Nachgefragt bei Manuel Zehnder
„Wir erwischten in der Offensive einen rabenschwarzen Tag.“
Nachgefragt bei unserem Rückraumspieler, der mit der Schweiz zum EM-Auftakt gegen Deutschland klar mit 14:27 verlor
Manuel Zehnder hat in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag schlecht geschlafen. Der 24-jährige Rückraumspieler des ThSV Eisenach nimmt gerade mit der Nationalmannschaft der Schweiz an der Europameisterschaft in Deutschland teil. Der Start ging für die Eidgenossen völlig daneben. Sie wurden vor über 53.500 Zuschauern im umgebauten Düsseldorfer Fußballstadion von der Nationalmannschaft Deutschlands regelrecht überrollt, unterlagen mit 14:27 (8:13). Die Schweizer fanden keine Mittel gegen die deutsche Abwehr, hinter der Torhüter Andreas Wolff mit einer Weltklasseleistung brillierte. Bis zur 19. Minute gelangen der Schweiz gerade 3 Treffer, Deutschland führte 9:3. Im zweiten Abschnitt verharrte die Schweiz lange Zeit bei 10 Treffern, endeten ihre Angriffszüge spätestens bei Keeper Andreas Wolff, der mit einer Fangquote von 61 Prozent zum „Player oft he match“ gekürt wurde. Im Vorwärtsgang unterliefen den Schweizern immer wieder technische Fehler.
Wir sprachen am Tag danach mit Manuel Zehnder
Erwischte Ihre Mannschaft einen rabenschwarzen Tag?
Was die Offensive betrifft, kann man das so sagen. Nur 14 eigene Treffer belegen das. Wir lieferten eines unserer schlechtesten Spiele, und das gerade im ersten Spiel der EM 2024. Wir fanden keine Lösungen. Der deutschen Abwehr mit einem überragenden Keeper gilt freilichmein Kompliment. Wir spielten zu statisch, nicht über die Breite, griffen immer wieder erfolglos über das Zentrum an. Wir haben es Deutschland leicht gemacht, wir haben uns einfach nicht clever angestellt.
Wie geht es nun für die Schweiz weiter?
Wir müssen uns deutlich steigern. Schlechter im Angriff als gegen Deutschland geht es ja nicht. Um noch eine Runde weiterzukommen, müssen wir wohl die beiden weiteren Gruppenspiele gewinnen. Am Sonntag treffen wir in Berlin auf Frankreich. Ein ganz schwererBrocken!
Die Partie fand vor über 53.500 Zuschauern in einem umgebauten Fußballstadion statt. Sind Handballspiele in solchen Arenen die Zukunft?
Ich stufe diese Partie als einmaliges und cooles Event ein. Das als die Zukunft des Handballs, des Hallenhandballs, kann ich mir nicht vorstellen. Arenen mit bis zu 20.000 Zuschauern sehe ich als zukunftsträchtig.
Erreichte die Spieler auf der ausgelegten Handballspielfläche die Stimmung aus dem weiten Rund?
Die Zuschauer auf den aufgestellten Tribünen am Spielfeldrand haben wir wahrgenommen. Beim Spiel selbst war uns nicht permanent bewusst, dass über 50.000 Menschen auf den Rängen des Fußballstadions saßen. Wir sahen eine große dunkle Wand.
Th. Levknecht
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