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Unser Team weilte vor den Toren Worms

Testspiel gegen die Eulen Ludwigshafen endete mit knapper 24:25 (13:12) -Niederlage

Nach einem intensiven Trainingslager mit vielen Belastungseinheiten in Italien, einschließlich drei Testspielen, bestritt der ThSV Eisenach am Mittwochabend in Osthofen (Nähe Worms) noch ein Testspiel gegen Zweitbundesligist Eulen Ludwigshafen. Nahezu 600 Zuschauer sahen ein kurzweiliges und ausgeglichenes Spiel, das die Eulen Ludwigshafen knapp mit 25:24 für sich entschieden. Zur Halbzeit lagen die Wartburgstädter noch mit 13:12 vorn.  Erfolgreichste Werfer waren für den ThSV Eisenach Manuel Zehnder mit 7 und Ivan Snajder mit 5 Treffern. Für die Eulen Ludwigshafen wurde Jannek Klein mit 4 Treffern notiert.

Danke, Helmut Graf von Moltke!
Wie kommt es, dass ein Bundesligist aus Thüringen vor den Toren von Worms den Gastgeber gegen die Eulen gibt? Das alles hat mit Helmut Graf von Moltke zu tun. Der Vorsitzende der TG Osthofen war 1992/93 - in ganz jungen Jahren - Präsident des ThSV Eisenach. Er hat den Thüringer Traditionsverein nach der Wende vor dem wirtschaftlichen Bankrott bewahrt. In Eisenach wird Helmut von Moltke bis heute verehrt und hoch geschätzt. Ihm zu liebe und zum Dank spielten die Wartburgstädter nach dem Trainingslager in Italien in Osthofen gegen die Eulen. Helmut von Moltke begrüßte zwei Männer besonders herzlich, die schon vor 30 Jahren, zu seiner Zeit unter der Wartburg, für den ThSV Eisenach im Einsatz waren. Martin Münzberg, seinerzeit Spieler, heute Physiotherapeut. Thomas Levknecht, seinerzeit schon Pressesprecher. „Wenn Helmut von Moltke nicht gewesen wäre, würde es den Verein nicht mehr geben“, erklärte ThSV-Geschäftsführer Rene Witte und überreichte von viel Beifall begleitet ein Präsent. Für alle Mitglieder und Angestellten des ThSV Eisenach bleibe von Moltkes Wirken unvergessen. Helmut von Moltke freute sich über eine „ansprechende Kulisse und gute Stimmung“ an diesem Abend. Viele Helfer der TG Osthofen trugen zu einem überaus gelungenen Handballabend bei. Mit vielen guten Eindrücken reiste der ThSV Eisenach – von einem Unwetter mit Donner, Blitz und Regen über die gesamte Strecke begleitet – gen Heimat. „Wir danken ganz herzlich für die hervorragende Gastfreundschaft“, so der einhellige Tenor in den Eisenacher Reihen.

 Die Eisenacher waren schon am Vortag angereist. Am Abend trafen sie sich mit Helmut von Moltke zum gemeinsamen Essen. Das Team ließ den Tag beim gemeinsamen Bowling ausklingen. Jannis Schneibel, der verletzte Eisenacher Spielmacher, traf sich mit einstigen - jetzt bei der TG Osthofen spielenden – Mannschaftskameraden. Am Spieltag nutzten die Wartburgstädter die Qualität eines örtlichen Fitness-Studios. Am Abend fand dann in der nahezu ausverkauften Wonnegauhalle ein kurzweiliges Handballspiel statt. Beide Teams wurden mit viel Beifall begrüßt und verabschiedet. Etliche Fans des ThSV Eisenach gehörten zu den knapp 600 Zuschauern.

ThSV Eisenach an körperliche Grenzen

„Das 7. Spiel binnen 12 Tagen, unsere Jungs gaben noch einmal alles. Das war der letzte Auftritt vor dem Punktspielstart. Wir nutzten ihn, um zu üben, was wir uns vorgenommen haben“, erklärte Misha Kaufmann. Zufrieden zeigte er sich von der Abwehr, die in verschiedenen Formationen und Systemen agierte. „Sie hat gut gearbeitet“, betonte der Eisenacher Coach. Seine Mannen hätten zur Halbzeit deutlich führen müssen. „Nach dem 6:3 ließen wir zu viele Torchancen aus, bei Tempogegenstößen und bei Würfen von den Flügeln“, merkte Misha Kaufmann kritisch an. In Abwesenheit des eine Schonung auferlegten Kapitäns Peter Walz und des langzeitverletzten Jannis Schneibel starteten die Eisenacher mit Ivan Snajder auf Links- und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen, Marko Grgic im linken und Alexander Saul im rechten Rückraum, Manuel Zehnder als Spielgestalter, Justin Kurch am Kreis und Mateusz Kornecki im Tor. Misha Kaufmann probierte anfangs einen Dreier-Wechsel. Für die Abwehr kamen zunächst Timothy Reichmuth, Philipp Meyer und Malte Donker.

Gute Torchancen ausgelassen

„Im zweiten Abschnitt haben wir uns durch unsere Chancenverwertung und technische Fehler das Leben selbst schwer gemacht“, konstatierte der Schweizer in Diensten der Thüringer. Einen 18:21-Rückstand (49.) egalisierte die auf das Parkett zurückgekehrte Stammformation (23:23, 57.). Ihre offensive Abwehr führte zu Ballgewinnen. Die Eulen antworteten zum 23:25 (58.). Der zur Kreismitte eingelaufene Timothy Reichmuth besorgte den Eisenacher Anschlusstreffer (24:25, 59.). Den Ausgleich verhinderte der gute Eulen-Schlussmann Mats Grupe, der Sekunden vor der Sirene den Wurf von Marko Grgic parierte. Eulen-Coach Johannes Wohlrab fand anerkennende Worte für seine Mannschaft. „Mit der kämpferischen Leistung bin ich heute sehr zufrieden. Die Eulen standen in ihrer Bundesligazeit immer für die Attribute Kampf und Leidenschaft – die haben wir heute geliefert“, betonte der Neu-Coach auf der Eulen Bank. Ein Sonderlob seines Trainers erarbeitete sich Julian Meyer-Siebert als „Vorposten“ der 5:1-Abwehr, der mit seinen 2,06 Metern ein nicht einfach zu überspielendes Hindernis darstellte.

Die Wartburgstädter starteten zielstrebig. Justin Kurch schloss vom Kreis zum 4:1 ab (8.). Ivan Snajder eroberte das Leder und zirkelte es in den verwaisten Eulen-Kasten zum 6:3 (11.). Die Eisenacher ließen hernach von den Außenpositionen beste Wurfchancen aus, Eulen-Keeper Mats Gruppe parierte. Chancen auf ein mögliches Torploster waren reichlich da. Beim 11:11 (27.) glichen die Eulen erstmals aus. Marko Grgic powerte zum 13:12-Halbzeitstand durch.

ThSV-Keeper Dominik Plaue blieb unmittelbar nach Wiederanpfiff Sieger im Siebenmeterduell mit Tim Schaller. Eisenachs Manuel Zehnder kurbelte das Angriffsspiel an, suchte und fand immer wieder den direkten Weg zum Tor, netzte zum 15:14 (39.) und 16:15 (41.) ein. Die letztmalige Eisenacher Führung. Die Eulen schlossen nun konsequent ab, mehrfach über den Kreis, trafen zum 16:18 (44.). Beim Stand von 18:20 wehrte ThSV-Schlussmann Dominik Plaue seinen 2. Strafwurf ab, kurz darauf fiel dennoch das 18:21 (49.). Mit einer 3:3-Abwehr stibitzten sich die Eisenacher das Leder, glichen nach einem Ballgewinn von Marko Grgic zum 23:23 aus (57.). Dieser verfehlte wenig später das Eulen-Gehäuse, ein Ball von Manuel Zehnder landete am Pfosten. Die Eulen schlossen konsequent zum 23:25 (58.) ab. Dem ThSV Eisenach gelang der Ausgleichstreffer nicht mehr.

Statistik


ThSV Eisenach: Kornecki, Plaue, Spikic; Hübke, Zehnder (7/3), Mengon, Grgic (3), Ende, Heitkamp (1), Meyer, Donker, Kurch (3), Snajder (5), Weyhrauch (3), Saul (1)


Eulen Ludwigshafen: Gruppe, Urbič (bei einem Siebenmeter); Klein (4), Trost (2), Meyer-Siebert (2) - Falk (1), Schwarzer (2/1) - Haider (3) – Bergner (2), Eisel (3), Leun (1), Ilic (3), Schaller (1/1), Manfeldt Hansen (1)


Siebenmeter: 3/3 - 2/4

Zeitstrafen: 1/3 

Schiedsrichter: Müller/von Wolf.

Zuschauer: 600

Spielfilm: 1:0 (1. Minute), 4:1 (8.), 6:3 (11.), 6:5 (14.), 10:9 (22.), 11:11 (27.), 13:12 (Halbzeit), 13:14 (34.), 16:16 (42.), 16:18 (44.), 18:21 (49.), 20:21 (52.), 20:22 (53.), 21:23 (55.), 23:23 (57.), 23:24 (57.), 23:25 (58.), 24:25 (Ende)

Th. Levknecht
 

 

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Marko Grgic energisch - Foto: Harry Reis
Helmut von Moltke grillte die ersten Würstchen selbst
Alexander Saul beim Torwurf
Willy Weyhrauch trifft von Rechtsaußen - Foto: Harry Reis