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Den Mann wirft keiner um 

Eisenach Handball-Recke Justin Kurch braucht vier Mahlzeiten pro Tag

Der gebürtige Zeitzer Justin Kurch begann in Ostthüringen seine Handball-Karriere, spielte in der ersten Liga bei Magdeburg, Coburg und Erlangen. Jetzt will er mit Eisenach die Bundesliga halten.

Justin Kurch beeindruckt die Gegner. 1,98 Meter, 110 Kilo, Schuhgröße 51 – den Mann wirft so schnell keiner um. Als junger Bursche war Kurch zwar auch schon ziemlich groß, „aber doch eher dünner“, sagt der Kreisläufer und Abwehrrecke des Handball-Bundesligisten ThSV Eisenach.

Die Handball-Laufbahn begann in seiner Geburtsstadt bei Chemie Zeitz. „Als wir dort die Mannschaft nicht mehr voll bekamen, suchte ich einen anderen Verein und fand ihn mit Post SV Gera“, erzählt der 24-Jährige, der da parallel immer noch Fußball gespielt hatte. „Damals hat sich Rolf Häseler sehr um mich gekümmert und immer vom Bahnhof abgeholt“, ist Kurch seinem Entdecker und dem Post SV immer noch dankbar. Denn der Weg führte ihn danach ins ostdeutsche Handball-Mekka. „Ich war mit 13 Jahren mega happy, als mich der SC Magdeburg nach einem Test für seinen Nachwuchs haben wollte“, erinnert sich Kurch. Noch stolzer war allerdings sein Papa als großer Fan des SCM.

Einen Siebenmeter beim ersten Bundesliga-Einsatz rausgeholt

Kurch, überwand die Fremde mit dem kleinen einsamen Internatszimmer am Wochenende. „Danach war es mit den Kumpels die beste Zeit und ich wurde schneller als andere selbstständig“, sagt er. Unvergessen blieb ihm der erste Bundesliga-Einsatz gegen Gummersbach. „Da habe ich sogar einen Siebenmeter rausgeholt“, weiß Kurch noch.

Seinen größten Erfolg feierte der Zeitzer mit der deutschen U20-Auswahl. In Slowenien bei der EM holte das Team Bronze mit dem Sieg über Portugal. Gegen die Franzosen war man im Halbfinale nur ganz knapp gescheitert. „Natürlich gibt es in Deutschland viele Talente in jedem Jahrgang. Aber mein Traum von einem Einsatz im Nationalteam, der lebt weiter“, sagt Kurch, der danach 2020 zu Bundesliga-Aufsteiger Coburg wechselte, um mehr Einsatzchancen in der 1. Liga zu bekommen. Kurch hat aus dem Abstieg mit den Franken etwas gelernt. „Das Wichtigste ist der Glaube an das große Ziel. Nicht zu zweifeln. Das ist in Eisenach unter Misha Kaufmann anders als in Coburg“, erklärt Kurch.

Zukunftspläne nach dem Handball als Kita-Leiter oder Lehrer

Nach einer Unterschrift in Dessau kam dann ein Anruf aus Erlangen, wo Kurch erneut bei einem Erstligisten spielte. Nun also Eisenach.

„Ich kenne Maik Nowak, der früher mein Trainer in der Fördergruppe der Bundeswehr war. Wir waren uns schnell einig“, sagt er. Kurch wurde herzlich aufgenommen in der Wartburgstadt. Die ThSV-Fans trugen beim Einzug Möbel und die Kartons den Berg und die Treppen rauf.

Auch Kaufmanns offensive Abwehrsystem verstand er nach kurzer Zeit. Nun warten die Ex-Kollegen vom HC Erlangen. Kurch freut sich auf den Samstag (19 Uhr) in Nürnberg. „Das ist eine starke Truppe, das gleiche Kaliber wie Hannover. Doch auch da konnten wir mithalten“, glaubt Kurch an die Chance auf die ersten Auswärtspunkte.

Für die Zukunft nach dem Handball studiert Kurch aktuell Pädagogik. „Vielleicht leite ich mal eine Kita oder werde Lehrer“, hat er Pläne. Trainieren kann er schon mal als Vater der im August geborenen kleinen Tochter Liya. Dazu kommt Noah. Der Sohn von Lebensgefährtin Vivi übt in der F-Jugend des ThSV bei seinem Mannschaftskollegen Timothy Reichmuth.

Die Mittagszeit naht und der Körper meldet sich von selbst für das nächste Essen. „Um mein Kampfgewicht zu halten, brauche ich manchmal vier Mahlzeiten pro Tag. Da kümmert sich Vivi sehr gut um mich“, lacht Kurch, der aber immerhin mit seinem Spezialgericht Nudel-Bolognese glänzen kann.                                                      
 

Dirk Pille 

 

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