Stephan Seitz: Ich hoffe auf eine klare Rolle im Team
Nachgefragt bei unserem Neuzugang, in der Rückrunde der vergangenen Saison beim SC DHfK Leipzig, jenem Team, das wir am Samstag um 16.00 Uhr zum Saisonauftakt empfangen
Rückraumspieler Stephan Seitz gehört zu den 7 externen Neuzugängen des ThSV Eisenach. Der 1,93 Meter große und 93 Kilo auf die Waage bringende Linkshänder wurde am 12. Januar 2002 in München (im 36.000 Einwohner zählenden Stadtbezirk Allach-Untermenzing) geboren. In Allach legte er auch sein Abitur ab, nahm später ein Studium zum Wirtschaftsingenieur auf. Er begann im Alter von 4 Jahren mit dem Handball im Verein. Bis zur A-Jugend spielte er beim TSV Allach, vom Oktober 2021 bis Juli 2022 per Doppelspielrecht des HC Erlangen beim TuS Fürstenfeldbruck, gehörte von 2022 bis 2024 fest zum Bundesligakader des HC Erlangen. Ab Januar 2025 stand er beim SC DHfK Leipzig unter Vertrag. Nun trägt er das Trikot des ThSV Eisenach, trifft mit den Wartburgstädtern am Samstag, 30.08.2025 ab 16.00 Uhr zum Saisonauftakt im Thüringer Handballtempel auf seinen Ex-Verein SC DHfK Leipzig.
Stephan Seitz nahm sich eine Pause beim Aufbau einer Couch in seiner neuen Wohnung in Eisenach, um mit uns zusprechen.
Wie kommt ein Münchner zum Handball?
Die Handballhalle war in der Nähe. Auch wenn ich aus keiner Handballer-Familie stamme, haben mich meine Eltern beim Handballtraining, bei den Minis, angemeldet. Ich spielte aber parallel auch Fußball. Erst im Alter von 12 Jahren konzentrierte ich mich auf Handball. Beides wurde zu viel. Handball sagte mir mehr zu.
Sie spielten lange Zeit auf Rechtsaußen und im rechten Rückraum?
Flexibilität ist gut und die möchte ich mir auch beibehalten. Die Position im rechten Rückraum hat sich allerdings als die richtige für mich herauskristallisiert.
War Ihr Wechsel im Januar 2025 vom HC Erlangen zum SC DHfK Leipzig ein „Kompensationsgeschäft“ mit dem Wechsel von Viggo Kristjansson vom SC DHfK Leipzig zum HC Erlangen?
Ja. Das kam doch alles sehr überraschend. Ich hatte gerade meinen Vertrag in Erlangen verlängert, eigentlich damit gerechnet, länger bei den Franken zu bleiben. Ich hatte mich beim HC Erlangen sehr wohl gefühlt. Der Wechsel an sich und die Schnelligkeit der Umsetzung waren sehr überraschend. Im Nachhinein, aus sportlicher Sicht war es die richtige Entscheidung. Privat und emotional ist mir die Entscheidung binnen ganz weniger Tage schon schwergefallen.
Wie blicken Sie auf die Zeit beim HC Erlangen?
Sportlich hätte sie erfolgreicher sein können. Das Klima untereinander war gut. Ich habe zu einigen Spielern auch noch heute ein gutes Verhältnis. Mein Blick geht aber nicht zurück, sondern nach vorn.
Und nun ThSV Eisenach. Warum ThSV Eisenach? Wie kam der Wechsel zustande?
Mein Vertrag in Leipzig endete mit dem Ende der Saison 2024/2025. Man hört sich um, welcher Verein auf meiner Position jemanden sucht, welcher Verein in Frage kommen könnte, eine Option sein könnte. Der ThSV Eisenach erwies sich als beste Option. Und da Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach, in Leipzig wohnt und arbeitet, wurde die Entscheidung auf dem kurzen Weg getroffen.
Welche Hoffnungen, welche Erwartungen verknüpfen Sie mit dem ThSV Eisenach?
Ich will mit der Mannschaft den Klassenerhalt in der stärksten Liga der Welt schaffen. Das ist unser aller oberstes Ziel. Ich will mir mehr Spielzeit erarbeiten, über Spielpraxis mehr Sicherheit bekommen – und ich strebe eine klare Rolle in der Mannschaft an.
Will sich der U 19-Europameister und U 21-Weltmeister Stephan Seitz für die A-Nationalmannschaft empfehlen, eigentlich ein logischer Weg?
Mit diesem Thema beschäftige ich mich derzeit nicht. Natürlich, jeder würde sich darüber freuen….
Welche Stärken, wo am meisten Reserven, Nachholbedarf?
Zu meinen Stärken zähle ich das 1 gegen 1, Spielstärke und Spielübersicht. Reserven sehe ich in meiner körperlichen Entwicklung und Torgefahr aus dem Rückraum.
Was geht aus Ihrer Sicht diese Saison mit dem ThSV Eisenach?
Wie bereits erwähnt, wir ordnen alles unserem Ziel Klassenerhalt unter. Ich bin mir sicher, das gelingt uns auch.
Nun kommt der SC DHfK Leipzig mit Trainer Raul Alonso, mit dem Sie beim HC Erlangen zusammengearbeitet haben…?
Er war Sportdirektor und dann auch noch gleichzeitig Trainer, wurde dann von Hartmut Mayerhoffer abgelöst. Ich bin gut mit Raul Alonso zurechtgekommen.
Was ist er für ein Typ? Welche Handball-Philosophie ist seine?
Er weiß genau, was er spielen lassen will. Nahezu jede Spielphase wird genau geplant, wenig freies Spiel. Für alle gilt, sich genau an den Plan zu halten. Er setzte während der Zeit in Erlangen auf ein 1 gegen 1- lastiges System, Richtung dem des SC Magdeburg. Das kann sich natürlich geändert haben. Ich weiß nicht, ob das auch sein Plan in Leipzig ist.
Was erwarten Sie vom mitteldeutschen Derby am Samstag?
Ich durfte dieses Derby ja in der Rückrunde der vergangenen Saison spielen. Nach mehreren Derby-Niederlagen gegen den ThSV Eisenach gelang dem SC DHfK Leipzig ein Remis. Ich rechne am Samstag mit heiß umkämpften stimmungsvollen 60 Minuten. Wir alle im Team freuen uns auf die Stimmung in der Werner-Aßmann-Halle. Ich persönlich freue mich natürlich auch, Mitspieler aus meiner Zeit in Leipzig zu treffen. Ich habe mich gut mit ihnen verstanden.
Samstag zugleich Ihre Punktspiel-Premiere im ThSV-Trikot – und die gleich im Thüringer Handballtempel?
Beim Wartburg-Cup durften wir neue Spieler schon mal in die Atmosphäre in Eisenach hineinschnuppern. Die Punktspielpremiere im Thüringer Handballtempel ist natürlich was Besonderes. Gerade wir brauchen die Rückendeckung, die Unterstützung von den Rängen. Wir müssen in der Saison auf unsere Fans, auf unsere Heimstärke bauen.
Haben Sie ein Vorbild?
Als Kind war ich von Aron Pálmarsson fasziniert.
Was ärgert Sie an Mitmenschen besonders?
Es dauert lange, bis mich an einen Mitmenschen was besonders ärgert.
Sind Sie ein ruhiger oder eher ein emotionaler Typ?
Ich sehe mich eher als den ruhigen Typ. Im Spiel selbst wird es schon mal emotionaler. Doch insgesamt bin ich eher der ruhige Typ.
Was möchte Stephan Seitz mal über sich lesen?
Stephan Seitz hat mit dem ThSV Eisenach die Klasse gehalten.
Ihr Lieblingsessen?
Kaiserschmarrn.
Welche Musik hören Sie gern?
Ich höre wenig Musik, eher viele Podcast.
Stephan Seitz, vielen Dank für die Einblicke in Ihr Leben.
Th. Levknecht
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