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Unser Team mit unglaublich starker Mentalität

Bodenhaftung und Demut - bei aller Freude über das bisher Erreichte 

Dass die „Handball-Fachwelt“ den ThSV Eisenach, noch ehe ein Ball geworfen war, zu Abstiegskandidat Nummer 1 erklärte, empfanden alle im Thüringer Handballtempel als zusätzlichen Ansporn, als zusätzliche Motivation. Die kleinste Halle, der niedrigste Etat, das zweitjüngste Team nahezu ohne Bundesligaerfahrung, der ThSV Eisenach war mit dem Etikett Absteiger versehen. Aber gerade in kleinen Hallen lebt Handball mit von den Spielern und Zuschauern getragenen Emotionen. In der Werner-Aßmann-Halle sind die Zuschauer Freud und Leid der Spieler sehr, sehr nahe. Eine große Trumpfkarte des ThSV Eisenach ist seine Heimspielstätte. „Die Fans auf den Traversen pushen uns, verleihen uns unglaubliche Energie“, betont Eisenachs Coach Misha Kaufmann. „Ich bekomme Gänsehaut“, erklärt Rechtsaußen Willy Weyhrauch mit Blick auf das besondere Flair in der altehrwürdigen fast 40-jährigen Halle. Gegen die Rhein-Neckar Löwen war diese mit 3.150 Zuschauern sprichwörtlich bis auf den letzten Platz gefüllt. „Unsere Halle spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Den generischen Mannschaften macht es nicht unbedingt Spaß, hier zu spielen“, so Maik Nowak, der Sportliche Leiter der Wartburgstädter. Das „System Kaufmann“, mit der in Deutschland ungewöhnlichen offensiven und variablen Abwehr, bildet auch im Oberhaus das Fundament der Spielphilosophie. „Die spielen eine ekelhafte Abwehr“, sagte Löwen-Linksaußen Lion Zacharias in Richtung des Aufsteigers und meinte das als Kompliment.

Nach 9 Spieltagen hat der Aufsteiger von der Wartburg 7: 11 Punkte vorzuweisen, damit gerade einen Pluszähler weniger als der THW Kiel, rangiert auf dem 12. Tabellenplatz, punktgleich mit dem auf Platz 10 einnehmenden SCDHfK Leipzig. Die Wartburgstädter blieben in den vier absolvierten Heimspielen ungeschlagen. Selbst der amtierende DHB-Pokal-Sieger, die Rhein-Neckar Löwen, reiste mit einer 26:29-Niederlage im Gepäck Richtung Mannheim. „An diesem Tag hat sehr, sehr vieles gepasst. Wir sind noch lang nicht am Optimum, können es noch besser“, so Misha Kaufmann. „Wir bleiben demütig und wissen sehr genau, dass wir nur mit weiterer harter und unnachgiebiger Arbeit unser großes Ziel Klassenerhalt erreichen können“, ergänzt Maik Nowak. Demnächst soll auch mal auswärts gepunktet werden. Fakt ist natürlich auch: Für Siege gibt es daheim zwei und auswärts auch nur zwei Punkte. Auf die Heimstärke baute der ThSV Eisenach auch schon zu Zeiten von Rainer Osmann. 

Manuel Zehnder brilliert als torgefährlicher Regisseur

Von den 10 Abgängen im Sommer redet keiner mehr, vielmehr sind die 10 Zugänge in aller Munde. Der auf Leihbasis vom HC Erlangen gekommene Manuel Zehnder brilliert als torgefährlicher Spielgestalter, markierte bisher 63 Treffer und belegt damit Rang 3 in der Torjägerliste der Liga. (Jannis Schneibel, der langzeitverletzte Aufstiegsregisseur, wird in einem kontinuierlichen Prozess wieder aufgebaut.) Der ebenfalls auf Leihbasis von den Franken ins Thüringische gewechselte Justin Kurch bildet gemeinsam mit Kapitän Peter Walz das Kreisläuferteam, verstärkt zugleich den Deckungsinnenblock. Simone Mengon, der erste Italiener beim ThSV Eisenach, wird immer mehr ein Faktor im Rückraum. Niclas Heitkamp, der U 21-Weltmeister, wohl etwas Bammel vor seinem ersten Engagement außerhalb Leipzigs, ist in Eisenach angekommen. Der Wohlfühlfaktor ist für einen Leistungssportler ungemein wichtig. Die Leistungskurve der drei neu verpflichtenden Torhüter zeigt auch nach oben. 

Lob von Bob Hanning

Bob Hanning, der Geschäftsführer der Füchse Berlin, zog gerade seinen Hut vor Aufsteiger ThSV Eisenach. „Mit dem, was sie leisten, tun sie dieser Liga richtig gut. Sie sind für mich so etwas wie das St. Pauli des Handballs. …Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die eine oder andere Mannschaft, die heute noch nicht daran glaubt, absteigen zu können, eher absteigen wird als der ThSV Eisenach.“

Vor drei Jahren eingeschlagener Weg wird weiter beschritten

Der Sportliche Leiter Maik Nowak machte sich – gemeinsam mit Geschäftsführer Rene Witte und weiteren Mitstreitern - vor drei Jahren auf den Weg, eine neue Ausrichtung des ThSV Eisenach zu beginnen. „Der sorgfältig und lang gescoutete Trainer Misha Kaufmann wurde im Oktober 2021 hinzugeholt. Genau der Richtige für eine junge, potenziell gute und hungrige Mannschaft“, so Maik Nowak. Geschäftsführer Rene Witte arbeitet mit seinem Team mit Hochdruck am wirtschaftlichen Fundament. „Alle Beteiligten können stolz darauf sein, was bis heute geschaffen wurde. Dennoch, wir stehen erst am Anfang der Saison“, erklärt der Sportliche Leiter. „Wir trauern dabei durchaus drei Punkten hinterher, die – sicherlich auch bedingt durch die enge personelle Situation – im Auswärtsspiel in Hannover und im Heimspiel gegen Balingen – möglich gewesen wären“, fügt Maik Nowak hinzu. „Die physisch und kognitiv unglaublich harte Arbeit des Trainers mit der Mannschaft schließt den psychologischen Aspekt nicht unmaßgeblich mit ein“, erläutert der ehemalige DHB-Auswahltrainer. Der Glaube an das Machbare sei kein Zufall wie ebenso die Art und Weise zu spielen. Akribisch und mit Kreativität bereitet der Coach seine Spieler auf den nächsten sportlichen Gegner vor. Dabei kann auch er auf die Erfahrung von Torwarttrainer Stanislaw Gorobtschuk bauen. 

Am Freitag Heimspiel gegen den HSV Hamburg

Zum nächsten Heimspiel erwartet der ThSV Eisenach am Freitag, 20.10.2023 um 20.00 Uhr den Handballballsportverein Hamburg. Der Heimnimbus soll bestehen bleiben. Tickets sind vorab erhältlich online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle. 

Th. Levknecht 

 

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