Zum Hauptinhalt springen
Aktuelles

News

„Beim Rennsteiglied bin ich noch nicht textsicher.“

Auszeit mit Manuel Zehnder: Neuzugang dirigiert derzeit das Angriffsspiel unseres Teams/ Der Schweizer ist auf Leihbasis des HC Erlangen bei uns 

Manuel Zehnder, vor 24 Jahren in Aarau, einer Mittelstadt und Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Aargau als Sohn einer aus Deutschland stammenden Mutter und eines Vaters aus der Schweiz geboren, seitdem auch mit doppelter Staatsbürgerschaft, schwingt derzeit als Regisseur den Taktstock im Angriffsspiel des thüringischen Handball-Erstbundesliga-Aufsteigers ThSV Eisenach. Er wurde von Ligakonkurrent HC Erlangen in die Wartburgstadt ausgeliehen, um hier Spielpraxis zu sammeln. Mit Trainer Misha Kaufmann und Linksaußen Timothy Reichmuth traf er hier Landsleute, mit denen er bei seinen Heimatverein HSC Suhr Aarau in der Schweiz, bereits zusammen am Ball war. Mit 63 Treffern belegt der ledige (Single) 1,90 Meter Mann Platz 3 in der Torjägerliste der 1. Handballbundesliga der Männer. 

Vor dem Heimspiel des ThSV Eisenach am Freitag, 20.10.2023 um 20.00 Uhrgegen den HSV Hamburg (Tickets noch erhältlich! Online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle) sprachen wir mit Manuel Zehnder: 

Wann haben Sie mit dem Handball im Verein angefangen?

In der Zeit der Kinderspielgruppe, also mit 5 Jahren, wurde ich mal zum Handball mitgenommen. Das hat mir gleich Spaß gemacht und ich bin dabeigeblieben. Mein Vater spielte ja auch Handball. Dieser Mannschaftssport beinhaltet die richtige Mischung aus Schnelligkeit, Körperlichkeit und Kopf. Frühzeitig bin ich auf der zentralen Rückraum-Position gelandet. 

Wie interpretiert Manuel Zehnder die Rückraum-Mitte-Position?

Das kommt auf die Rückraumkollegen links und rechts an. Sind es Werfer, ist es meine Aufgabe, sie in gute Wurfpositionen zu bringen. Sind es spielstarke Spieler, heißt es für mich, sie in gute 1 gegen 1-Situationen zu bringen. Der Rückraum- Mitte-Mann ist dafür zuständig, die Stärken der Mitspieler einzusetzen. Eigene Torgefährlichkeit gehört natürlich dazu. 

Haben Sie ein Vorbild?

Der Franzose Daniel Narcisse – und natürlich der Schweizer Andy Schmid.

Im Sommer 2022 wechselten Sie von der Schweiz, Ihrem Heimatverein HSC Suhr Aarau, nach Deutschland, zum HC Erlangen. Warum?

Mein Traum war es seit langem, in der 1. Handballbundesliga zu spielen. Als das Angebot kam, brauchte ich nicht lange zu überlegen. 

Was unterscheidet die 1. Liga in der Schweiz, von der 1. Liga in Deutschland?

In Deutschland ist nahezu jede Mannschaft auf jeder Position zwei- oder gar dreifach gut besetzt. Die Breite fehlt in der Schweiz. Der Handball in der 1. deutschen Liga ist kräftiger, schneller sowie technisch und taktisch besser. Auch das Zuschauerinteresse ist in Deutschland deutlich höher. In Aarau konnten wir im Schnitt 800 bis 1.000 Zuschauer begrüßen, was sein sehr guter Wert in der 10 Mannschaften umfassenden 1. Liga der Schweiz bedeutet. 

Nun die Ausleihe zum ThSV Eisenach. Beim HC Erlangen „noch“ als zu leicht, nicht reif befunden? 

Ich stand in der Vorsaison zwar bei allen 34 Punktspielen auf dem Spielprotokoll, erhielt aber nur wenig Einsatzzeiten. Der Kader beim HC Erlangen ist deutlich breiter aufgestellt als der des ThSV Eisenach. Hier spielten auf der Mitte Nico Büdel und Steffen Fäth, aber auch Lutz Heiny. Gern nahm ich die Ausleihe nach Eisenach an. Ich spüre hier das Vertrauen von Misha Kaufmann, der mir eine Führungsrolle zutraut. Ja, hier macht es mir Spaß. 

Dass Ihr Ex-Trainer Misha Kaufmann Coach in Eisenach ist, hat das zur Entscheidung beigetragen?

Na klar. Wir kennen uns schon viele Jahre, waren in der Schweiz beim gleichen Verein. Das Verhältnis zu Misha Kaufmann ist seither gut. Es gab auch Anfragen anderer Vereine, doch die Entscheidung für Eisenach stand schnell fest. 

Ist es ein Vorteil oder eine Hypothek der schon längeren Zusammenarbeit mit dem Trainer?

Ich habe klare Ziele. Misha Kaufmann hat hohe Ansprüche an mich. Er geht mit mir nicht lockerer um. Ich will besser werden. Dass wir uns lange kennen, gut harmonieren, erachte ich als Vorteil. 

Kommt Ihnen das offensive Abwehrsystem, teilweise mit Ihnen als vorgezogene Spitze, gelegen?

In Erlangen habe ich zumeist nur im Angriff gespielt. Das System Kaufmann kenne ich aus unserer gemeinsamen Zeit in der Schweiz. Ich identifiziere mich damit, ob als Spitze oder auf Außen in der Deckung. 

Könnten Sie sich vorstellen, länger als ein Jahr in Eisenach zu spielen?

Mein Vertrag beim HC Erlangen läuft noch bis 2026. In Eisenach gefällt es mir sehr gut. Ich bekomme das Vertrauen des Trainers. Ich kann mir durchaus vorstellen, hier länger zu bleiben. 

Wie kommen Sie in der Kleinstadt Eisenach zurecht?

Ich komme aus einer Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern, habe keinerlei Eingewöhnungsprobleme. Die Innenstadt ist sehr schön. Ich konzentriere mich auf das Handballspielen. 

Warum schafft der ThSV Eisenach den Klassenerhalt in der 1. Liga?

Darüber denke ich nicht nach. Wir betrachten jedes Spiel einzeln, konzentrieren uns stets das nächste. In heimischer Halle können wir jeden bezwingen. Besonders mit unserer Abwehr, die unser Coach flexibel einstellt. Er hat zu jedem Spieler einen guten Draht; er und das Team funktionieren sehr, sehr gut. 

Am Freitag kommt der HSV Hamburg in die Werner-Aßmann-Halle….

Wir wollen unseren Heimnimbus fortsetzen, in heimischer Halle unbezwungen bleiben. Und das mit Hilfe unserer Fans!

Können Sie schon den Text des Rennsteiglied, das nach Siegen in der Werner-Aßmann-Halle angestimmt wird?

Vorsichtig formuliert: Ich bin noch nicht textsicher, arbeite aber daran. 

Lieblingsessen?

Spaghetti mit Hähnchen. Aber von meiner Mama. Sie macht das auf eine ganz spezielle Art. 

Ihre Lieblingsmusik?

Ich bin ein Pop-Hörer, aber ruhige Pop-Musik.

Ihre Informationsquellen? 

Ich spreche viel mit meinen Eltern. Mit unserem Trainer spreche ich über Handball, aber auch über die Dinge des Lebens. Ich informiere mich ansonsten über die Sozialen Medien. 

Mit wem möchten Sie mal Essen gehen? 

Mit den Eltern meines Vaters. Die durfte ich leider nicht kennenlernen. Sie sind vor meiner Geburt gestorben. Sie kenne ich nur vom Erzählen. 

Interview: Thomas Levknecht 

 

Zurück