Unser Team kocht auch Frisch Auf! Göppingen ab

Beeindruckende Heimstärke! Gemeinsam sind wir stark! Auch Frisch Auf! Göppingen wurde im Thüringer Handballtempel abgekocht/ Wartburgstädter legen in der ersten Halbzeit den Grundstein zum 31:27 (16:9) -Erfolg/ Fynn Hangstein und Felix Aellen mit 100-Prozent-Wurfquote/ Nicht zu stellen war Stephan Seitz

Fynn Hangstein erwischte einen Sahnetag, zeigte seine beste Leistung nach seiner Rückkehr vom TuS Nettelstedt-Lübbecke. - sportfotoseisenach

Der ThSV Eisenach demonstrierte eindrucksvoll seine Heimstärke! Zwei Tage nach der 26:27-Niederlage beim Bergischen HC zeigte er sein Heimgesicht, bejubelte in der mit 2.850 Zuschauern erneut rappelvollen Werner-Aßmann-Halle einen 31:27 (16:9) -Erfolg über Frisch Auf! Göppingen, verbuchten damit die Pluspunkte 12 und 13. Alle im Thüringer Handballtempel geholt. Dieser kochte und brodelte auch an diesem Abend von Beginn. „Wir profitierten erneut von der durch unsere Fans ausgestrahlten unfassbaren Energie“, betonte Eisenachs Linksaußen-Spieler Timothy Reichmuth. „Ich bin stolz auf unsere junge Mannschaft, nach den zwei Auswärtsniederlagen doppelt gepunktet zu haben“, unterstrich Eisenachs Coach Sebastian Hinze.  Unbeeindruckt vom Hexenkessel leitete der am Spieltag seinen 42. Geburtstag feiernde Robert Schulze gemeinsam mit Tobias Tönnies gewohnt souverän die Partie. Während der Erwärmung war eine Kamera der Torlinienkontrolle abgestürzt, hätte fast Eisenachs Felix Aellen getroffen. Dieses technische Hilfsmittel brauchten Deutschlands Top-Schiedsrichter an diesem Abend auch nicht.

Einen wahren Sahnetag erwischte Fynn Hangstein. Der 25-jährige Rückraumspieler des ThSV Eisenach bot seine beste Leistung nach seiner Rückkehr im Sommer 2024 vom TuS Nettelstedt-Lübbecke, kurbelte mit leichtfüßigen Aktionen das Angriffsspiel an, wartete bei seinen 7 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote auf. Ihn schienen die Gäste nicht auf ihrem Zettel zu haben. Fynn Hangstein war gefordert, als Felix Aellen schon in der 6. Minute nach einem „Pferdekuss“ auf die Bank musste, später aber zurückkam. „Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat. Ich habe mir diesen langen Einsatz auch erarbeitet. Ausschlaggebend für unsere deutliche Pausenführung war die Abwehr, aber auch unser gutes Angriffsspiel“, erklärte Fynn Hangstein. Rückraumkollege Felix Aellen versenkte alle 7 seinem Team zugesprochenen Siebenmeter mit platzierten Würfen, erreichte bei seinen insgesamt 9 Treffern ebenfalls eine 100-Prozent-Wurfquote. Zu den Protagonisten des Abends zählte Eisenachs Rückraum-Rechter Stephan Seitz, von der Nominierung in den erweiterten DHB-EM-Kader zusätzlich motiviert. Kam der Linkshänder an den Ball, herrschte bei den Gästen Alarmstufe Rot. Der 23_jährige markierte 4 Treffer selbst, konnte an weiteren vier nur regelwidrig auf Kosten von Strafwürfen gestoppt werden.

Eisenachs leidenschaftliche Abwehr setzt Stopp-Zeichen

Den Grundstein zum Erfolg legte der ThSV Eisenach in der ersten Halbzeit. Die mit 4 Rückraumspieler angreifenden Gäste, mit Elias Newel und Ludwig Hallbäck im zentralen Rückraum, Rutger ten Velde spielte auf Rechtsaußen, wurden von der leidenschaftlichen Abwehr der Hausherren gestoppt. „In der ersten Halbzeit agierten wir nicht zielstrebig, gingen nicht in die Tiefe, haben zu schnell den Ball weggeworfen, bekamen in der Abwehr keinen Zugriff. Im ersten Abschnitt fehlte die Bereitschaft, sich durchzusetzen. Spielerisch kann man das in Eisenach nicht lösen. Durch Stoppfouls wurde unser Spielfluss immer wieder unterbrochen“, rekapitulierte Göppingens Coach Benjamin Matschke. „Wir stellten im ersten Abschnitt eine Super-Abwehr im Zusammenspiel mit unserem Torhüter Matija Spikic. Im Angriff spielten wir unseren Stiefel souverän herunter. Uns unterliefen wenige technische Fehler“, konstatierte Eisenachs Gian Attenhofer, erstmals nach seiner Verletzungspause über die kompletten 60 Minuten auf der Rechtsaußenposition. Die Hausherren zwangen mit ihrer Abwehrarbeit die Gäste immer wieder zu Fehlern. Philipp Meyer und Tillman Leu ließen mit ihren Nebenleuten plus Keeper Matija Spikic nur wenig anbrennen. Auch nicht, als die Gäste mit einem klassischen Kreisläufer operierten. Mit Oskar Joelsson, Fynn Hangstein und Stephan Seitz im Rückraum zündete der ThSV Eisenach sein Angriffsfeuerwerk, zog auf 8:3 (16.) und 13:5 (25.) davon.

Aellen verwandelt humorlos vom Strich/ Heinevetter pariert wichtige Bälle

Mit Wiederanpfiff bot sich ein anderes Bild. „Nach Wiederanpfiff stand unsere Abwehr nicht mehr so kompakt, wir kassierten schnelle Gegentore. Göppingen kam Treffer um Treffer näher“, rekapitulierte Timothy Reichmuth. Die Gäste operierten mit der schnellen Mitte, setzten auf schnelles Umschaltspiel. Der junge Oskar Neudeck (23 Jahre/ 7 Treffer) ) und der erfahrene David Schmidt (32 Jahre, 6 Treffer) netzten immer wieder ein. Doch auch die Würfe der Eisenacher zappelten im gegnerischen Kasten. Mit einer Doppelparade gegen Gian Attenhofer und Oskar Joelsson sendete Frisch Auf!-Schlussmann Kristian Saeveras aufmunternde Signale an seine Vorderleute (42.). Beim 22:18 durch Marcel Schiller (42.) betrug der Rückstand der Gäste nur noch 4 Treffer. Die Eisenacher behaupteten zunächst ein 4- bis 5-Tore-Polster. Felix Aellen versenkte einen an Peter Walz verwirkten Siebenmeter (23:18/ 43.(, Oskar Joelsson zog aus der Bewegung zum 25:21ab (47.). Dann war es der in der 41. Minute ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Silvio Heinevetter, der mit abgewehrten Bällen (49./52.) für Beifallsstürme sorgte. Jede gelungene Abwehraktion wurde auf Parkett und Rängen bejubelt. Die Linkshänder-Fraktion mit Stephan Seitz und Gian Attenhofer hatte sich für das 26:22 verantwortlich (50.) verantwortlich gezeigt. Humorlos verwandelte Felix Aellen nach Regelwidrigkeiten gegen Oskar Joelsson und Stephan Seitz zum 28:23 (53.). Im Duell zweier Routiniers überwand Marcel Schiller ThSV-Keeper Silvo Heinevetter per Heber vom Siebenmeter-Strich (28:24/54.). Die mitgereisten Göppinger Fans hofften selbst nach dem neuerlichen Siebenmeter von Felix Aellen zum 29:24 (55.). Vincent Büchner scheiterte zur Mitte eingelaufen am Göppinger Torhüter (56.). Marcel Schiller (per Strafwurf) und David Schmidt (aus der Distanz) verkürzten bis auf zwei Treffer (29:27/58.). „Wir sind cool geblieben, haben kühlen Kopf bewahrt“, unterstrich Fynn Hangstein. Oskar Joelsson hämmerte mit vollster Überzeugung das Leder in den Gästekasten (30:27). Da waren noch zwei Minuten zu spielen. Längst stand die blau-weiße Anhängerschaft, ließ die Halle zu einem Tollhaus werden, als Silvio Heinevetter einen Wurf von Rechtsaußen abwehrte. Fynn Hangstein bediente wenig später Kapitän Peter Walz, der vom Kreis zum 31:27 und zur vollendeten Glückseligkeit versenkte. Grenzenloser Jubel und Thüringens Nationalhymne, das Rennsteiglied waren angesagt. Mitten drin der einstige langjährige Eisenacher Leitwolf Matthias Allonge. Viele Jahre Spieler, viele Jahre im Trainerstab. Er war nach längerer Zeit mal wieder in seine einstige Wirkungsstätte gekommen….

Auch bei statistischen Angaben vorn

Bei den statistischen Angaben lag der ThSV Eisenach knapp vorn. Wurfquote 72 zu 68 Prozent. Erfolgreiche Angriffe 80 zu 72 Prozent. Torwartquote 29 zu 21 Prozent. Und auch in der Rubrik technischer Fehler hatte der ThSV Eisenach einen weniger als die Gäste, 7 gegenüber 8.  

Stimmen zum Spiel

Benjamin Matschke (Trainer Frisch Auf! Göppingen):

Ein verdienter Sieg des ThSV Eisenach in dieser Halle, in dieser Atmosphäre. In der ersten Halbzeit agierten wir nicht zielstrebig, gingen nicht in die Tiefe, haben zu schnell den Ball weggeworfen, bekamen in der Abwehr keinen Zugriff. Im ersten Abschnitt fehlte die Bereitschaft, sich durchzusetzen. Spielerisch kann man das in Eisenach nicht lösen. Durch Stoppfouls wurde unser Spielfluss immer wieder unterbrochen. Dass wir es besser können, hat die zweite Halbzeit gezeigt. Da sah das ganz anders aus. Uns gelangen 8 Tempogegenstoßtreffer, uns unterlief nur ein technischer Fehler. Wir verkürzten bis auf zwei Treffer, da hätte die Partie kippen können. Doch der ThSV Eisenach zeigte sich clever, brachte seinen Kreisläufer in Position, spielte gute Situationen heraus bis zum Siebenmeter. Unsere jungen Leute wie Oskar Neudeck, Elias Newel und Tim Goßner haben gelernt. Ich freue mich schon auf das Rückspiel in der EWS Arena.

Sebastian Hinze (Trainer ThSV Eisenach):

Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Gegen 4 Rückraumspieler haben wir gut verteidigt. Als Felix Aellen aufgrund eines Pferdekusses raus musste, kam Fynn Hangstein und machte ein sehr gutes Spiel. Im zweiten Abschnitt spielten wir offensiv gut, verwandelten die daraus entstandenen Siebenmeter. Der schellen Mitte der Gäste begegneten wir nicht gut. Dennoch, kurze gute Phasen in der Abwehr waren wichtig. Ja, die Partie hätte kippen können, doch wir sind cool geblieben. Ich bin stolz auf unsere junge Mannschaft, nach den zwei Auswärtsniederlagen doppelt gepunktet zu haben.

Rene Witte (Geschäftsführer des ThSV Eisenach):

Famos, was unsere junge Mannschaft bis zur Halbzeitpause abgebrannt hat. Phantastisch unsere Fans, die wieder unsere Halle zum Kochen brachten.

Gian Attenhofer (60 Minuten die Rechtsaußenposition beim ThSV Eisenach besetzend, 2 Treffer markierend):

Ein geiles Gefühl, nach einer Verletzungspause wieder 60 Minuten auf der Platte zu stehen! Und das in der fantastischen Atmosphäre unserer Halle. Ein emotionales Top-Spiel! Wir stellten in der ersten Halbzeit eine Super-Abwehr im Zusammenspiel mit unserem Torhüter Matija Spikic. Im Angriff spielten wir unseren Stiefel souverän herunter. Uns unterliefen wenige technische Fehler. Nach dem Seitenwechsel wollten wir unseren komfortablen Vorsprung verwalten, etwas auf die Bremse treten. Das ist uns nicht gut bekommen. Doch wir sind cool geblieben, haben den Sieg sowie die Punkte 12 und 13 nach Hause geschaukelt. Auf diese Punkteausbeute sind wir alle stolz.

Fynn Hangstein (Rückraumspieler des ThSV Eisenach, nach seiner Rückkehr vom TuS Nettelstedt-Lübbecke das beste Spiel absolvierend, bei seinen 7 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote):

Nach der Verletzung von Felix Aellen hat mich unser Trainer eingewechselt. Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat. Ich habe mir diesen langen Einsatz auch erarbeitet. Ausschlaggebend für unsere deutliche Pausenführung war die Abwehr, aber auch unser gutes Angriffsspiel. In der zweiten Halbzeit sind wir trotz schwächeren Phasen cool geblieben, haben kühlen Kopf bewahrt und den verdienten Sieg über die Ziellinie gebracht.

Timothy Reichmuth (Linksaußen des ThSV Eisenach, 3 Treffer markierend):

Eine Super-Abwehr in Verbindung mit unserem Torhüter, unterstützt durch eine fantastische Energie in der Halle, unser Tempospiel mit daraus resultierenden Toren, sorgten für unsere 7-Tore-Führung zur Pause. Nach Wiederanpfiff stand unsere Abwehr nicht mehr so kompakt, wir kassierten schnelle Gegentore. Göppingen kam Treffer um Treffer näher. Doch zum richtigen Zeitpunkt war Silvio Heinevetter da, parierte wichtige Bälle, wir behaupteten die Führung, trafen selbst zur Entscheidung und verbuchten zwei völlig verdiente zwei Punkte.

 

Statistik

ThSV Eisenach: Spikic (1.-41./ 7 Paraden – 17 Gegentore), Heinevetter (ab 41./ 4 Paraden – 10 Gegentore); Joelsson (4), Reichmuth (3), Hangstein (7), Attenhofer (2), Walz (2), Ende, Aellen (9/7), Meyer, Vukanijevic, Seitz (4), Kurch, Büchner, Saul, Leu

Trainer: Sebastian Hinze

Frisch Auf! Göppingen: Saeveras (1.-18. u. 31.-60./ 6 Paraden – 24 Gegentore), Buchele (18.-30. u. bei 1 Siebenmeter/ 2 Paraden – 7 Gegentore); Neudeck (7), ten Velde, Klöve (2), Goßner (1), Hallbäck (1), Persson, Schiller (6/3), Jurmala (2), Sunnefeldt, Gislason, Newel (1), Hanne (1), Schmidt (6)

Trainer: Benjamin Matschke

Siebenmeter:

ThSV Eisenach 7/7 - Frisch Auf Göppingen 3/3

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 2 x 2 Min. – Frisch Auf Göppingen 1 x 2 Min.

Schiedsrichter: Schulze/Tönnies

Zuschauer: 2.850

Spielfilm: 2:2 (10.), 10:4 (18.), 13:5 (26.), 16:9 (30.). 22:15 (39.), 24:21 (46.), 28:23 (53.), 29:27 (58.), 31:27 (60.).

Th. Levknecht

Alarmstufe Rot, wenn Stephan Seitz (hier beim Torwurf) am Ball war - sportfotoseisenach
Felix Aellen im mdr-Interview - sportfotoseisenach
Oskar Joelsson bei einem seiner 4 Treffer - sportfotoseisenach
Timmy Reichmuth trifft per Gegenstoß - sportfotoseisenach
Konzentriert, unsere Bank mit unserem Coach Sebastian Hinze - sportfotoseisenach
Gian Attenhofer trifft - sportfotoseisenach
Es ging auch ordentlich zur Sache - sportfotoseisenach
Den Ball pariert Matija Spikic - sportfotoseisenach
Matija Spikic jubelt - sportfotoseisenach