Wir starten mit einem Mitteldeutschland-Derby, der SC DHfK Leipzig kommt am Samstag in den Thüringer Handballtempel

Mit der neuen Saison treten auch nicht unwichtige Regelanpassungen in Kraft. Hier eine Übersicht der wichtigsten:

Auch für Torhüter, hier unser Silvio Heinevetter, gilt es ein paar Änderungen zu beachten - Foto: Ch. Heilwagen

Kopftreffer: Keine rote Karte mehr

Der Welthandballverband hat einige Änderungen der Handball-Regeln für die neue Saison beschlossen – Hier die wichtigsten Neuerungen 

Der Weltverband IHF hat Änderungen der Handball-Regeln zur neuen Saison beschlossen. Die Anpassungen betreffen unter anderem die Schrittregel, den Kopftreffer beim Siebenmeter und die Spieleranzahl.

Hier die wichtigsten Neuerungen:

Der „Nullschritt“: Angepasst wird die Schrittregel, der den Nullschritt aus dem eigenen Prellen erlaubt. „Wenn ein Spieler den Ball erhält oder fängt, während seine beiden Füße den Boden nicht berühren, wird das Aufsetzen eines Fußes oder beider Füße gleichzeitig auf den Boden nicht als Schritt gewertet“, heißt es in der neu eingefügten Passage in der Regel 7:3. Während „Erhalten“ und „Fangen“ auf den ersten Blick den identischen Vorgang beschreibt, bedeutet es in der Auslegung des Handball-Regelwerks nach dessen Definition einen Unterschied: Ein Spieler erhält den Ball von einem anderen Spieler und fängt ihn aus den eigenen Reihen.

Wann ist der Ball „im Spiel“? Der Ball gilt ab dem Zeitpunkt der Ausführung eines formellen Wurfs als „im Spiel, bis das Spiel durch einen Pfiff des Schiedsrichters, des Zeitnehmers oder des Delegierten unterbrochen wird oder die Schiedsrichter eine Entscheidung über Abwurf oder Einwurf treffen“, heißt es in der Einleitung zu Regel 7 (Spielen des Balles).

Keine Rote Karte bei Kopftreffer: Eine der größten Änderungen betrifft die Regel 8 (Regelwidrigkeiten und unsportliches Verhalten). Wird der Torwart bei einem Siebenmeter am Kopf getroffen, gibt es keine Disqualifikation (Rote Karte) mehr, sondern eine Zeitstrafe. Vergleichbar zu Kopftreffern in einer freien Spielsituation. Auch die Rote gegen einen Feldspieler, der mit einem direkten Freiwurf nach dem Schluss-Signal einen Abwehrspieler am Kopf trifft, ist durch eine Zeitstrafe ersetzt. So ist Einheitlichkeit beim Umgang mit Kopftreffern gegeben.

Zudem wurde die Liste der unsportlichen Vergehen, die mit einer Zeitstrafe zu ahnden sind, um einen Punkt erweitert. So gibt es künftig eine Zeitstrafe, wenn ein Mannschaftsoffizieller, der außerhalb des Spielfeldes steht, den Ball oder einen Spieler berührt (…), während er seiner Mannschaft Anweisungen gibt und so versehentlich in das Spiel eingreift.“ Der absichtliche Eingriff wird mit einer Rot-Blauen Karte geahndet.

Mit 16 Spielern im Amateurbereich: Interessant, gerade für den Amateurbereich, ist die Anpassung in Regel 4. Dort wird in Absatz 1 festgelegt, dass eine Mannschaft aus bis zu 16 Spielern“ besteht. Bislang war die Spieleranzahl auf 14 Spieler beschränkt und nur im Profihandball ein Kader von 16 Spielern erlaubt. Außerdem wurde die Anzahl der Offiziellen von bisher 4 auf 5 erhöht (Regel 4:2).

Weitere Anpassungen (Auszug):

Es ist dem Torwart erlaubt, „den Torraum mit dem Ball zu verlassen und ihn im Spielfeld weiterzuspielen, wenn es ihm nicht gelungen ist, Körper- und/oder Ballkontrolle zu erlangen“ (alt: den Torraum mit dem nicht unter Kontrolle gebrachten Ball zu verlassen und ihm im Spielfeld weiterzuspielen)

Es gibt einen Siebenmeter, „wenn ein Abwehrspieler durch das Betreten des Torraums eine klare Torgelegenheit vereitelt“. Der zusätzliche Hinweis wurde nun angepasst: Mit „Betreten“ ist im Sinne dieser Regel das Berühren der Torraumlinie oder ein deutliches Eintreten in den Torraum zu verstehen.“

Es gibt eine Klarstellung zur Ausführung des Anwurfs: „Der Anpfiff durch die Schiedsrichter kann nur dann innerhalb der Anwurfzone erfolgen, wenn sich der Ball und der Werfer vollständig innerhalb der Anwurfzone befinden. (alt: „…wenn sich der Ball innerhalb der Anwurfzone befindet und der Werfer mindestens einen Fuß innerhalb der Anwurfzone hat.“)

Regel 1:11 - Spielfläche

Absatz 11 in Regel 1 (Die Spielfläche) wurde ergänzt und damit die Coachingzone im Regelwerk verankert. "Die Coachingzone beginnt 3,5 m von der Mittellinie entfernt, endet 8 m vor der jeweiligen Torauslinie und umfasst, soweit möglich, den Bereich direkt hinter der Auswechselbank."

Regel 2:2 – Siebenmeter-Werfen

Im Kommentar zum Siebenmeterwerfen wurde folgende Ergänzung vorgenommen: "Ist ein 7-m-Werfen entschieden, bevor beide Mannschaften jeweils fünf Würfe in der ersten Runde ausgeführt haben, ist es nicht notwendig, die ausstehenden Würfe auszuführen."

Th. Levknecht