ThSV II - HSV Bad Blankenburg 28:29

Knappe Niederlage gegen den Topfavoriten

02.10.2018 - ThSV II
Enttäuscht kauerte Philipp Urbach nach dem Abpfiff am Boden. Zumindest ein Punkt war so nah. - sportfotoseisenach

Fast hätte es für den ThSV Eisenach II wieder zu einem Punktgewinn gegen ein mit Ausländern gespickten Spitzenteam in der Thüringenliga der Männer gereicht, doch der HSV Bad Blankenburg erwies sich einen Tick cleverer. In einer intensiv geführten Partie unterlag der ThSV Eisenach II dem Meisterschaftstopfavoriten mit 28:29 (13:16). In Jens Hanse und Thomas Dähne hatte die Partie zwei sichere Leiter. Mit konsequentem Ahnden von Regelwidrigkeiten, dazu gehörten insgesamt 38 Strafminuten und 15 Strafwürfe, hatten sie die richtige Linie parat.

Keeper Sebastian Brand (ThSV) und Julius Rein (HSV) parierten je 14 Bälle
Unsere Zweite vor dem Anpfiff der Partie gegen den Topfavoriten - sportfotoseisenach

„Die Erfahrung unserer gestandenen Spieler nutzend, waren wir ein Stück abgezockter, hatten zudem das nötige Quäntchen Glück“, bilanzierte Julius Rein, der Keeper des HSV Bad Blankenburg, Jurastudent in Jena. Vor zwei Jahren stand er noch im Tor des Jugendbundesligateams des ThSV Eisenach. Im Vorjahr bildete er oftmals mit Sebastian Brand das Torhüterteam des noch in der 3. Liga spielenden HSV Bad Blankenburg. Sebastian Brand war mit einem Zweitspielrecht des Zweitbundesligisten ThSV Eisenach ausgestattet. Alles Geschichte. Sebastian Brand gehört aktuell zum Torhüterteam des Drittligisten ThSV Eisenach, kommt aber auch in der „Reservemannschaft“ zum Einsatz. So am Samstag. Das Torhüterduell zwischen Julius Rein und Sebastian Brand ging über die Gesamtdistanz Remis aus. Durch zwei von John-Niclas Martin parierte Siebenmeter (27. Minute gegen Marcel Werner, 41. Minute gegen Alexander Werner) hatte der ThSV Eisenach II sogar ein leichtes Plus auf der Torhüterposition.

Ausgleichschance in letzter Sekunde
Coach Matthias Meinl schwört sein Team ein - sportfotoseisenach

Eisenachs Trainer Matthias Meinl und Rückraumspieler Noah Streckhardt waren sich einig, dass ein Erfolgserlebnis an der Zahl der technischen Fehler scheiterte. „Die Gäste bestraften konsequent jeden unserer Fehler mit Gegenstößen über beide Außen“, konstatierte Noah Streckhardt, mit 9 Toren bester Werfer seines Teams. Insbesondere Bad Blankenburgs Marcel Werner „dankte“ mit insgesamt 11 Treffern. Bot sich die Ausgleichschance, wie beim 22:23 (48.) und 27:28 (57.), verloren die Eisenacher das Leder. „Alle haben bravourös gekämpft, Pascal Küstner kam vom Krankenbett direkt auf das Parkett“, unterstrich Mattias Meinl. „Bei doppelter Überzahl stellten wir uns einfach nicht clever genug an“, räumte der ThSV-Coach ein Manko ein. Im Finish war seinen Schützlingen das Glück nicht hold. Nach Foul an Pascal Küstner verwandelte Philipp Emmelmann von der Siebenmeterlinie zum 28:29. Da waren noch 61 Sekunden zu spielen. Die in doppelter Unterzahl spielenden Gäste hämmerten den Ball ans Gebälk des Eisenacher Kastens. Die Hallenuhr zeigte eine Spielzeit von 10 Sekunden an. Der 19-jährige Rückraumspieler Noah Streckhardt übernahm die Verantwortung beim Torwurf, zog aus der Bewegung ab. HSV-Schlussmann Julius Rein parierte. Die Gäste und ihr stimmgewaltiger Anhang jubelten über den 3. Auswärtssieg in Folge und das Beibehalten der weißen Punkteweste.

 

Ostthüringer mit frühzeitiger 6-Tore-Führung

„Wir starteten zu pomadig, zu langsam“, gestand Matthias Meinl. Die Gäste, mit ihrer körperlich starken Rückraumreihe Juraj Petko, Tomas Zeman und Tomas Musil, schlossen konsequent zum 3:8 (13.) und 4:10 (17.) ab. „Als wir dann schneller spielten und druckvoll in die Lücken marschierten, bekamen die physisch starken Gäste Probleme“, so der Eisenacher Coach, der das Gegenstoßspiel seiner Crew vermisste. Tom Kreutzer und Sascha Kleint schlossen zum 8:10 ab (20.). „Wir ließen zu viele Wurfchancen aus Nahdistanz aus“, gestand Matthias Meinl. Das lag freilich auch an Julius Rein im HSV-Gehäuse. Beim 9:14 (25.) betrug er Rückstand wieder 5 Treffer, Qendrim Alaj übernahm die Regierolle beim ThSV Eisenach II. In doppelter Unterzahl holten die Gäste einen Siebenmeter zum 10:15 heraus (26.). Durch zwei des ständig aus dem Rückraum powernden Noah Streckhardt ging es nur mit einem 3-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause.

 

Dieses Mal kein Happyend
Qendrim Alaj beim Siebenmeter

Im zweiten Abschnitt sahen die 147 Zuschauer einen offenen Schlagabtausch. Das zu langsame Rückzugsverhalten des Titelfavoriten nutzten die Eisenacher mit temposcharfem Angriffsspiel, mit Torgefahr aus allen Positionen. Beim 18:20 (38.) und 20:22 (43.) war der ThSV Eisenach II auf Tuchfühlung. Nach einer Balleroberung netzte Tom Kreutzer zum 22:23-Anschlußtreffer ein (48.). Sollte die Partie noch kippen? Keeper Sebastian Brand, der zwei schmerzhafte Kopftreffer einstecken musste, steigerte sich zum rechten Zeitpunkt. Ein Eisenacher Fehlabspiel nutzten die Gäste zum 22:24 (49.). Philipp Urbach netzte zum 24:25 ein (51.). Ein nicht den Empfänger findenden ´Eisenacher Diagonalpass nutzten die Ostthüringer zum 24:26 (53.). Beim 25:28 (56.) glaubten sich die Gäste schon im sicheren Hafen. Doch die Eisenacher fighteten mit ganz viel Herzblut. Keeper Sebastian Brand parierte per Fußabwehr. Beim 27:28 (58.)lochte Pascal Küstner zum erneuten Anschlusstreffer ein. Das erhoffte Happyend blieb aus. Der Meisterschaftsfavorit Nummer 1 war einen Tick cleverer.

Statistik
Noah Streckhardt versenkte 9 Bälle - sportfotoseisenach

ThSV Eisenach : Brand, Martin; Brenner, Küstner (2), Urbach (1), Warlich, P. Iffert, Emmelmann (4/2), Kleint (5), Kreutzer (4), Ziehn, Streckhardt (9/2), Q. Alaj (3)

 

HSV Bad Blankenburg : Rein, Jahn; Havel, Zemann (2), Hanl, Musil (3), Petko (5), Köthe, Miller (1), A. Werner (6/2), Geci (1), Ebert, M. Werner (11/3)

 

Siebenmeter : ThSV II 7/4 – HSV 8/5

 

Zeitstrafen : ThSV II 7 x 2 Min. – HSV 12 x 2 Min. (Rot für Gerci n. 3. ZS, 58.)

 

Zuschauer : 147

 

Th. Levknecht