Unsere U 23 verkauft sich beim Titelfavoriten teuer

Oberliga Männer: Unsere Zweite (U 23) verkauft sich bei der HSG Werratal, dem Titelfavoriten der Oberliga Männer, trotz 22:30 (9:13) -Niederlage, gut/ Unsere A-Jugendlichen haben gesehen, was Männer-Handball ist/ Frühzeitige Schwächung nach Rot gegen Joel Juhnke

Der 17-jährige Jeffry Hippert scheute keinen Zweikampf, markierte 7 Treffer - sportfotoseisenach

„Die junge Eisenacher Mannschaft hat sich sehr gut verkauft“, betonte Kay Gehri, der Sportliche Leiter, der HSG Werratal. „Ich bin schon ein bisschen stolz, wie unsere Jungs in solch heißer Atmosphäre beim Titelfavoriten aufgetreten sind. Einstellung und Kampf stimmen. Die Niederlage fiel am Ende zu hoch aus. Auf die Leistung können wir aufbauen“, erklärte Mark Dragunski, Trainer des ThSV Eisenach II. „An dieser Leistung können wir wachsen“, ergänzte sein Rückraumspieler Felix Cech. Der ThSV Eisenach II, eine U 23, mit einem Durchschnittsalter von 19,5 Jahren an diesem Abend, unterlag vor der stimmungsvollen Kulisse von 420 Zuschauern im Sportzentrum Breitungen der HSG Werratal mit 22:30 (9:13). „Unsere A-Jugendlichen haben gesehen, was Männer-Handball bedeutet“, unterstrich Leif Katzwinkel, der Kapitän des ThSV Eisenach II. Wenn Paul Jegminat, bulliger Rückraumspieler der HSG Werratal, durchstartete, konnte er – nach dem frühzeitigen Aus von Joel Juhnke - von keinem der Eisenacher Greenhörner gestoppt werden. Mit 8 Treffern war Paul Jegminat, einst beim ThSV-Nachwuchs am Ball, auch erfolgreichster Werfer seines Teams.

Die Gastgeber, mit 8 Ex-Eisenachern sowie einem aktuell per Doppelspielrecht auflaufenden ThSV-Talent, vom ehemaligen Eisenacher Frank Ihl trainiert, hatten ein Team mit einem Durchschnittsalter von 27,61 Jahren in dieses Derby von Kooperationspartnern geschickt. ThSV-Rekordspieler Adrian Wöhler (39 Jahre) und Franziskus Gerr (41 Jahre) hatten das Durchschnittsalter der HSG Werratal in die Höhe schnellen lassen. „Ein intensives, sehr schnelles Spiel. Wir profitierten von unserem breiten Kader und körperlicher Überlegenheit. Das Torwartduell ging zudem klar an uns“, bilanzierte Tizian Reum, Spielgestalter der HSG Werratal, einst eines der hoffnungsvollsten Talente des ThSV Eisenach. Für Bastian Brand wurden 16 parierte Bälle notiert, das ThSV-Torhüterduo Aron Büchner und Jules Mignot vermochte zusammen nur 8 Bälle abzuwehren. ThSV-Co-Trainer Jan Gesell hatte für sein Team 19 Fehlwürfe und 13 Technik- und Regelfehler notiert. Die Eisenacher verloren kurz vor der Pause ihren torgefährlichen Rückraum- und Innenblockspieler Joel Juhnke durch eine rote Karte. „Mit ihm ging uns Körperlichkeit verloren“, vermerkte Mark Dragunski. Der technische Delegierte Jens Hanse begründete die Entscheidung der Schiedsrichter Roy Krumbholz und Johannes Rudolph: „Paul Jegminat störte schon nach einem Torerfolg der HSG Werratal den schnellen Anwurfversuch von Eisenachs Joel Juhnke. Kurz darauf gerieten beide in der Abwehr aneinander. Paul Jegminat foulte Joel Juhnke, der sich zu einem Revanchefoul hinreißen ließ. Folgerichtig, Zeitstrafe gegen Paul Jegminat und Rot für Joel Juhnke.“ Bis auf diese Szene war es ein faires Spiel. Das befand auch Armend Alaj, im Sommer nach 16 Jahren ThSV Eisenach zur HSG Werratal gewechselt. „Respekt der jungen Mannschaft des ThSV Eisenach II! Für mich persönlich ein schweres Spiel, habe ich doch mit einigen der jungen Eisenacher Spieler in den Vorjahren zusammen gekämpft, ja auch ausgebildet“, erklärte der 31-Jährige, der als Allrounder, wie Adrian Wöhler, auf mehreren Positionen auftauchte. „Wir haben die rechte Angriffsseite der Eisenacher nahezu völlig abgemeldet“, konstatierte Armend Alaj. Die zuletzt so starken Eisenacher Linkshänder Marec Stupka und Maarten Elwert blieben gänzlich ohne Torerfolg. Gute Noten auf Seiten der Gäste gab es für den 17-jährigen Rückraumspieler Jeffry Hippert, der keinen so schmerzhaften Zweikampf scheute, mit 7 Treffern erfolgreichster Werfer seines Teams war. Auch Tim Nothum und Felix Cech, der im Vorjahr kaum zum Einsatz kam, setzten positive Akzente.

„Wir boten eine deutlich bessere Leistung als beim vorwöchentlichen 25:25-Remis in Sonneberg. Unsere Abwehr, dazu zählt der Torhüter, war für den Sieg über den ThSV Eisenach II ausschlaggebend. Nach dem Seitenwechsel haben wir im Angriff einen Zack zugelegt. Wir haben aber noch reichlich Luft nach oben“, resümierte Kay Gehri. „Bis zur 40.Minute lieferten wir ein solides Auswärtsspiel, haben dann den Kopf verloren, trafen falsche Wurfentscheidungen, technische Fehler häuften sich, und von der Torwartposition kam auch keine Hilfe“, vermerkte ThSV-Keeper Aron Büchner selbstkritisch. „Leider konnten wir nicht alles umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Einige hatten mit den Rahmenbedingungen ihre Probleme. In hitziger Atmosphäre vermochten wir nicht unsere Leistung beim 9-Tore-Sieg über den SV Hermsdorf anzuknüpfen“, vermerkte Leif Katzwinkel.

Zum Spielverlauf

Nur beim 3:3 (9.), Joel Juhnke hatte eingenetzt, zeigte die Anzeigetafel im Sportzentrum einen Gleichstand an. Eisenachs Leichtgewichte liefen sich in der robusten Abwehr der HSG Werratal fest. Ballverluste nutzten die Schützlinge von Frank Ihl zum 7:3 (15.). Tizian Reum hatte in Überzahl eingenetzt. Der Coach der HSG Werratal wechselte frühzeitig durch. Yann Schiertz und Julian Rothhämel kamen. Auch auf Eisenacher Seite wurde gewechselt, Louis Kryeziu und Tim Nothum kamen. ThSV-Linkshänder Marec Stupka scheiterte in der 19. und 23. Minute im Siebenmeterduell an Bastin Brand, Werratals Routinier Adrian Wöhler scheiterte vom Strich an Jules Mignot (20.). Adrian Wöhler und Paul Jegminat besetzten zunächst die linke Angriffsseite der Gastgeber. Wenig später kam Vincent Oelschläger auf Linksaußen, rückte Adrian Wöhler in den rechten Rückraum. Rotation war bei der HSG Werratal durchgehend angesagt. Auf mehr als 4 Treffer konnten die favorisierten Hausherren nicht enteilen. Mark Dragunski hatte inzwischen auf 4 Rückraumspieler umgestellt. Kurz vor der Pause dann durch die rote Karte für Joel Juhnke die Schwächung beim ThSV Eisenach II.

Adrian Wöhler bemühte sich immer wieder, beschwichtigend einzuwirken, Brandstellen zu löschen. Eisenachs kleiner und leichtfüßiger Rückraumspieler Louis Kryeziu versuchte die „Kanten“ in der Abwehr der HSG Werratal auszumanövrieren. Zeitstrafen auf beiden Seiten häuften sich. ThSV-Keeper Jules Mignot meisterte einen Siebenmeter von Armend Alaj (37.). Die Eisenacher setzten auf eine offensive Deckung. Die HSG Werratal wackelte kurzzeitig. Der auf Linksaußen freigespielte 17-jährige Santiago Rack brachte das Leder nicht HSG-Schlussmann Bastian Brand vorbei (41./42.). Leif Katzwinkel setzte einen Siebenmeter am Kasten der Hausherren vorbei (45.). Die Eisenacher agierten wieder mit dem klassischen System, mit Kreisspieler. Conrad Ruppert zirkelte das Leder aus der eigenen Hälfte zum 16. Eisenacher Treffer ins verwaiste Gehäuse der HSG Werratal (21:16/46.). Ein Torwartwechsel, Aron Büchner löste Jules Mignot ab, blieb ohne den erhofften Erfolg. Die HSG Werratal stockte – zur Freude ihres Anhangs - die Trefferausbeute auf (27:18/54.). Julian Rothhämel, so explosiv wie während seiner Zeit im Trikot des ThSV Eisenach II nicht, steuerte inzwischen das Angriffsspiel der Gastgeber. Die blutjungen Eisenacher resignierten keinesfalls. Der 17-jährige Felix Ohnesorge kann zu seinem ersten Einsatz im Männerbereich, markierte auch gleich seinen ersten Treffer und kassierte kurz darauf auch seine erste Zeitstrafe im Männerbereich. Alles binnen 60 Sekunden. Da mussten der Kreisspieler und sein Trainer schmunzeln. Nach Regelwidrigkeit an Felix Cech verwandelte Jeffry Hilpert den fälligen Siebenmeter zum 30:22-Endstand (60.).

Nach dem Abpfiff wurden in Gesprächen in unterschiedlichen personellen Zusammensetzungen Szenen der vorausgegangenen 60 Minuten aufgearbeitet, gab Adrian Wöhler sicherlich auch den einen oder anderen Hinweis den 20 Jahre jüngeren ThSV-Talenten.

Statistik

HSG Werratal: Brand, Kremmer; Panasenko (2), Y. Schiertz, Wöhler (4/3), Rothhämel (2), Jegminat (8), Reum (3), A. Alaj (1), Oelschläger (1), Scharfenberg (6), Gerr (3), Pesic

ThSV Eisenach II: Büchner, Mignot; Kryeziu (3), Nothum (2), Cech (2), Ruppert (2), Ohnesorge (1), Juhnke (4/2), Katzwinkel (1), Rack, Golebniak, Hippert (7/1), Elwert, Supka

Siebenmeter: HSG Werratal 3/5 – ThSV Eisenach II 3/6

Zeitstrafen:

HSG Werratal 7 x 2 Min.

ThSV Eisenach II 5 x 2 Min, Rot für Juhnke nach grobem Foulspiel (30.)

Schiedsrichter: Krumbholz/ Rudolph

Zuschauer: 420 im Sportzentrum Breitungen

Th. Levknecht

Unser 18-jähriger Keeper Jules Mignot pariert einen Siebenmeter von Armend Alaj - sportfotoseisenach
Marec Stupka scheitert an HSG-Keeper Bastian Brand - sportfotoseisenach
Maarten Elwert (li.) im Duell mit seinem vorjährigen Teamkollegen Armend Alaj - sportfotoseisenach
Felix Cech (Mitte) wird attackiert - sportfotoseisenach
Felix Ohnesorge bei seinem ersten Treffer im Männerbereich -sportfotoseisenach
Unsere Zweite dankt den mitgereisten Fans für die Unterstützung - sportfotoseisenach