Sebastian Hinze. Über 60 Minute lag Eisenachs Wurfquote bei 64 Prozent, die der Nordhessen bei 74 Prozent. Im ersten Abschnitt dominierte allerdings der Gastgeber. „Ab der 10. Minute waren wir in der Abwehr sehr präsent, uns unterlief nur ein technischer Fehler“, konstatierte Eisenachs Trainer Sebastian Hinze. „Im ersten Abschnitt haben wir sehr gut verteidigt, im Angriff geduldig gespielt, das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, erläuterte Sebastian Hinze. Sein linker Rückraumspieler Oskar Joelsson netzte immer wieder ein. Mit seinem 4. Treffer markierte der schwedische Neuzugang das 4:1 für sein Team (7.). Jede gelungene Abwehraktion wurde gefeiert. Auf dem Parkett und den vollbesetzten Rängen. Tillman Leu rackerte im Deckungs-Innenblock. Nur beim 6:6 (15.) und 8:8 (23.) leuchtete ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Den Gäste- Rückraum bildeten anfangs wie erwartet Olle Forsell Schefvert, Dainis Kristopans und Nikolaj Enderleit „Die Melsunger Rückraumspieler Dainis Kristopans und Nikolaj Enderleit hatten wir weitgehend unter Kontrolle“, analysierte Eisenachs Rechtsaußen Gian Attenhofer. „Wir verteidigten sehr gut, kassierten nur 12 Gegentore bis zum Seitenwechsel, fanden im Angriff gute Lösungen“, unterstrich Peter Walz. Der Eisenacher „Capitano“ traf mit puren Energieleistungen im Nachsetzen zum 11:9 (24.) und 13:9 (26.), wurde dafür frenetisch gefeiert. ThSV-Keeper Matija Spikic unterstützte sein Team mit abgewehrten Bällen. Die Gäste um 2,15-Meter-Mann Dainis Kristopans versuchten es mit zwei Kreisläufern, vermochten die 15:12 Halbzeitführung der Gastgeber aber nicht zu verhindern. Oscar Joelsson hatte mit seinem 6. Treffer eingenetzt.
MT Melsungen über links erfolgreich
Mit einem ausgelassenen Siebenmeter (Max Beneke) startete der ThSV Eisenach in den zweiten Abschnitt, behauptete aber zunächst die Führung. Fynn Hangstein bediente den heranbrausenden Max Beneke, der zum 16:14 einwuchtete (34.). „Ich bin unglaublich stolz, dass wir das durchgehalten haben und nicht weggebrochen sind“, bemerkte Melsungens Olle Forsell Schefvert. Langsam begann die Gala der MT Melsungen über die linke Angriffsseite, zogen sich die Referees mit ihren Entscheidungen den Zorn der Eisenacher (auf und neben dem Parkett sowie auf den Rängen) zu. Unter Druck unterliefen den Hausherren technische Fehler verbunden mit Ballverlusten. David Mandic traf per Gegenstoß zum 18:18. „Wir fanden im Angriff nicht so gute Lösungen wie vor der Halbzeitpause“, gestand Peter Walz. Die Nordhessen initiierten mit dem 7. Feldspieler Angriff auf Angriff über die linke Seite, von David Mandic von Linksaußen abgeschlossen. Weder Matija Spikic noch der eingewechselte Silvio Heinevetter vermochten im ThSV-Kasten die Würfe des Kroaten abzuwehren. Gian Attenhofer (über Rechtsaußen) und Fynn Hangstein (vom Strich) brachten den ThSV Eisenach beim 20:19 (42.) und 21:20 (44.) nochmals in Führung. „Mit der offensiveren Variante des 7 gegen 6 der Melsunger bekamen wir Probleme, nutzten unsere Torchancen nicht“, bekannte Gian Attenhofer. Im Eisenacher Angriff klemmte die Säge. Als Volltreffer erwies sich – aus Sicht der Melsunger – der Wechsel auf der Torwartposition. Kristof Palasics ließ nur noch 5 Eisenacher Treffer zu. Er parierte beim Stand von 22:22 auch den Ball von Peter Walz vom Kreis (45.). Nach dem Treffer zum 22:23 (47.) und einer Auszeit operierte der ThSV Eisenach im Angriff mit zwei Kreisspielern, mit Peter Walz und Philipp Meyer. Letzter traf aus dem linken Rückraum (!) zum 23:23 (48.), gleichzeitig zum letztmaligen Gleichstand. „Wir erarbeiteten uns gute Torchancen, brachten das Leder aber nicht unter“, ärgerte sich Sebastian Hinze. „Melsungen agierte abgezockt“, so Peter Walz. Die Eisenacher fighteten auch nach 24:28 (58.). Max Beneke und Vincent Büchner verkürzten auf 26:28. Die Gäste griffen zur Beruhigung zur Auszeit. Tim Kastening wurde danach freigespielt, der zum 26:29 traf. Max Beneke besorgte den 27:29-Endstand.
Nationalspieler Luca Witzke bald in Nordhessen?
„Es ist schon außergewöhnlich, mit diesem Kader hier zu bestehen“, lobte MT-Sportvorstand Michael Allendorf sein Team. Anders als sonst richtete er nach der Partie in der Kabine einige Worte an die Mannschaft: „Ich bin mega-stolz auf die Jungs.“
Mittlerweile ist bekannt, dass sich Melsungens Rückraumspieler Uladzislau Kulesh beim Auswärtsspiel in Gummersbach einen Mittelhandbruch zugezogen hat und damit einige Zeit ausfallen wird. „Seit der Diagnose vom Freitagnachmittag schauen wir nach kurzfristigen Verstärkungen“, sagte Sportvorstand Michael Allendorf der „HNA“. Er räumt ein, dass sich die MT auch mit Luca Witzke beschäftigt. Zuvor hatte die Bild-Zeitung vom Interesse der Melsunger am deutschen Nationalspieler berichtet, der nach seinem Wechsel bei der SG Flensburg-Handewitt bislang kaum Einsatzzeiten bekommen hat.
Statistik
ThSV Eisenach: Spikic 1.-44. u.52.-60/ 7 Paraden – 22 Gegentore), Heinevetter (bei 2 Siebenmtern und 44.-52. Min./ 0 Paraden – 7 Gegentore); Joelsson (6), Reichmuth, Beneke (4), Hangstein (4/2), Attenhofer (2), Walz (3), Aellen (1), Meyer (2), Antonijevic, Seitz, Kurch, Büchner (4), Saul, Leu (1)
Trainer: Sebastian Hinze
MT Melsungen: Palasicz (5 Paraden – 5 Gegentore), Bartucz (1.-45./ 4 Paraden – 22 Gegentore); Marchan, Enderlei (3), Mandic (7), Sipos, Kristopans (3), Ignatow, Drosten (8/7), Arnarsson (2), Soler (1), Schefvert (3), Andrei, Villaplana (1), Eickhoff, Kastening (1)
Trainer Roberto Garcia Parrondo
Siebenmeter
ThSV Eisenach: 3/6
MT Melsungen: 7/7
Zeitstrafen
ThSV Eisenach: 3 x 2 Min.
MT Melsungen: 2 x 2 Min.
Schiedsrichter: Christian vom Dorff/ Fabian vom Dorff
Zuschauer: 2.850
Spielfilm: 4:1 (7.), 6:6 (15.), 14:11 (28.), 15:12 (30.), 18:18 (40.), 22:23 (47.), 24:28 (58.), 26:28 (59.), 27:29 (60.)
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