Land unter nach dem eigenen Anschlusstreffer
ThSV Eisenach II trifft zum 25:26 und verliert die folgenden 11 Minuten mit 1:14, unterliegt amtierenden MHV-Regionalliga-Meister Concordia Delitzsch mit 26:40 (11:15)

Am Samstagabend moderierte Armend Alaj den 29:28-Bundesligasieg des ThSV Eisenach über die HSG Wetzlar am Hallenmikrofon, hatte dabei seinen Anteil an der famosen Stimmung in der Werner-Aßmann-Halle. Tags darauf war der Nationalspieler des Kosovo mit der zweiten Männermannschaft des ThSV Eisenach im Punktspiel der Regionalliga Männer des Mitteldeutschen Handballverbandes selbst am Ball, die den amtierenden Meister NHV Concordia Delitzsch empfing. Armend Alaj hätte auch hier gern gejubelt, fightete trotz Knieproblemen mit dem ihn stets auszeichnenden kämpferischen Einsatz, markierte auch 5 Treffer. Die Gäste lagen ab dem 8:9 (15.) ständig vorn, führten zwischenzeitlich mit 5 Toren (15:20), gerieten bei der Aufholjagd des ThSV Eisenach II allerdings mächtig ins Wanken. Beim 25:26 (49.) versenkte Kapitän Julian Rothhämel zum Anschlusstreffer. Danach zahlte der Aufsteiger aus der Oberliga Thüringen kräftig Lehrgeld. Im Bestreben, die Partie zu kippen, forcierte das junge Team das Tempo, wurde zu unvorbereiteten Torwürfen aus ungünstigen Positionen angesetzt, unterliefen technische Fehler in Serie. Die routinierten Gäste konterten, sehr zur Freude ihres mitgereisten Anhanges, die Eisenacher aus, entschieden die letzten 11 Minuten mit 14:1 für sich. Sie trafen immer wieder über ihre rechte Angriffsseite, von der Tom Hanner (9 Treffer) in Serie einnetzte. So endete die Partie 26:40 (11:15). Prominenter Zuschauer: Ex-Nationaltorwart Silvio Heinevetter, in ganz jungen Jahren bei Concordia Delitzsch, jetzt im gereiften Handballalter beim ThSV Eisenach.
Armend Alaj: Wir sind die letzten 11 Minuten komplett auseinandergebrochen
„Wir haben bis zur 49. Minute ein Super-Spiel gezeigt, dem Regionalliga-Meister Paroli geboten. Nachdem wir bis auf einen Treffer verkürzt hatten, haben wir zu viele Bälle weggeworfen, unterliefen uns 9 technische Fehler, gelang uns selbst nur noch ein einziger Treffer. Wir sind die letzten 11 Minuten komplett auseinandergebrochen. Das frustriert. Der Sieg der Gäste geht in Ordnung, aber nicht in dieser Höhe. Wir haben 49 Minuten gut dagegengehalten und gezeigt, dass wir in diese Liga gehören. Ein großer Dank geht an unsere Fans, die uns so lautstark unterstützt haben“, konstatierte Armend Alaj.
Kapitän Julian Rothhämel: Eigentlich lag das Momentum auf unserer Seite
Kapitän Sven Rothhämel sprach von einer in dieser Höhe ärgerlichen Niederlage. „Beim Anschlusstreffer ist das Momentum eigentlich auf unserer Seite, doch dann rennen wir kopflos nach vorn. Wir müssen es lernen, den Kopf über 60 Minuten oben zu behalten. Dann werden wir auch wieder punkten“, so der vom SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim gekommene Rückraumspieler.
Delitzsch-Trainer Jan Jungandreas: Ein in dieser Höhe nicht erwartete Sieg
Die Gäste aus Sachsen, amtierender Meister, als Favorit angereist, mussten auf ihren Kreisspieler Thomas Oehlrich verzichten. Der 41-Jährige half zur gleichen Zeit bei seinem Ex-Verein SC DHfK Leipzig im Erstliga-Punktspiel gegen den THW Kiel (Endstand 34:41) aus. „Wir wussten im Vorfeld nicht so richtig, was uns erwartet. Wir waren erfreut über die stimmungsvolle Kulisse. Ich war erfreut über den in die Halle ziehenden Brautwurstgeruch, den ich sehr gern rieche“, leitete Jan Jungandreas, der Trainer von Concordia Delitzsch, sein Fazit ein. Das Spiel sei im ersten Abschnitt sehr zerfahren gewesen. „Uns unterliefen ein paar Fehler zu viel, Eisenach unterliefen ein paar Fehler zu viel. Kritisch zu bewerten war über weite Strecken unsere Chancenverwertung. In der Schlussphase schienen wir mehr Körner zu haben, fehlten dem Gastgeber Alternativen. Ballgewinne nutzten wir mit aller Konsequenz zu Treffern. Dass wir vielfach mit hoher Effizienz über die rechte Seite abschlossen, hat sich erst ergeben. Unser Plan war, den Mittelblock anzugreifen. Der 14:1-Lauf während der letzten 11 Minuten spricht für uns, führte zu einem in der Höhe nicht erwarteten Sieg“, bilanzierte der Delitzscher Trainer.
ThSV-Spielertrainer Qendrim Alaj: Eine knappe Niederlage wäre dem Spiel gerecht geworden
Der ThSV Eisenach II hatte mit Aron Büchner erneut nur einen Torhüter zur Stelle. Christian Trabert und Bastian Freitag standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Aron Büchner war mit 12 abgewehrten Bällen ein ausgesprochen solider Rückhalt. „Wir spielen 49 Minuten auf Augenhöhe, kreieren im ersten Abschnitt sogar die besseren Torchancen, kämpfen uns nach einem 5-Tore-Rückstand bis auf einen Treffer zurück. Die Halle ist da, die Lautstärke von den Rängen steigt. Bei drei perfekt ausgespielten Angriffen werfen wir die Bälle einfach weg. Eine Top-Mannschaft wie Concordia Delitzsch bestraft unsere Fehler gnadenlos. Eine knappe Niederlage wäre dem Spiel gerecht geworden“, befand Qendrim Alaj, der Spielertrainer und Angriffsregisseur des ThSV Eisenach II.
Zum Spielverlauf
Der ThSV Eisenach II startete mit Leif Katzwinkel auf Links-ö und Marec Stupka auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Qendrim Alaj und Armend Alaj im Rückraum, Conrad Ruppert am Kreis und Aron Büchner im Tor. Julius Brenner löste zunächst Qendrim Alaj für Abwehraufgaben ab. Später kam auch Duje Miljak in der Defensive, bildete mit Ole Gastrock-Mey den Innenblock. Auch Jannes Rehm kam zur Verstärkung der Abwehr. Auch die Gäste agierten mit einem Angriffs- und Abwehrwechsel. Sie setzten von Beginn auf ihre körperliche Robustheit, versenkten aus der Distanz (5:7/12.). Die Eisenacher mussten sich ihre Torchancen aufwendig erarbeiten, brachten ihren Kreisspieler Conrad Ruppert in Wurfposition, der auch verwandelte, wie zum 8:8 (14.). Per Heber von Linksaußen markierte Leif Katzwinkel das 9:10 (16.). Beiden Teams unterliefen etliche technische Fehler. Ole Gastrock-Mey bediente Conrad Ruppert, der zum 10:11 einlochte (18.). Ein präziser Wurf von Qendrim Alaj zappelte zum 11:12 im Gästekasten (23.). Dem ThSV Eisenach II misslang ein Kempa, Qendrim Alaj brachte vom Strich das Leder nicht am Gäste-Keeper Max Neuhäuser vorbei (25.). Delitzsch schloss hingegen erfolgreich ab. Mit einem verwandelten Strafwurf besorgte Maximilian Amtsberg den 11:15-Pausenstand.
In der Rückraumbesetzung Julius Brenner, Julian Rothhämel und Armend Alaj ging der ThSV Eisenach II in die zweite Spielhälfte. Der wurfgewaltige Tom Hanner (aus dem rechten Rückraum) und Niclas Reinhardt (per Tempogegenstoß) trafen zum 11:17 (32.). Armend Alaj scheiterte am Holz. Dann doch ein Eisenacher Kempa-Treffer, vollendet von Armend Alaj zum 15:19 (37.), der sich dabei verletzt, gestützt das Spielfeld verlassen musste, später aber zurückkehrte. Qendrim Alaj, Julian Rothhämel, Marec Stupka und Julius Brenner verkürzten auf 19:21 (42.). Der Favorit wackelte. Doch er traf aus der mit Rechtshändern besetzten rechten Angriffsseite. Nach einer Parade von Aron Büchner startete Marec Stupka über die rechte Seite durch, wurde von Martin Bielicki zu Fall gebracht, der dafür die rote Karte kassierte, „gemäß Regel 8:5a, Verursachung eines tatsächlichen Verlustes der Körperkontrolle bei einer Außenwurfaktion“, wie im Spielbericht notiert. Qendrim Alaj verwandelte den fälligen Strafwurf zum 21:23 (45.). Der energisch nachsetzende Conrad Ruppert drückte das Leder zum 22:23 über die Linie ab (46.). Der Ausgleichstreffer fiel nicht. Die Gäste nutzten Eisenachs Abwehrschwächen zu erfolgreichen Torwürfen über die rechte Seite, durch Dominik Eckart und Tom Hanner (zusammen 17 Tore!). Der sich steigernde Julian Rothhämel wuchtete zum 25:26 ein (49.). Jan Jungandreas rief sein Team mittels grüner Karte zusammen. Nach Wiederbeginn geriet dem ThSV Eisenach II das Spiel völlig aus dem Ruder. Die Gäste dankten für die Eisenacher Präsente in Form von Fehlern, trafen zum 25:30 (52.). Eine Eisenacher Auszeit änderte nichts. Die Trefferreigen der Gäste in Sekundenabständen fand seine Fortsetzung, auch mit ins leere Eisenacher Gehäuse versenkten Bällen. Keiner trat beim ThSV Eisenach II auf die Bremse. Der Delitzscher Rückraum mit Jacob Birke, Jacob Griehl und Tom Hanner hatte leichtes Spiel zum 26:36 (57.). Nur ein „Schönheitsfleck“ aus Sicht der Gäste, der Treffer von Armend Alaj. Die Gäste knackten mit zwei Treffern in der Schlussminute gar noch die 40-Tore-Marke.
Statistik
ThSV Eisenach II Büchner; Brenner (3), Rehm, Stupka (1), Ruppert (5), Schlotzhauer, Gastrock-Mey (2), Ukaj, Cech, A. Alaj (5), Katzwinkel (2), Q. Alaj (6/3), Rothhämel (2), Miljak
NHV Concordia Delitzsch: Neuhäuser, Alpers; Seifert, Amtsberg (3/3), Prautzsch (5), Eckardt (8), Bielicki, Birke (3), Schmidt (1), Griehl (2), Hanner (9), Reinhardt (6), Teichert (3)
Siebenmeter:
ThSV Eisenach II 3/5 – Concordia Delitzsch 3/3
Zeitstrafen:
ThSV Eisenach II 5 x 2 Min.
Concordia Delitzsch 2 x 2 Min, Rot für Bielicki nach grobem Foulspiel (44.)
Schiedsrichter: Oelsner/Pach
Zuschauer: 278
Th. Levknecht
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