ThSV Eisenach heizt einem Titelanwärter kräftig ein
Unser Team schnuppert an einer Sensation, unterliegt bei Titelanwärter SG Flensburg-Handewitt knapp mit 31:33. Eine bravouröse Leistung unserer Mannschaft! Am Donnerstag soll im Heimspiel gegen Balingen der erste Doppelpunktgewinn verbucht werden. Sichert Euch rechtzeitig Euer Ticket: über diese Homepage oder auch telefonisch 076188849999

Der Titelanwärter wendete einen Fehlstart gerade so ab, der ThSV Eisenach schnupperte an einer Sensation. Die SG Flensburg-Handewitt benötigte einen Kraftakt, um die Wartburgstädter mit 33:31 (20:18) zu bezwingen. Positive Akzente setzte Neuzugang Elias Scholtes (5 Treffer aus 6 Versuchen). Gemeinsam mit Stephan Seitz könnte er in der gerade begonnenen Saison einen starken rechten Eisenacher Rückraum bilden. Vukasin Antonijevic beeindruckte in der zweiten Halbzeit als torgefährlicher Spielgestalter (4 Treffer aus 5 Versuchen). Der 22-jährige Serbe könnte eine gute Ergänzung zum gleichaltrigen Schweizer Felix Aellen auf der Spielmacherposition werden. In dieser so jungen Eisenacher Mannschaft steckt ganz viel Potential! Am Donnerstag, 03.09.2026 empfängt der ThSV Eisenach um 20.00 Uhr Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten
In einer zweiten Halbzeit auf Augenhöhe lag der ThSV Eisenach nach zwei Unterarmwürfen von Vukasin Antonijevic in der 54. Minute mit 30:28 vorn. Unbeeindruckt vom Pfeifkonzert bei jedem Ballbesitz! Die Treffer von Emil Jacobsen und des Ex-Eisenachers Marko Grgic zum 30:30-Ausgleich beantwortete Oskar Joelsson mit dem erneuten Eisenacher Führungstreffer. Emil Jakobsen egalisierte von Linksaußen für die Gastgeber zum 31:31 (56.). Dann wollten die Referees ein Offensivfoul von Vukasin Antonijevic gesehen haben. Die Gastgeber kamen in Ballbesitz. Emil Berholt versenkte vom Kreis zum 32:31 für den Favoriten. Eisenachs Dominik Solak scheiterte an Simon Möller, Neuzugang im Torhüterteam der Flensburger, der in der 40. Minute Routinier Benjamin Buric abgelöst hatte. Simon Ptytlick, der sich nach 39 Minuten einen Cut an der Augenbraune zugezogen hatte und einen blauen Turban verpasst bekam, tankte sich zum 33:31 durch (59.). ThSV-Coach Sebastian Hinze rief sein Team zusammen. Der anschließende Wurf von Kapitän Peter Walz verfehlte knapp das Flensburger Gehäuse. Die Flensburger riefen 24 Sekunden vor der Sirene zur Auszeit, wollten den fest eingeplanten Doppelpunktgewinn nicht gefährden. Diesen brachten sie dann auch über die Ziellinie. Erleichterung in der mit 6.300 Zuschauern gefüllten GGW Arena, die vormals Flens-Arena, Campushalle und GP JOULE Arena hieß.
Marko Grgic zollt seinem Ex-Verein ein großes Lob
„Es war ein kampfbetontes Spiel von beiden Seiten. Beide Teams haben sich nichts geschenkt. Der ThSV Eisenach setzte auf seine bekannte aggressive Abwehr. Ein großes Lob, wie Eisenach das gemacht hat. Die erste Halbzeit hatten wir unter Kontrolle, haben es aber verpasst, mit einer 4- oder 5-Tore-Führung entspannter in die Pause zu gehen. Der 3:0-Lauf nach Wiederanpfiff verlieh dem ThSV Eisenach zusätzliche Energie. Kurz vor dem Ende haben wir uns gefangen, sind zu Stabilität zurückgekehrt und haben mit effizienter Spielweise das Spiel an uns gerissen. Die Waage hätte sich auch zur anderen Seite neigen können, auch ein Remis war möglich. Wir sind froh, mit einem Sieg in die neue Saison gestartet zu sein“, fasste Flensburgs Rückraumspieler Marko Grgic, im Sommer 2025 von der Wartburg gekommen, die 60 Minuten zusammen.
„Mit langen Angriffen haben wir ein Top-Team der Liga geärgert.“
„Wir waren drauf und dran, bei einer Top-Mannschaft, einem Titelanwärter, zu punkten. Letztlich haben nur Nuancen gefehlt“, konstatierte Gian Attenhofer. Der Rechtsaußen wartete mit einer 100-Prozent-Wurfquote auf, hatte es nach dem Abpfiff eilige. Mit einem Sonderfahrzeug düste er nach Eisenach. Für den 24-jährigen Schweizer stand am Samstag um 10.00 Uhr ein Examen beim Jurastudium an. „Für uns war was drin“, betonte Elias Scholtes, der in ganz jungen Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen schon zu Bundesliga-Einsätzen kam. „Wir haben 60 Minuten humorlos unseren Stiefel heruntergespielt. Gegen eine Mannschaft der Top 3 der stärksten Liga der Welt! Mit langen Angriffen haben wir die Gastgeber geärgert. Ganz späte Tore führten zu deren Sieg“, erklärte der Linkshänder. So sah es auch Torhüter Mats Grupe, Neuzugang von Zweitligist Eulen Ludwigshafen. „Wir haben die Flensburger vor große Probleme gestellt, in der zweiten Halbzeit deren Tempo unterbunden. Sie mussten dann sogar zum 7 gegen 6 greifen. Doch dann hält Keeper Simon Möller zwei Bälle, wir schaffen es nicht, die big Points zu setzen. Unsere Gemütslage war nach dem Abpfiff als traurig zu bezeichnen, doch wir haben gesehen, wir sind auf richtigem Kurs“, vermerkte der 23-jährige Keeper. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert, einem absoluten Top-Team eingeheizt. Bei etwas mehr Konzentration in der Crunchtime wären ein oder gar zwei Punkte möglich gewesen. Wir schauen nach vorn, wollen am Donnerstag doppelt punkten“, blickt Vukasin Antonijevic auf das Heimspiel gegen Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten (Donnerstag, 03.09.2026 um 20.00 Uhr).
So sahen die Trainer die Partie
„Uns zeichnete über 60 Minuten ein gutes Angriffsspiel mit hoher Abschlussqualität aus. In der zweiten Halbzeit haben wir gegenüber der ersten, in der wir 20 Gegentore kassiert haben, besser gedeckt, standen viel enger. Uns gelangen Ballgewinne, die wir zu zwischenzeitlichen Führungen nutzten. Bitter, dass wir nach einem sehr guten Spiel nichts mitnehmen. Es hat noch nicht gereicht. Wir werden weiter intensiv arbeiten, um besser zu werden, um zu punkten“, konstatierte Sebastian Hinze, der Coach des ThSV Eisenach. Unzufrieden zeigte sich Ales Pajovic, der Trainer der SG Flensburg-Handewitt, über die erste Halbzeit. „Wir kassieren da 18 Gegentore. Einfach zu viel. Wir hatten Probleme im Mittelblock.“ Überhaupt, an der Verbesserung der Abwehr müsse gearbeitet werden. „Beim Rückstand von zwei Toren haben wir Charakter gezeigt“, unterstrich Ales Pajovic, der seine Neuzugänge Aymeric Minne und Simon Möller lobte. Aymeric Minne habe den Angriff „super gesteuert“.
Zum Spielverlauf
Treffer in der letzten Minute der ersten Halbzeit, die hoffen ließen
Die Wartburgstädter starteten mit Dominik Solak, Felix Aellen und Stephan Seitz im Rückraum, Felix Montebovi und Gian Attenhofer auf den Außenpositionen, Peter Walz am Kreis und Matija Spikic im Tor. Die Flensburger, die u.a. mit den Neuzugängen Emil Bergholt und Aymeric Minne in der Start-Sieben aufliefen, gaben schnell die Richtung vor. Das 5:2 (6.) vom neuen SG-Kapitän Bergholt sorgte für großen Jubel beim eigenen Anhang. Aymeric Minne machte auf sich aufmerksam. Der Mittelmann agierte spektakulär und mit großem Zug zum Tor. Marko Grgic, der Ex-Eisenacher, blieb zunächst auf der Bank. Die Eisenacher ließen nicht locker, dosierten erfolgreich das Tempo, glichen zum 8:8 (14.) aus. Der eingewechselte Elias Scholtes traf gleich zum 9:9 (15.). Nach einem Foul an Peter Walz entschieden die Unparteiischen auf Siebenmeter, doch Felix Aellen scheiterte an Benjamin Buric. Elias Scholtes sorgte für erhöhte Torgefahr. Ihn hatten die Gastgeber wohl nicht auf der Rechnung. Nach Videoanalyse erhielt Eisenachs Justin Kurch eine Zeitstrafe, nicht die von den Gastgebern geforderte rote Karte (25.). Auf Zuspiel von Oskar Joellson markierte Elias Scholtes den 16. Treffer des ThSV Eisenach (17:16) /26.). Die Hausherren setzten zum Schluss-Spurt der 1. Halbzeit an. Marko Grgic und Aymeric Minne erhöhten auf 20:16 (29.). „Doch wir ließen uns nicht schocken. Es bestand die Gefahr mit einem höheren Rückstand in die Pause zu gehen, dem begegneten wir mit unsererseits resolut abgeschlossen Angriffszügen“, rekapitulierte Gian Attenhofer. Er und Oskar Joelsson, dazu eine Parade des ins ThSV-Gehäuse eingewechselten Mats Gruppe, nur mit einem 2-Tore-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.
Bravourös fightende Eisenacher ohne Happy End in der Crunchtime
Mit einem 3:0-Tore-Lauf zu Beginn der zweiten Halbzeit verdutzte der Underdog aus Thüringen. David More traf zum 20:21 (34.). Die Flensburger schienen überrascht, patzten mehrfach. Eisenachs Abwehr setzte nun mehrfach ein Stopp-Zeichen. Der im rechten Rückraum agierende Marko Grgic und Simon Pytlick kurbelten das Angriffsspiel der Gastgeber an zum 24:22 (38.) an. Das geduldige Angriffsspiel der Eisenacher zerrte an den Nerven der Flensburger Mannschaft und ihres Anhangs. Elias Scholte glich zum 25:25 (45.) und Peter Walz zum 26:26 (47.) aus. Vukasin Antinijevic sorgte für frischen Wind. Die Eisenacher fighteten mit ganz viel Herzblut, vollendeten zum 28:30 (54.). Da staunten die Flensburger. Jene auf dem Parkett und jene auf den Rängen. Auch beim 30:31. Da drohte dem Titelanwärter zum Saisonstart eine böse Überraschung. Auch beim 30:31 (56.). „Leider belohnten wir uns letztendlich nicht“, ärgerte sich Elias Scholtes.
Statistik SG Flensburg-Handewitt - ThSV Eisenach 33:31 (20:18)
SG Flensburg-Handewitt: Buric (5 Paraden), S. Möller (ab 40./ 5 P.); Pytlick 7, Kirkelökke 3, Bergholt 5, Grgic 4, Horgen 1, Volz, Jakobsen 5/2, Arnarsson 1, Blagotinsek, Minne 6, Novak, L. Möller 1
ThSV Eisenach: Spikic (4 P.), Grupe (ab 25./ 3 P.); Joelsson 2, Scholtes 5, Capric, Attenhofer 5, Walz 3, Móré 2, Ende, Aellen 4, Solak 3, Antonijevic 4, Seitz 2, Kurch, Montebovi 1/1, Leu
Siebenmeter: Flensburg 2/2 – Eisenach 1/3
Zeitstrafen: Flensburg 0 – Eisenach 2 x 2 Min.
Schiedsrichter: Cesnik/Konrad
Zuschauer: 6.300 (GGW Arena, Flensburg)
Th. Levknecht
1. Handball Bundesliga
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