Zeit für das Ende einer weiteren Serie

ThSV Eisenach empfängt am Freitag die TSV Hannover-Burgdorf, gegen die bisher kein einziger Bundesligasieg gelang/Olympiasieger Max Langenhan als Gast/ Auch zwei Schiedsrichter-Legenden unter den Zuschauern  

Felix Aellen mit viel Power bei der knappen 30:32-Hinspielniederlage in Hannover - sportfotoseisenach

 

Bob Hanning, der Manager der Füchse Berlin, sprach in einer Kolumne am Ostermontag mit Blick auf den ThSV Eisenach von den „Auswärtsmonstern“.  Nicht nur er war beeindruckt vom Auftreten der Wartburgstädter beim THW Kiel. Der nach den Champions-League-Plätzen hechelnde Rekordmeister war froh, am Ende ein 30:30-Remis und zumindest einen Zähler zu verbuchen. Der ThSV Eisenach lag im gesamten Spiel nicht ein einziges Mal hinten, führte nahezu durchgängig gegen die mit Weltklasse-Spielern gespickten Norddeutschen, anfangs der 59. Minute 30:27, kassierte in Unterzahl die Treffer, darunter zwei vom Siebenmeter-Strich, zum 30:30-Endstand. Die Thüringer vermeldeten einen „historischen Moment“, gelang ihnen im 13. Anlauf erstmals ein Punktgewinn beim THW Kiel, der das eigene aktuelle Pluspunktekonto auf 19 anwachsen ließ.  „Wir wollen uns nicht ausruhen, das Gaspedal weiter durchdrücken und weiter punkten, um unser Polster auf die gefährdeten Ränge zu behaupten“, erklärt Eisenachs Linksaußen Vincent Büchner, nach 13 Jahren bei der TSV Hannover-Burgdorf im Sommer des Vorjahres unter die Wartburg gewechselt.

Nach drei Remis in Folge, 29:29 im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen, 29:29 im Mitteldeutschland-Derby beim SC DHfK Leipzig und dem 30:30 beim THW Kiel, geht es für den ThSV Eisenach darum, wieder in den erfolgreichen Heimspielmodus umzuschalten. Am Freitag, 10.04.2026 gastiert die TSV Hannover-Burgdorf um 19.00 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle. Die namhaft besetzten Recken, mit Torhüter Joel Birlehm, Regisseur Marian Michalczik, dem Rückraum-Rechten Renars Uscins, Rechtsaußen Marius Steinhauser und Kreisspieler Justus Fischer, rangieren nach 6 Niederlagen in Folge mit 22:32 Punkten auf dem 11. Tabellenplatz, haben gerade einmal 3 Zähler mehr als der ThSV Eisenach. Allerdings, in den bisherigen 9 Erstbundesliga-Duellen mit der TSV Hannover-Burgdorf sprang für die Wartburgstädter nicht ein einziger Sieg heraus. Am 07. März 2023 gelang beim 31:31 in der Werner-Aßmann-Halle zumindest eine Punkteteilung. Es ist also Zeit für das Ende einer nächsten Serie.

Als Gäste begrüßt der ThSV Eisenach am Freitagabend den aus Friedrichroda stammenden Rennrodel-Olympiasieger Max Langenhan. „Für ihn haben wir eine Überraschung vorbereitet“, lässt Rene Witte wissen. Mit Hagen Becker und Axel Hack weilen zwei Handball-Schiedsrichter-Legenden aus Halberstadt in der Werner-Aßmann-Halle. Der ThSV Eisenach bittet die Zuschauer, rechtzeitig ihre Plätze einzunehmen.

ThSV-Abwehrchef Philipp Meyer: Geduld wird ein großer Faktor sein

„Wir freuen uns alle wieder vor den eigenen Fans, vor einer ausverkauften Werner-Aßmann-Haale zu spielen“, betont ThSV-Geschäftsführer Rene Witte. „Die TSV Hannover-Burgdorf wartet mit einer hohen Flexibilität in der Abwehr auf, agiert mit hoher Effektivität im 7 gegen 6. Wir brauchen einen konsequenten Angriff, einen guten Rückzug, einen Mix aus Intensität und Geduld in der Abwehr“, blickt Sebastian Hinze auf den Freitagabend. Er wird wahrscheinlich den zuletzt verletzungsbedingt fehlenden Rückraumspieler Oskar Joelsson wieder aufbieten können. Der Schwede ist am Dienstagabend wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Auf uns wartet viel Arbeit in der Abwehr. Auf uns kommt viel individuelle Klasse zu.  Geduld wird ein großer Faktor sein. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren“, ergänzt Eisenachs Abwehrchef Philipp Meyer. Als Schiedsrichter fungieren Marvin Cesnik und Jonas Konrad.

Vincent Büchner hat taktische Veränderungen bei seinem Ex-Verein nach dem Trainerwechsel ausgemacht

Der Trainerwechsel bei seinem Ex-Verein, von Christian Prokop zu Juan Carkos Pastor, habe auch taktische Änderungen zur Folge, erläutert Vincent Büchner. „Die Auslösehandlungen haben sich verändert, es wird wieder mehr mit Übergängen gespielt“, so der 27-jährige Linksaußen des ThSV Eisenach. Mit der Rückkehr von Lukas Stutzke zeige sich die Abwehr mit mehr Aggressivität. „Im Kader steckt sehr viel Qualität. Das Team wird sich aus einem kleinen Loch zurückkämpfen, das Ruder wieder herumreißen“, erklärt Vincent Büchner mit Blick auf die TSV Hannover-Burgdorf. Ein Trainerwechsel, zumal mitten in der Saison, brauche halt Zeit. Bei den aktuellen Partien war nicht zu übersehen, dass Trainer Juan Carlos Pastor das Spiel über die Kreismitte bevorzugt und forciert, analog der spanischen Schule.

Juan Carlos Pastor löste Christian Prokop als Trainer ab

„Neue Besen kehren bekanntlich gut“, darauf setzten auch die Verantwortlichen der TSV Hannover-Burgdorf zu Beginn dieses Kalenderjahres. Sie stellten mit Christian Prokop den ehemaligen Bundestrainer frei und verpflichteten den spanischen Erfolgscoach Juan Carlos Pastor. „Nach einer umfassenden sportlichen Analyse wird der Cheftrainer von seinen Aufgaben freigestellt“, hieß es seinerzeit in der Pressemitteilung des Clubs aus der niedersächsischen Landeshauptstadt. Die Entscheidung sei das Ergebnis einer eingehenden Bewertung der sportlichen Entwicklung gewesen, sollte den Weg für einen strukturierten Neustart ebnen. Christian Prokop kann in den viereinhalb Jahren bei der TSV Hannover-Burgdorf auf Erfolge verweisen: Platz 13 in seiner ersten Saison, dann die Plätze 6, 7 und erneut 6, die zweimalige Qualifikation für die Europa-League. Die Zuschauerzahlen schnellten in die Höhe. Vergangene Saison kamen im Schnitt über 9.150 Zuschauer zu den Heimspielen. Nur der THW Kiel konnte mehr begrüßen. Doch es stimmte zwischen den Verantwortungsträgern der Recken nicht mehr, der Glauben schien verloren. Mit dem Spanier Juan Carlos Pastor hielt auch eine andere Philosophie Einzug. Die Anfangs-Euphorie scheint verflogen. Den Siegen beim HC Erlangen (30:29) und über die HSG Wetzlar (30:27) folgten inzwischen 6 Niederlagen in Folge, darunter in heimischer Arena gegen Göppingen (22:28), Hamburg (35:37) und zum Osterfest gegen die SG Flensburg-Handewitt 32:35. Ist die Wechselwirkung auf dem Trainerstuhl schon verpufft?

Eintauchen in die besondere Atmosphäre des Thüringer Handballtempels

Das Team des ThSV Eisenach wird am Freitag von jungen Handballern der SG Schnellmannshausen auf das Parkett begleitet, wo es junge Sportler der SG Eintracht Wendehausen begrüßen. Junge Talente der SG Eintracht Stadtlengsfeld laufen mit der TSV Hannover-Burgdorf in den Thüringer Handballtempel ein. Ein ganz besonderes Erlebnis für die Jungen und Mädchen aus Schnellmannshausen, Wendehausen und Stadtlengsfeld.

Wichtige organisatorische Hinweise des ThSV Eisenach

Die begrenzte Parkplatzsituation im Sportkomplex Katzenaue ist bekannt. Die Parkplätze unmittelbar an der Werner-Aßmann-Halle und auf dem „Schotterparkplatz“ sind direkt am Spiel beteiligten Personen und Parkarten-Inhabern vorbehalten. Der ThSV Eisenach empfiehlt Zuschauern aus Eisenach und der Umgebung, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder gleich den Parkplatz „Festplatz Spicke“ in der Adam-Opel-Straße, den Parkplatz der Dualen Hochschule (Zufahrt über die Ebertstraße!), die Parkhäuser Am Markt und in der Uferstraße anzufahren. Der Parkplatz der Dualen Hochschule in der Amrastraße steht aufgrund umfangreicher Baumaßnahmen leider nicht zur Verfügung. Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge im Sportkomplex Katzenaue, Grundstücksein- und -ausfahrten im Umkreis sind unbedingt freizuhalten. Das Ordnungsamt wird verstärkt kontrollieren! Nach dem Spiel wird die Straße entlang des Hörsel-Ufers Richtung Kasseler-Straße und Zufahrt zur Autobahn geöffnet.

In der Werner-Aßmann-Halle sind Treppenaufgänge (zugleich Fluchtwege!) freizuhalten. Den Weisungen der Mitarbeiter des Security-Unternehmens Kötter, der Feuerwehr und der Ordner ist unbedingt Folge zu leisten.

Den Besuchern der ThSV-Heimspiele werden als kostenfreie Parkmöglichkeiten empfohlen:

- Festplatz Spicke in der Adam-Opel-Straße (Navi-eingabe: Adam-Opel-Straße 5.) Fußweg ca. 15 Minuten

- Parkplatz der Dualen Hochschule am Wartenberg, Zufahrt über die Ebertstraße, Fußweg ca. 8 Minuten. 

Th. Levknecht

 

 

Oskar Joelsson beim Torwurf im Hinspiel in Hannover - sportfotoseisenach
Im Angriff und in der Abwehr gefragt: Tillman Leu - sportfotoseisenach