Als Bettina Schmidt feierte sie als Rennrodlerin international große Erfolge

Wir trauern um unsere ehemalige Übungsleiterin Bettina Neumann

04.05.2019 - Verein
Bettina Schmidt, 2. v.l., bei den DDR-Meisterschaften 1984

Mit Betroffenheit erreichte den ThSV Eisenach die Nachricht, dass seine einstige Übungsleiterin und Leiterin des Sportinternates Bettina Neumann im Alter von nur 58 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben ist. Einstige Mitstreiter, wie Edmund Nositschka und Rainer Osmann, zeigten sich bestürzt über das frühe Ableben von Bettina Neumann. Ihre größten sportlichen Erfolge feierte die Verstorbene unter ihrem Mädchen-Namen Bettina Schmidt als Rennrodlerin.

 

Bettina Neumann, geborene Schmidt, wuchs in einer sportbegeisterten Familie in Eisenach auf, ihr Vater („Horti“ Schmidt) war ein erfolgreicher Handballtrainer bei Motor Eisenach. Tochter Bettina, am 2. Juni 1960 zur Welt gekommen, versuchte sich zunächst als Brustschwimmerin und Kugelstoßerin , wurde jedoch 1974 für das Rennrodeln entdeckt. Schon im Jahr darauf war sie Zweite bei der Kinder- und Jugendspartakiade der DDR, die sie schließlich 1977 gewann.
Bei der Europameisterschaft 1978 holte Bettina Schmidt erst Silber, um anschließend Junioren-Europameisterin zu werden. 1981 musste sie sich bei den Weltmeisterschaften in
Hammarstrand nur ihrer Klubkameradin vom ASK Vorwärts Oberhof, Melitta Sollmann , geschlagen geben. 1982 folgte der Gewinn der Europameisterschaft, 1983 ein vierter Platz bei der WM. Bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo erkämpfte sich Bettina Schmidt die Silbermedaille hinter Steffi Martin (ebenfalls DDR).

Schmidt war die erste Olympiateilnehmerin aus Eisenach. Nach ihrer Karriere studierte sie Sport. Nach der Wende eröffnete sie in Eisenach ein Geschäft und war engagierte Übungsleiterin im Nachwuchs des ThSV Eisenach , leitete zudem das Sportinternat mit jungen Handballtalenten aus ganz Deutschland. Später trainierte sie erfolgreich die Rennrodler des Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittenverbandes, darunter Madeleine Teuber , die 2005 Juniorenweltmeisterin wurde. Sie lebte zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern in Eisenach. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich in den letzten Jahren immer mehr.

 

Der ThSV Eisenach wird Bettina Neumann in dankbarer Erinnerung behalten.

 

Th. Levknecht