ThSV II legt aber in der Abwehr den Grundstein zum 31:26 über Suhl

Ein torhungriger Youngster, ein torhungriger „alter Fuchs“

11.02.2019 - ThSV II
Noah Streckhardt netzte 9 Bälle ein, zwei per Siebenmter, wie hier - sportfotoseisenach

„Eine Top-Mannschaftsleistung. Jeder hat für den anderen gekämpft. In der Abwehr haben wir letztendlich den Grundstein gelegt“, bilanzierte Sascha Kleint, der Kapitän des ThSV Eisenach II, nach dem 31:26 (19:12)-Erfolg über die SG Suhl/Goldlauter. „Der alte Fuchs“ (33 Jahre) netzte selbst 8 Bälle ein, Youngster Noah Streckhardt (19 Jahre) wurde mit 9 Treffern notiert. „Unser Innenblock mit Pascal Küstner und Noah Streckhardt stand defensiv. Das erwies sich als goldrichtig. Wir konnten viele der so gefährlichen Kreisanspiele der Gäste unterbinden. Bei Kreuzungen traten wir zudem sofort zum Körperkontakt heraus“, analysierte ThSV-Coach Matthias Meinl und nannte damit einen entscheidenden Vorteil seines Teams.

Polnisches Schimpfwort mit Rot und Blau für Suhler Kapitän geahndet
Der "alte Fuchs" Sascha Kleint jubelt nach einem seiner 8 Treffer - sportfotoseisenach

„Wir fanden einfach keine Einstellung, hinten und vorn nicht. Wir wirkten gehemmt, fast ängstlich. Uns gelang es kaum, Druck auf die Eisenacher Deckung auszuüben“, bilanzierte Daniel Hellwig, der Coach der SG Suhl/Goldlauter. Nach dem Seitenwechsel habe sich seine Mannschaft gegen die sich abzeichnende Niederlage gestemmt, „aber ohne die nötige Überzeugung beim Wurf“, so der Trainer. Er bescheinigte seinen beiden Keepern eine Leistungssteigerung. Das Torhüterduell ging allerdings an Eisenachs 19-jährigen Keeper Marius Noack, der 16 Bälle parierte, freilich von einer einsatzstarken Abwehr vor ihm profitierte. Der Weggang des Ungarn Krisztian Galli nach Bad Neustadt erweise sich, so Daniel Hellwig, als schwerwiegend. Mit ihm sei der Kopf des Teams gegangen. „Dawid Biskup muss erst in diese Rolle hineinwachsen“, befand Daniel Hellwig. Der Ausraster beschert dem neuen Kapitän der SAG Suhl/Goldlauter erst einmal eine Denkpause. Nach Disqualifikation sah er auch noch die blaue Karte, was eine Spielsperre zur Folge hat. Im Spielberichtsbogen wird dazu ausgeführt: Disqualifikation gegen Nr. 91 SG Suhl/Goldlauter gem. Regel 8:10a (Spielstand 23:16, Spielzeit: 39:23). Nach Foul gegen ihn und Hinausstellung des Gegenspielers Nummer 7 (Philipp Urbach) des ThSV Eisenach II beleidigte er seinen Gegenspieler im Weggehen mit "Halt die Fresse, Kurwa" (wobei letzteres ein polnisches Schimpfwort darstellt). Die Schiedsrichter werteten dass als grobe Beleidigung des Gegenspielers. Der Pass wurde eingezogen.

Maxi Manys trifft zum 19:10
Maxi Manys mit neuem schnittigen Haarschnitt auf dem Weg zum Tor - sportfotoseisenach

Der ThSV Eisenach II, gegenüber der Vorwoche nach der Rückkehr erkrankter oder verletzter Spieler wieder mit mehr Personal, allerdings erneut ohne Routinier Philipp Emmelmann (erkrankt), übernahm sofort das Sagen. Der Siegwille war allenthalben spürbar. Die Gäste agierten pomadig. Noah Streckhardt gefiel als ausgesprochen mannschaftsdienlich agierender Spielgestalter, der im richtigen Moment seine individuellen Qualitäten einsetzte, traf zum 5:1 (7.). Maximilian Manys, mit neuem schnittigem Haarschopf, erhöhte per Gegenstoß auf 8:2 (13.). Eisenachs Trefferreigen wurde nur hin und wieder durch erfolgreiche Kreisanspiele der Gäste unterbrochen. Nach Regelwidrigkeit am agilen Sascha Kleint verwandelte Qendrim Alaj per Strafwurf zum 14:6 (21.). Der eigens ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Sebastian Brand parierte einen Siebenmeter von Suhls Goalgetter Jan Pindej (26.). Maximilian Manys schraubte per Doppelschlag das Polster seines Teams gar auf 9 Tore (19:10, 29.).

Keine Gefahr für den ThSV II im zweiten Abschnitt
Philipp Urbach stoppt Suhls Rückraumspieler Szenteszki - sportfotoseisenach

„Im zweiten Abschnitt spielten wir besser. Was blieb, war unsere Abschlussschwäche“, befand Daniel Hellwig. Das hatte freilich auch mit der Leistung von THSV-Torhüter Marius Noack zu tun. Die Partie wirkte im zweiten Abschnitt sehr zerfahren, hielt viel Arbeit für die Unparteiischen Ricardo Hausdörfer und Martin Löwe bereit, die auch vom Verlierer gute Noten erhielten. Alle drei roten Karten stuften beide Trainer als völlig berechtigt ein.

Auf mehr als 5 Treffer ließen die Eisenacher die Gäste nicht heran ((23:18, 43.). Auch eine Sonderbewachung für Noah Streckhardt blieb für die Crew von Daniel Hellwig ohne die erhoffte Wirkung. Im Gegenteil. Der zweikampfstarke Pascal Küstner nutzte die Schwachstellen in der Gästeabwehr. Der quicklebendige Sascha Kleint, einst selbst für die Suhler am Ball, erhöhte im Nachsetzen (48.) und per Konter auf 27:19 (49.). Den Gästen gelang im Schlussgang noch etwas Ergebniskosmetik. Das ThSV-Team tanzte und sang nach dem Abpfiff ausgelassen auf dem Parkett der Werner-Aßmann-Halle.

Ligaprimus am nächsten Spieltag Gastgeber

Die SG Suhl/Goldlauter rangiert nun mit 15:154 Punkten auf Platz 7, der ThSV Eisenach II mit 14:14 Zählern auf Platz 9, gastiert kommenden Sonntag als krasser Außenseiter beim Tabellenführer HSV Bad Blankenburg.

 

Statistik
Das Team dankt nach dem Abpfiff für die Unterstützung der Zuschauer - sportfotoseisenach

ThSV Eisenach II : Noack, Brand, Martin; Brenner, Urbach (3), Küstner (2), Kleint (8/1), Manys (5), Kreutzer (2), Ziehn, Streckhardt (9/2), Q. Alaj (2/2)

 

SG Suhl/Goldlauter : Fleischmann, Bittermann; Hollo (3), Pindey (10/2), Pauli, Pamer (1), Frank (1), Gerstenberg (1), Vagner (6/3), Szenteszki (3), Bunczik, Prunner, Biskup (1)

 

Siebenmeter : ThSV Eisenach II 7/5

SG Suhl/Goldlauter 6/5

 

Zeitstrafen : ThSV Eisenach II 4 x 2 Min., Disqualifikation Q. Alaj (27.)

SG Suhl/Goldlauter 4 x 2 Min., Disqualifikation Pauli (41.),

Disqualifikation und blaue Karte Biskup (40.)

 

Schiedsrichter: Hausdörfer/ Löwe

 

Zuschauer : 117

 

Th. Levknecht