Ein bisschen Hoffnung bleibt nach Sieg in Glauchau

Die Tür zum Klassenerhalt bleibt einen winzigen Spalt auf - Der ThSV Eisenach II siegt beim HC Glauchau/Meerane mit 33:29 (20:12), muss die restlichen zwei Punktspiele gewinnen und auf kräftige Schützenhilfe hoffen

Das Team des ThSV Eisenach II in Glauchau v.l.: Armend Alaj, Aron Büchner, Stanislaw Gorobtschuk, Max Schlotzhauer, Julian Rothhämel, Duje Miljak, Tim Nothum, Marec Stupka, Leif Katzwinkel, Conrad Ruppert, Jannes Rehm, Ole Gastrock-Mey, Louis Kryeziu, Julius Brenner, Ardit Ukaj, Qendrim Alaj - Foto: Th. Levknecht

Der ThSV Eisenach II war mit der festen Absicht gestartet, im Kellerderby beim HC Glauchau/Meerane einen 6-Tore-Sieg zu landen, um bei möglicher Punktgleichheit das direkte Duell durch das Torverhältnis für sich zu entscheiden. In eigener Halle hatte der ThSV Eisenach II mit 25:30 gegen den HC Glauchau/Meerane verloren. Dank 10 Treffern (aus 10 Versuchen) von Ole Gastrock-Mey und einer starken Abwehr mit den Routiniers Duje Miljak (im Deckungs-Innenblock) und Stanislaw Gorobtschuk (im Tor) führte der ThSV Eisenach II zur Halbzeit mit 20:12. Die Hausherren stellten mit Wiederanpfiff auf eine etwas offensivere Abwehr um, traten frühzeitig gegen Ole Gastrock-Mey heraus, schlossen ihre Angriffsaktionen erfolgreich ab, verkürzten bis auf 3 Treffer (23:26/49.). Die Eisenacher fanden danach wieder gute Lösungen, profitierten von den individuellen Qualitäten von Armend Alaj, trafen durch den Nationalspieler des Kosovo zum 23:30 (54.). Und auch beim 25:32 (Marec Stupka, 57.) schien der gewünschte 6-Tore-Sieg greifbar. Gegen die nun zur offenen Manndeckung übergegangenen Hausherren ließen die Eisenacher beste Torchancen aus oder verloren das Leder durch technische Fehler. Der Tabellen-Vorletzte verkürzte noch bis auf 4 Treffer zum 29:33-Endstand. „Im ersten Abschnitt setzten wir unseren Matchplan erfolgreich um. Nach dem Seitenwechsel sind wir in alte Muster verfallen, boten nur noch Standhandball. Armend Alaj hat uns da geholfen. Wir vermochten den Anspruch, den wir selbst an uns haben, nicht zu erfüllen. In der Crunchtime unterliefen uns zu viele Fehler“, ärgerte sich Keeper Stanislaw Gorobtschuk, der in seiner Rolle als Torwarttrainer und Teammanager der Bundesligamannschaft des ThSV Eisenach erst in der Nacht vom Auswärtssieg bei GWD Minden zurückgekehrt und schon am Mittag in den Mannschaftsbus der Zweiten gestiegen war, um dieser im Abstiegskampf zu helfen. „Wir werden sehen, was der Sieg in Glauchau wert ist“, sinnierte Stanislaw Gorobtschuk, während seine Mitspieler „Auswärtssieg“-Gesänge anstimmten. ThSV-Spielertrainer Qendrim Alaj sprach von Stolz auf einen Start-Ziel-Sieg.

 

Trotz Sieg weiter Tabellen-Schlusslicht

Der ThSV Eisenach II bleibt, punktgleich mit dem HC Glauchau-Meerane, Tabellen-Schlusslicht. Um die günstige Konstellation in diesem Jahr mit nur zwei Absteigern nutzen zu können, braucht der ThSV Eisenach II zwei eigene Siege in den verbleibenden Spielen gegen die HG Köthen (am 09.05.2026 in eigener Halle) und am 16.05.2026 bei der SG Grün-Weiß Wittenberg/Piesteritz sowie kräftig Schützenhilfe.

Mit 20 Punkten belegen die SG Grün-Weiß Piesteritz und die HSG Freiberg die Tabellenplätze 11 und 12. Der HC Aschersleben rangiert mit 18 Zählern auf dem 14. Platz. Die direkten Vergleiche gegen die Mitkonkurrenten HC Ascherleben (nach einem 36:32-Heim-Sieg und einer 31:40-Niederlage in Aschersleben), gegen den SV Oebisfelde (30:38-Niederlage in Oebisfelde, 27:28-Niederlage im Heimspiel) und nun auch gegen den HC Glauchau-Meerane (25:30 Niederlage und 33:29-Sieg) hat der ThSV Eisenach II verloren. Lediglich gegen die HSG Freiberg stehen zwei Siege (37:32 und 27:26) in der Saisonbilanz. Um das direkte Duell mit der SG G-W Wittenberg/Piesteritz noch für sich zu entscheiden, braucht es - nach der 29:38-Niederlage im Heimspiel - am letzten Spieltag einen 10-Tore-Auswärtssieg. Die Tür zum Klassenerhalt bleibt einen winzigen Spalt auf. Grundvoraussetzung, zwei eigene Siege und die SG G-W Wittenberg/Piesteritz punktet in ihrem nächsten Spiel selbst nicht.  

 

Ole Gastrock-Mey mit 10 Treffern in der ersten Halbzeit

Ballsicher, mit viel Bewegung, geduldig und mit klugen Kreuzungen löste der ThSV Eisenach II im ersten Abschnitt der Partie den Abwehrverbund der Heimmannschaft auf und sorgte für die entscheidenden Lücken, in die Ole Gastrock-Mey immer wieder mit Power und Überzeugung stieß. Im Abwehrzentrum bekam der starke Mittelblock mit Duje Miljak und Ole Gastrock-Mey meist rechtzeitig die Hilfe der Nebenmänner. Was dennoch durchkam, wurde vielfach eine Beute von Torhüter Stanislaw Gorobtschuk. „Wir standen in der Abwehr super“, befand Julius Brenner zur 1. Halbzeit. „Uns unterliefen wenige eigene Fehler“, ergänzte Marec Stupka. „Der Ball lief sicher durch unsere Reihen bis zur besten Wurfposition. Unsere Deckung im Verbund mit Stani Gorobtschuk riegelte ab“, blickte Qendrim Alaj auf die ersten 30 Minuten. Sein Team lag kein einziges Mal in Rückstand. Nur beim 1:1 leuchtete ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Gegen die Würfe von Ole Gastrock-Mey waren die Keeper der Gastgeber, der 43-jährige Ludek Kylisek und der 38-jährige Thomas Poschbeck, machtlos. Der Eisenacher Rückraumkanonier zog aus der Distanz ab, marschierte auch in die Nahtstellen der Abwehr, traf zum 2:5 (11.), 9:14 (23.) und mit drei Treffern in Serie zum 12:20-Pausenstand.  Zehn Treffer aus 10 Versuchen standen für ihn bis zur Halbzeitsirene in der Statistik.

Kapitale Schnitzer in der Schlussminute

Nach Wiederanpfiff operierten die Hausherren mit einem vorgezogenen Deckungsspieler, attackierten Ole Gastrock-Mey frühzeitig. „Wir fanden nicht die passenden Lösungen“ gestand Julius Brenner. Marec Stupka ärgerte sich über Ballverluste. „In manchen Situationen stellten wir uns unclever an“, fügte der junge Linkshänder hinzu. „Wir suchten zu schnell den Torabschluss“, merkte auch Qendrim Alaj kritisch an. Er setzte auf 4 Rückraumspieler. Unter Druck verlor der ThSV Eisenach II immer wieder das Leder. „Diese Gastgeschenke nehmen wir gern an“, kommentierte der Hallensprecher den Treffer zum 17:21 durch Ludwig Hagen ins leere ThSV-Tor (37.). „Doch wir behaupteten unseren 5 bis 6-Tore-Vorsprung“, vermerkte Marec Stupka. Sein Teamkollege Armend Alaj traf zum 19:25 (44.) und 20:26 (46.). Jannes Rehm, Julius Brenner und auch der junge Tim Nothum standen inzwischen auf dem Parkett. Dem für den verletzt ausgeschiedenen Julius Brenner eingewechselten Julian Rothhämel unterliefen zwei technische Fehler. Der THSV Eisenach II kehrte zur klassischen Formation, mit Conrad Ruppert als Kreisspieler, zurück. Duje Miljak kassierte eine umstrittene zweite Zeitstrafe (46.). Eine falsche Einwurf-Entscheidung brachte die Hausherren in Ballbesitz. Qendrim Alaj setzte einen Siebenmeter-Ball ans Holz (48.). Eisenachs Abwehr verlor zusehends ihre Kompaktheit. Beim 23:26 (49.) war der Vorsprung auf 3 Treffer geschmolzen. Die Eisenacher befreiten sich aus dem Tal, trafen zum 23:27 (Ruppert/49.), 23:28 (Stupka/50.) sowie zum 23:29 und 23:30 (jeweils durch Armend Ala, 52./53.). Ole Gastrock-Mey markierte mit seinem 13. Treffer das 25:31 (56.). „Wir haben uns zurückgekämpft“, wollte Qendrim Alaj nicht unerwähnt lassen. Die Hausherren waren zur offenen Manndeckung übergegangen. Stanislaw Gorobtschuk parierte einen Gegenstoß. Marec Stupka verwertete ein Zuspiel des eingewechselten Louis Kryeziu zum 25:32 (57.). Der gewünschte 6-Tore-Sieg schien ganz nah. Der 17-jährige Louis Kryeziu verfehlte freistehend das Tor (58.), Marec Stupka kassierte wegen Reklamierens eine Zeitstrafe (58.). Sebastian Poppitz versenkte binnen weniger Sekunden zwei Bälle zum 28:32 (59.). Einen Ballverlust nach einer Eisenacher Auszeit nutzend!  Julius Brenner lochte zum 28:33 ein (60.). Ardit Ukaj steuerte per Gegenstoß den Kasten des HC Glauchau/Meerane an - und scheiterte. Oleh Ivancenko nutzte die Fassungslosigkeit in den Eisenacher Reihen praktisch mit der Sirene zum 29:33. Ein Direktvergleich beim möglichem Punktgleichstand am Saisonende würde für den HC Glauchau/Meerane ausgehen.

Die Spielpaarungen der für den ThSV Eisenach II noch erreichbaren Teams

SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz (20 Punkte): Bernburg (A), ThSV II (H)

HSG Freiberg (20 Punkte): Plauen (A), Elbflorenz II

HC Aschersleben (18 Punkte): Oebisfelde (H), Bad Blankenburg (A)

HC Glauchau/Meerane (16 Punkte): Halle (A), Pirna-Heidenau (H)

Der ThSV Eisenach II müsste zwei dieser Mannschaften hinter sich lassen.

 

Statistik HC Glauch/Meerane – ThSV Eisenach II 29:33 (12:20)

HC Glauchau/Meerane: Kylisek, Poschbeck; Poppitz (5), Cal (1), Ludwig (4), Döhler (1/1), Rülke, Esche, Cornelius (8), Piller (1), Drechsel, Kreutz (5/1), Pfeil (1), Schürer, Ivanchenko (3), Naumann

ThSV Eisenach II: Gorobtschuk, Büchner; Brenner (1), Rehm, Nothum, Stupka (4), Ruppert (4), Miljak, Schlotzhauer, Kryeziu, Gastrock-Mey (13), Ukaj, A. Alaj (8), Katzwinkel, Q. Alaj (3), Rothhämel

Siebenmeter:

HC Glaucha:u/Meerane 2/3 – ThSV Eisenach II 0/1

Zeitstrafen

HC Glauchau/Meerane 4 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 4 x 2 Min.

Schiedsrichter: Baier/Töpfer

Zuschauer: 131 in der Sachsenlandhalle Glauchau

Th. Levknecht

 

 

Spielertrainer Qendrim Alaj bejubelt mit seinem Team den Sieg in der Sachsenlandhalle Glauchau - Foto: Th. Levknecht
Unsere Zweite dankt nach dem Abpfiff den mitgereisten Fans - Foto: Th. Levknecht