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Eisenachs Coach Misha Kaufmann reizt die Konstellation

Wartburgstädter gastieren bei den verlustpunkfreien Füchsen Berlin

Wenn der Aufsteiger beim verlustpunktfreien Titelaspiranten gastiert, sind die Rollen eigentlich verteilt. So auch am Sonntag, 01.10.2023 ab 16.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle Berlin. Die Füchse Berlin, wie die MT Melsungen mit 12:0 Punkten an der Tabellenspitze, empfangen den ThSV Eisenach. Der Aufsteiger von der Wartburg ließ zum Saisonstart aufhorchen, hat nach sechs absolvierten Partien 5 Pluspunkte aufzuweisen. Die Füchse Berlin um Weltmeister Mathias Gidsel siegten am vergangenen Spieltag beim vorjährigen Zweitliga-Meister HBW Balingen-Weilstetten mit 37:26! Sie bezahlten den Sieg aber teuer. Linkshänder Fabian Wiede zog sich eine schwere Knöchelverletzungzu, die ihn zu einer längeren Pause zwingt. Paul Drux fällt wegen eines Achillessehnenrisses ebenfalls langfristig aus. Auf den Ausfall von Fabian Wiede reagierte Füchse-Geschäftsführer Bon Hanning umgehend, indem er U21-Weltmeister Max Beneke von Kooperationspartner VfL Potsdam in den Berliner Kader zieht. "Jetzt müssen wir schauen, wie wir diese Situation mit zwei so schweren Verletzungen lösen können", sagte er. Ob die Füchse möglicherweise nochmal einen externen Neuzugang holen, ist noch offen.

Gelingt ein Wunder?

„Die Konstellation am Sonntagnachmittag reizt uns. Wir wollen den Füchsen Berlin das Leben so schwer wie möglich machen. Wir wissen, wir müssen weit über uns hinauswachsen, um vielleicht ein Wunder wahrwerden zu lassen“, erklärt Misha Kaufmann, der Coach des Aufsteigers von der Wartburg. Er wird vermutlich das Aufgebot vom letzten Auswärtsspiel aufbieten. Die Rückraum-Stammkräfte Jannis Schneibel (langzeitverletzt) sowie Marko Grgic und Alexander Saul (beide erkrankt) werden weiterhin fehlen. Zu seinem zweiten Einsatz im ThSV-Trikot wird der in der Vorwoche vom VfL Potsdam ins Thüringische gewechselte linke Rückraumspieler Dustin Kraus kommen. Manuel Zehnder, Niclas Heitkamp, Malte Donker und Simone Mengon werden die übergroße Last im Rückraum zu tragen haben. 

Füchse-Coach Jaron Siewert rechnet mit „Eisenacher Fallen“ 

„Wir haben großen Respekt vor der Mannschaft und dem Trainer des ThSV Eisenach. Zum einen mit Blick auf die vergangene Saison, die ja mit dem Erstbundesligaaufstieg endete, zum anderen begründet im guten Saisonstart. Wir werden uns auf eine offensive und aggressive Deckung einzustellen haben. Im Angriff agieren die Eisenacher sehr diszipliniert, spielen auf den Punkt“, verteilt Jaron Siewert, der Coach der Füchse Berlin, Komplimente. Beim Wartburgcup im Sommer unterlag der ThSV Eisenach den Füchsen Berlin erst im Finish mit 27:31. „Wir werden uns auf viele Fallen einstellen müssen. Eine kompakte Abwehr und schnelles Tempospiel sind unsererseits angesagt“, ergänzt der Jaron Siewert. Der heute 29-Jährige übernahm im Sommer 2020 das Traineramt beim ambitionierten Hauptstadtclub. Zum Kreisläuferteam der Füchse Berlin gehört der 21-jährige Keno Jacobs, der als C-Jugendlicher beim ThSV Eisenach spielte und im vereinseigenen Sportinternat Quartier bezogen hatte. Als B-Jugendlicher wechselte er nach Potsdam. „Keno ist super drauf, entwickelt sich gut, hat in Balingen seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielt“, lässt Jaron Siewert wissen.  

Drei Ex-Füchse-Spieler im Eisenacher Kader

In den Reihen der Eisenacher stehen mit Willy Weyhrauch, Moritz Ende und dem in der Vorwoche verpflichteten Dustin Kraus drei Akteure mit einer Füchse-Vergangenheit. Moritz Ende kam im Sommer dieses Jahres vom Euroleague-Sieger in die beschauliche Kleinstadt unter der Wartburg. „Ich wollte raus aus meinem `Nest`, mehr Spielzeit, neue Aufgaben, neue Erfahrungen, ein neues Team. Es gab keinen besseren Schritt als der nach Eisenach. Es funktioniert alles, so wie ich es mir vorgestellt habe“, erklärt der Rechtsaußen. Mit Blick auf den Sonntag formuliert er: „Ich will es nicht verschweigen, das wird für mich ein besonderes Spiel. Im vergangenen Jahr habe ich mit den Füchsen Berlin viel erlebt, Freundschaften sind entstanden. Ich freue mich auf den Fuchsbau, ich freue mich auf viele bekannte Gesichter. Na klar, ich will mit meiner Mannschaft am Sonntag erfolgreich sein. Wir reisen sehr gut vorbereitet und mit Selbstbewusstsein an. Ich hoffe auf viele Einsatzzeiten, um zu zeigen, dass ich mich weiterentwickelt habe.“ Moritz Ende trifft am Sonntag auf sein sportliches Vorbild Hans Lindberg. Der Rekordtorschütze der Bundesligageschichte verkörpert auch mit 42 Jahren allerhöchste Handballklasse. Die Füchse Berlin sind – auch ohne Fabian Wiedeund Paul Drux – mit Handballern der Spitzenklasse besetzt. Und sind am Sonntag klarer Favorit!

Th. Levknecht

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