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Wir lassen gleich gehörig aufhorchen!

Unser Team bejubelt zum Saisonauftakt einen 31:30 (13:13) -Erfolg über den Bergischen HC/ Manuel Zehnder und Alexander Saul netzen zusammen 21 Bälle ein

 

Der von nahezu allen Handball-Fachleuten als erster Absteiger eingestufte ThSV Eisenach startete mit einem 31:30 (13:13) -Erfolg über den gestandenen Erstligisten Bergischer HC. Manuel Zehnder und Alexander Saul markierten zusammen 21 der 31 Eisenacher Treffer.

Ein Auftakt nach Maß! Zugleich ein Dank an alle Mitstreiter, die in Nachtschichten und bis kurz vor dem Anpfiff in und um die Werner-Aßmann-Halle gearbeitet haben, um die Erstligakriterien zu erfüllen. Die Mannschaft erfüllte sie sportlich. Inbrünstig intonierte die blau-weiße Fangemeinde nach dem Abpfiff Thüringens Nationalhymne, das „Rennsteiglied“. Das Team tanzte ausgelassen auf dem für die 1. Liga mit dem verbindlichen Blau versehene Schwingparkett aus dem Jahr 1984.

Misha Kaufmann löst Versprechen an seinen Vater ein

„Wir haben den Glauben und unsere Überzeugung geschärft“, betonte Eisenachs Coach Misha Kaufmann nach seinem ersten Spiel als Trainer in der 1. Handballbundesliga. Einmal Trainer in der 1. Handballbundesliga zu sein, das hatte er einst seinem inzwischen verstorbenen Vater versprochen. Daran erinnerte er emotional in der Pressekonferenz nach der Partie.

Zeitstrafe nach 40 Sekunden irritiert Manuel Zehnder nicht

 „Wir haben 60 Minuten gebrannt. Die Partie hat gezeigt, dass wir mit Teamgeist und der fantastischen Unterstützung unserer Fans solche Spiele gewinnen können“, strahlte Eisenachs Spielgestalter Manuel Zehnder. Mit 13 Treffern war der vom HC Erlangen ausgeliehene 23-Jährige der überragende Mann der Partie. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Marko Grgic übernahm er auch die Rolle der vorgezogenen Deckungsspitze der 5:1-Abwehrformation. Er ließ sich von einer Zeitstrafe bereits nach 40 Sekunden nicht irritieren. Es blieb die einzige im gesamten Spielverlauf für den ThSV Eisenach! „In der Abwehr bekamen wir keinen Zugriff auf ihn. Egal in welcher Höhe, egal wie eng wir ihn deckten“, verteilte BHC-Coach Jamal Naji ein Sonderlob an Eisenachs Mittelmann. „Mit diesem Sieg wurde unser Glaube geschärft, dass wir in dieser Liga einiges reißen können. Insbesondere in heimischer Halle. Unser Publikum hat uns gepusht, zusätzliche Energie verliehen“, konstatierte Linksaußen Timothy Reichmuth. „Im Angriff haben Manuel Zehnder und Alexander Saul überragend gespielt“, schob er hinterher.

BHC bringt Bälle von den Außenpositionen nicht unter

Beide Teams hatten nicht ihre Bestbesetzung zur Stelle. Dem Gastgeber fehlten mit den erkrankten Marko Grgic (Rückraum) und Justin Kurch (Kreis) zwei wichtige Stammkräfte. BHC-Coach Jamal Naji konnte nur auf einen Rückraum-Rechten zurückgreifen und musste zusätzlich den verletzungsbedingten Ausfall Eloy Morante Maldonado in der ersten Halbzeit kompensieren. „Mit dem 7 gegen 6 schufen wir uns freie Wurfpositionen, brachten jedoch 7 freie Würfe von außen nicht unter. Die Zuschauer entwickelten einen immensen Druck. Das Gastgeberteam wuchs über sich hinaus, zeigte sich wahnsinnig abgebrüht“, bilanzierte BHC-Coach Jamal Naji. Als sein Team nach einem 4-Tore-Lauf (Persson, Weck, Andersen, Nothdurft) vom 16:14 (34.) zum 16:18 (40.) mit zwei Toren vorn lag, behielten die Wartburgstädter kühlen Kopf, setzten auf ihre arteigenen Qualitäten. Kapitän Peter Walz stachelte sein Team und die Zuschauer an, verwandelte ein Zuspiel von Manuel Zehnder zum 19:19 Ausgleich (43.). Der Schlussphase drückte auch Eisenachs Rückraum-Rechter Alexander Saul seinen Stempel auf, der zum 25:24 (51.), 27:25 (54.) und 29:27 (58.) einnetzte. Manuel Zehnder zirkelte ein Freiwurfablage zu seinem 13.Treffer ins Netz und sorgte damit für Eisenacher Glückseligkeit. „Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir zu viele freie Chancen nicht genutzt. Mit unserer Abwehrarbeit zwangen wir den BHC ins 7 gegen 6“, bilanzierte Eisenachs Coach Misha Kaufmann. Er variierte die Deckungssysteme (5:1, 3:3 und 6:0) in unterschiedlicher personeller Besetzung. Bei der unkonventionellen Deckung der Eisenacher habe sein Team nicht gut ausgesehen, räumte Jörg Föste, Geschäftsführer Sport des BHC, ein. „Das 7 gegen 6 hat uns dann geholfen. Über weite Strecken zeigten wir uns jedoch sehr unkonzentriert, trafen bei Gegenstößen falsche Entscheidungen. Eisenach war besser und hat verdient mit einem Tor mehr gewonnen“, erklärte Jörg Föste.

Weil Platz war, mit 4 Keepern auf dem Spielprotokoll

Ohne die erkrankten Marko Grgic und Justin Kurch musste ThSV-Coach Misha Kaufmann umstellen. Kapitän Peter Walz besetzte nahezu durchgängig die Kreisposition. Im Rückraum agierten über weite Strecken Niclas Heitkamp, Manuel Zehnder und Alexander Saul. Ivan Snajder agierte auf Links- und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen. Durch das Fehlen von Marko Grgic und Justin Kurch waren zwei Plätze auf dem Spielprotokoll freigeworden. Der ThSV Eisenach ging mit 12 Feldspielern und 4 Torhütern (Spikic, Plaue, Kornecki, Freitag) in die Partie. Dominik Plaue kam bei drei Siebenmetern, ansonsten stand Mateusz Kornecki im Kasten und wurde mit 11abgewehrten Bällen notiert.

Zehnder, immer wieder Manuel Zehnder

Deutschlands Schiedsrichter Nummer 1, Robert Schulze und Tobias Tönnis, verhängten gleich zwei Zeitstrafen, je eine an jede Mannschaft, und gaben damit unmissverständlich ihre Linie vor. Beide Teams hatten verstanden. Der BHC, mit Linus Arnesson auf Rückraum Mitte, traf durch den 20-jährigen mit körperlicher Präsenz wuchernden Kreisspieler Aon Seesing vom Kreis zum 1:2 (4.).  Das blieb die einzige Gästeführung bis zur 39. Minute (16:17). Manuel Zehnder entwickelte sich zum Albtraum der Gäste. Er ließ sich auch von Fehlversuchen nicht entmutigen. Die Abwehr, in verschiedenen Systemen, gab den Gästen nur schwer zu lösende Aufgaben. Per Umschaltspiel fanden sich Peter Walz und Ivan Snajder zum 5:3 (12.). Manuel Zehnder traf über die linke Seite zum 7:5 (17.) und 8:6 (20.). Mit ballverlagernden Aktionen schufen sich die Eisenacher gute Wurfpositionen. Willy Weyhrauch besorgte von Rechtsaußen das 10:8 (23.). Frühzeitig versuchte es der BHC mit dem 7. Feldspieler, im „normalen“ Positionsgriff blieb zu oft der Erfolg aus. Beim 12:12 leuchte wieder ein Gleichstand an der Anzeigetafel. Die Eisenacher verloren in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit bei eigenem 7 gegen 6 das Leder, BHC-Keeper Peter Johanesson traf aus seinem Kasten zum 13:13-Pausenstand.

Misha Kaufmann, „Meister der Anpassung“

Ungebremst kamen die Eisenacher aus den Kabinen. Manuel Zehnder verwandelte – nach Regelwidrigkeit an Niclas Heitkamp – vom Strich zum 16:14 (33.). Mads Kjelgaard Andersen initiierte den BHC-Zwischenspurt zum 16:18 (40.). Die Wende im Spiel? Mitnichten! Misha Kaufmann, von seinem BHC-Kollegen Jamal Naji als „Meister der Anpassung“ gewürdigt, passte sein System an das der Gäste an. Seine Schützlinge setzten das „angepasste System“ vorzüglich um. ThSV-Keeper Mateusz Kornecki angelte sich einen Heber von Isak Persson. Willy Weyhrauch besorgte mit einem Wurf von Rechtsaußen ins kurze Eck den 20:20-Ausgleich (44.). Ein offener Schlagabtausch war angesagt. Manuel Zehnder übernahm auf Seiten der Gastgeber immer wieder Verantwortung, ließ sich nicht stellen. Die BHC-Abwehr schien zu verzweifeln. Nach Regelwidrigkeit an Malte Donker versenkte er den fälligen Siebenmeter zum 23:22 (48.). Lukas Stutzke traf für die Gäste zum 25:25 (52.). Der letztmalige Gleichstand. Von der lautstarken Kulisse beflügelt investierten die Wartburgstädter ihre letzten Körner, glaubten immer mehr an den greifbaren Sieg. Insbesondere nach dem 29:27 durch Alexander Saul (58.) und der Energieleistung von Kapitän Peter Walz zum 30:28 (59.). Linus Arnessen wuchtete aus der Distanz für die Gäste zum Anschlusstreffer ein. Da waren noch 88 Sekunden zu spielen. Viel Zeit im Handball der heutigen Zeit. Ball kontrollieren und Druck auf das Tor, waren angesagt. Misha Kaufmann sammelte sein Team zur Besprechung der letzten Sekunden. Eine Freiwurfablage nutzte Manuel Zehnder zu seinem 13. und über die Punktvergabe entscheidenden Treffer zum 31:29.

 

Statistik

ThSV Eisenach: Spikic, Plaue (bei 3 Siebenmetern/ 1 Parade), Kornecki (11 Paraden), Freitag; Reichmuth, Hübke, Zehnder (13/4), Walz (4), Mengon, Ende, Heitkamp, Meyer, Donker, Snajder (3), Weyhrauch (3), Saul (8)

Bergische HC: Rudeck (1.-23./ bei 1 Siebenmeter, 54.-60. – 3 Paraden), Johannesson (4 Paraden/ 1Tor); Beyer, Persson (4), Nothdurft (3), Weck (1), M`Bengue, Ladefoged (1), Andersen (6), Fraatz, Babak., Arnesson (6/4), Maldonado, Stutzke (4), Seesing (4)

Schiedsrichter: Schulze/Tönnies

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 1 x 2 Min. – BHC 4 x 2 Min.

Siebenmeter:

ThSV 3/4 (Zehnder verwandelt je 2 x gegen Rudeck u. Johannesson; Zehnder wirft 1x, beim Stand von 16:16, gegen Ruedeck ans Holz, 38.)

BHV 4/5 (Arnesson verwandelt je 2 x gegen Kornecki u. Plaue, scheitert beim Stand von 28:26 an Plaue, 57.)

Strafminuten

ThSV Eisenach: 2 Min. (Zehnder, 1.)

Bergischer HC: 8 Min. (Ladefoged 3. u. 6.), Stutzke (37.), Seesing (50.)

Zuschauer: 2.328

Spielfilm: 7:5 (15.), 10:10 (25.), 13:13 (30.), 17:19 (41.), 21:22 (46.), 27:25 (54.), 30:29 (59.), 31:29 (60.), 31:30 (60.)

Beste Spieler

ThSV Eisenach: Zehnder, Saul, Walz

BHC: Andersen, Stutzke

Th. Levknecht

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Niclas Heitkamp sichert den Ball - Foto: Heilwagen
Manuel Zehnder ragte aus einer starken Eisenacher Mannschaft mit 13 Treffern heraus - Foto: Heilwagen
Alexander Saul bejubelt einen seiner 8 Treffer - Foto: Heilwagen
Ministerpräsident Bodo Ramelow feuerte unser Team von der Haupttribüne an - Foto Heilwagen
Emotionen auf der Bank: Niclas Heitkamp, Peter Walz und Alexander Saul - Foto Heilwagen
Philipp Meyer und Timothy Reichmuth riegeln ab - Foto Heilwagen
Kapitän Peter Walz beim Torwurf - Foto Heilwagen
Voll besetzte Ränge in der Werner-Aßmann-Halle - Foto Heilwagen
Ausgelassener Jubel nach dem Abpfiff - Foto Heilwagen
Unser Team jubelte mit den Einlaufkindern