ThSV Eisenach II kassiert 22 Gegentore binnen 30 Minuten
Nach knappem 16:17-Halbzeitrückstand setzt es beim SV Oebisfelde eine 30:38-Niederlage

Mit der festen Absicht, den zweiten Saisonsieg einzufahren, hatte der ThSV Eisenach II die weite Fahrt in die Nähe der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, zum SV Oebisfelde, angetreten. Beim Abpfiff jubelte jedoch der Gastgeber über seinen ersten Saisonsieg. Der ThSV Eisenach II verließ bedeppert die Hans-Pickert Halle, trat mit einer 30:38 (16:17) - Niederlage die über dreistündige Heimfahrt an.
Sicherlich beim Mitteldeutschen Handballverband zu hinterfragen, ob es den Durchführungsbestimmungen gerecht wird, wenn der einpeitschende Hallensprecher direkt neben Zeitnehmer und Sekretär sowie im Wechselraum steht. Die Schiedsrichter Martin Bilski und Danny Trumpf duldeten es.
„Zwei fest eingeplante Punkte haben wir nicht eingefahren“, konstatierte Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II. Im zweiten Abschnitt kassierte der ThSV Eisenach II 22 Gegentore. Diese hohe Zahl an Gegentoren resultierte auch aus einem Fehlerfestival im Angriff. Fehler ohne Druck oder körperlichen Kontakt mit den Gegenspielern gehörten dazu. Das setzte sich im unzureichenden Rückzugsverhalten fort. Nach dem Seitenwechsel stoppte die Abwehr der Hausherren im Verbund mit ihrem 41-jährigen Torhüter Thomas Drese die Angriffsbemühungen der Eisenacher. „Den Keeper der Gastgeber haben wir berühmt geworfen. Durch unser Unvermögen beim Abschluss“, konstatierte Qendrim Alaj, der auch selbst zwei Siebenmeter nicht unterbrachte. Er kreidete angesichts 30 markierter Auswärtstore der Abwehr die Hauptschuld für die klare Niederlage an. „Ganz klar, wir waren nette Gäste. Uns unterliefen zahlreiche Ballverluste, die Gastgeber dankten auf ihre Weise mit Gegenstößen. Uns fehlte die Struktur im Angriff, Unsortiertheit in der Abwehr kam hinzu. Im zweiten Abschnitt bekamen wir keinen Zugriff mehr, vermochten keine Aufholjagd zu starten. Den Kreisläufer und den Halbrechten des SV Oebisfelde vermochten wir nicht entscheidend einzuengen. Mit solch einer Leistung haben wir es extrem schwer, in dieser Liga zu bestehen“, fand Julian Rothhämel der Kapitän des ThSV Eisenach II, klare Worte zu Angriff und Abwehr.
„Bis zur Pause war alles offen. Wir hätten sogar mit einer Führung die erste Halbzeit abschließen können. Im zweiten Abschnitt haben wir uns mit der Vielzahl technischer Fehler letztendlich selbst ein Bein gestellt, wurden mehrfach ausgekontert“, schilderte der junge Marec Stupka den Spielverlauf aus seiner Sicht. Vom 17:18 (33.) trafen die Gastgeber zum 25:19 (41.). Immer hektischer werdende Eisenacher öffneten dem SV Oebisfelde alle Türen, um die Trefferausbeute aufzustocken (29:22, 48./33:24, 52.). Aron Büchner und der 17-jährige Lukas Mingram, aufgrund der Verletzungen bei Christian Trabert und Bastian Freitag ins Aufgebot gerückt, bekamen im ThSV-Kasten kaum eine Hand ans Leder. Sie fanden bei ihren Vorderleuten allerdings wenig Unterstützung..
Zum Spielverlauf
Hoffungsvolle erste Halbzeit
Der ThSV Eisenach II startete mit Ole Gastrock-Mey, Julian Rothhämel und Armend Alaj im Rückraum, Ardit Ukaj und Marec Stupka auf den Außenpositionen, Conrad Ruppert am Kreis und Aron Büchner im Tor. Obwohl hier schon Fehler unterliefen, stimmte die Auftaktphase optimistisch. Ole Gastrock-Mey zog scharf und platziert aus dem Rückraum ab, Marek Stupka traf von Rechtsaußen, Armend Alaj versenkte zum 3:4 (8.). Sehenswert der Treffer zwischen Armend Alaj und seinem kurzzeitig eingewechselten Bruder Qendrim Alaj zum 4:5 (11.). Ardit Ukaj schloss von Linksaußen zum 5:6 ab (12.). Eisenachs Abwehr bekam Martin Danowski, das Schwergewicht der Gäste am Kreis, nicht unter Kontrolle. Ole Gastrock-Mey und der inzwischen auch im Angriff mitwirkende Duje Miljak antworten zum 9:9 (17.). Der 13:11-Führung der Gastgeber ließen die Eisenacher ihre Treffer zum 14:15 (25./ Armend Alaj) und 15:16 (28./ Duje Miljak) folgen. Inzwischen stand auch Julius Brenner auf dem Parkett. Qendrim Alaj hatte beim 16:16 die neuerliche Führung auf der Hand, scheiterte vom Strich aber am Routinier im Kasten der Hausherren. Diese nutzten die verbliebenen Sekunden, um durch einen Danowski-Treffer mit einer Führung zu den Pausengetränken zu gehen.
ThSV Eisenach II erholt sich von 6-Tore-Rückstand nicht wieder
Duje Miljak und Armend Alaj versenkten nach Wiederanpfiff zum 17:18 (33.). Ardit Ukaj kassierte eine Zeitstrafe. Der SV Oebisfelde spielte seine Angriffe zum am besten postierten Mitspieler. Das war gleich drei Mal Justin Kalupke, der im Dreierpack zum 21:18 verwandelte (37.). Eine Eisenacher Auszeit und personelle Veränderungen änderten nichts. Die Oebisfelder schlossen zum 25:19 ab (41.). Wurfversuche der Eisenacher wurden geblockt, nach Technik- und Regelfehlern wanderte das Leder in die Reihen des vorjährigen Regionalliga-Achten. Schön anzusehen der Kempa zu Eisenachs 22. Treffer (47.), an der Anzeigetafel leuchteten da aber bereits 28 Tore für die Gastgeber. Eisenachs Defensive verdiente das Wort Abwehr nicht mehr. Die Hausherren schlossen, sehr zur Freude der 155 einheimischen Zuschauer, effizient ab, freilich von Eisenachs Abwehr leicht gemacht. Alexander Vogel lochte per Gegenstoß zum 33:24 ein (52.). Einen 10-Tore-Rückstand verhinderte das Team von der Wartburg. Die Youngster Leif Katzwinkel und Marek Stupka versenkten von den Außenpositionen. Völlig unnötig der übertriebene Einsatz von Euan Johnson. Der Oebisfelder wurde disqualifiziert. Maximilian Kleist traf zum 38:30-Endstand.
Mit dem SV Anhalt Bernburg empfängt der ThSV II am Samstag ein Ligaschwergewicht
Mit dem SV Anhalt Bernburg kommt am Samstag, 04.10.2025 um 19.30 Uhr ein Liga-Spitzenteam zum Regionalliga-Punktspiel in die Werner-Aßmann-Halle. An diesem Samstag bezog der SV Anhalt Bernburg in einem Torespektakel allerdings eine 38:44-Heimniederlage gegen Concordia Delitzsch.
Statistik
SV Oebisfelde: Drese, Köhler; Schirmer, A. Vogel (5), A. Kalupke, Johnson (6), Khalil, Köhler, S. Vogel, J. Kalupke (10), Leist (4), Breiteneder (5), Wanzek, Danowski (8/2), Meichsner, Steiner
ThSV Eisenach II: Büchner, Mingram; Brenner (1), Rehm, Stupka (3), Ruppert, Schlotzhauer, Gastrock-Mey (5), Ukaj (1), Cech, A. Alaj (8/1), Katzwinkel (3), Q. Alaj (4/1), Rothhämel, Miljak (5)
Siebenmeter:
SV Oebisfelde 2/2 – ThSV Eisenach II 2/4
Zeitstrafen:
SV Oebisfelde 6 x 2 Min., Disqualifikation Johnsson (60.)
ThSV Eisenach II 6 x 2 Min.
Schiedsrichter: Bilski/Trumpf
Zuschauer: 155
Th. Levknecht
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